Der DAX zeigt nach einer starken Bewegung am Montag einen Rücksetzer. Das bewegt den deutschen Leitindex. Außerdem im Fokus: Iran, USA, Merck, Nordex, Wacker Chemie, NOJA Power und Meta.

Der Dax hat am Dienstag seiner jüngsten Kursrally Tribut gezollt. Trotz der aktuell etwas zugespitzten Lage im Iran-Krieg fielen die Gewinnmitnahmen zunächst moderat aus. Allerdings "wachsen schon wieder die Zweifel, ob es tatsächlich zeitnah zu einer schnellen und reibungslosen Einigung zwischen den Kriegsparteien kommen kann", warnte Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst bei CMC Markets.

In den ersten Handelsminuten sank der wichtigste deutsche Aktienindex um 0,13 Prozent auf 25.356 Punkte. Für den MDax, der die mittelgroßen Börsenunternehmen enthält, ging es um 0,39 Prozent auf 32.680 Punkte bergab. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 verlor 0,2 Prozent.

Nachrichten aus Deutschland

Wacker Chemie

Die Schweizer Großbank UBS hat das Kursziel für Wacker Chemie von 84 auf 104 Euro angehoben, die zuletzt stark erholten Aktien aber von "Buy" auf "Neutral" abgestuft. Der weitere Spielraum sei begrenzt, schrieb Christian Bell am Montagabend. Die Berechenbarkeit des Timings und Ausmaßes einer weiteren Gewinnerholung sei schwierig und die Aktien seien vor diesem Hintergrund zunächst fair bewertet.

Nordex

Der Windturbinen-Hersteller Nordex hat einen weiteren Auftrag aus der Türkei an Land gezogen. Die Hanseaten sollen 16 ihrer Windenergieanlagen des Typs N175/6.X mit einer Gesamtleistung von 110 Megawatt liefern und in einem Windpark in der türkischen Provinz Balkesir errichten. Auftraggeber sei der langjährige Kunde Eksim Enerji, teilte Nordex am Dienstag in Hamburg mit. Über die Lieferung und Errichtung der Turbinen hinaus haben beide Partner einen zehnjährigen Service-Vertrag abgeschlossen, womit Nordex unter anderem die Überwachung, Wartung und etwaige Reparatur der Anlagen übernimmt.

Merck

Nach ihrer jüngsten Erholungsrally haben die Aktien von Merck KGaA <DE0006599905> am Dienstagmorgen geschwächelt. Auf der Handelsplattform Tradegate rutschten die Papiere der Darmstädter 1,3 Prozent unter ihren Xetra-Schluss auf 128,30 Euro. Seit dem Jahrestief Mitte März hatten sie sich zuletzt um 29 Prozent erholt.

In der Einordnung des Bewertungsniveaus herrscht nun Unstimmigkeit zwischen Experten. Während Analyst James Vane-Tempest von der Investmentbank Jefferies die Aktie jetzt beim Kursziel von 129 Euro neu mit "Hold" einstuft, hält sie Richard Vosser von JPMorgan immer noch für unterbewertet.

Sein Kursziel liegt bei 150 Euro. Der JPMorgan-Experte traut ihnen bis 2030 mit im Schnitt etwa 9 Prozent ein Ergebniswachstum am oberen Ende der europäischen Pharma-Konkurrenz zu. Jefferies-Experte Vane-Tempest sieht derweil nur noch Spielraum, wenn Innovationen durchschlagen.

Internationale Nachrichten

Taiwan überholt Indien als fünftgrößter Aktienmarkt der Welt

Getrieben vom KI-Boom hat Taiwan Indien als fünftgrößten Aktienmarkt der Welt überholt, mit einer Gesamtmarktkapitalisierung von rund 4,95 Billionen Dollar. Der Aufstieg ist fast ausschließlich auf TSMC zurückzuführen, das allein rund 42 Prozent des taiwanesischen Leitindex ausmacht und dessen Aktie in diesem Jahr bereits um 49 Prozent gestiegen ist. Zusätzliche Rückendeckung erhält der Markt durch neue Regulierung: Taiwans Finanzaufsicht hat die Investitionsobergrenze für heimische Fonds in Einzeltitel angehoben, was laut JPMorgan Zuflüsse von über 6 Milliarden Dollar auslösen könnte.

Metas CTO will Unternehmen radikal mit KI umbauen

Andrew Bosworth, Chief Technology Officer von Meta, treibt intern einen grundlegenden Wandel der Arbeitsstruktur voran: Er will große Teams mit wenigen oder gar keinen Managern, den Verzicht auf traditionelle Planungsdokumente und stattdessen direkt testbare Prototypen. In einem internen Memo erklärte er, dass KI-Agenten zunehmend Aufgaben übernehmen werden, die bislang Stunden dauerten, und dass Mitarbeiter künftig „nicht mehr in jeden Prozess eingebunden sein müssen". Der Umbau läuft parallel zu den laufenden Massenentlassungen von rund 8.000 Stellen, die das Unternehmen als Effizienzprogramm zur Stärkung seiner KI-Strategie bezeichnet.

USA führen neue Angriffe im Iran durch – Märkte geben Gewinne ab

US-Streitkräfte haben in der Nacht zum Dienstag erneut Ziele im Südirans angegriffen und die Aktion als Selbstverteidigung bezeichnet, nachdem iranische Kräfte Minenlegemanöver in der Straße von Hormuz unternommen haben sollen. Die Schläge erfolgten ausgerechnet zu einem Zeitpunkt, als Trump öffentlich von Fortschritten bei den Verhandlungen gesprochen hatte und US-Außenminister Rubio erklärte, ein Deal könnte „in wenigen Tagen" erreicht werden. S&P-500-Futures, die zuvor um mehr als ein Prozent gestiegen waren, reduzierten ihre Gewinne nach der Meldung auf rund 0,7 Prozent.

Goldman Sachs übernimmt australischen Stromausrüster NOJA Power für eine Milliarde Dollar

Goldman Sachs Asset Management hat sich laut australischen Medienberichten im Bieterwettbewerb gegen Blackstone und GE Vernova durchgesetzt und will den Hersteller von Schaltanlagen NOJA Power aus Brisbane für rund eine Milliarde Dollar übernehmen. Die Unterzeichnung des Deals wird für Mitte Juni erwartet. NOJA Power gilt als attraktives Ziel im Bereich Strominfrastruktur, einem Sektor, der angesichts des wachsenden Energiebedarfs durch KI-Rechenzentren und Energiewende stark an Bedeutung gewinnt.

DAX (WKN: 846900)

Enthält Material von dpa-AFX

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Häufig gestellte Fragen

Warum gibt der DAX nach seiner starken Montagsrally wieder nach?

Der DAX zeigt am Dienstag moderate Gewinnmitnahmen, nachdem neue US-Angriffe im Iran die Hoffnungen auf ein schnelles Friedensabkommen gedämpft haben. CMC-Markets-Analyst Andreas Lipkow warnte, dass die Zweifel an einer zeitnahen Einigung zwischen den Kriegsparteien wieder wachsen. Hinzu kommt, dass S&P-500-Futures ihre Gewinne nach den neuen Militärmeldungen deutlich reduzierten.

Ist die Merck-Aktie nach der jüngsten Erholung noch kaufenswert?

Die Expertenmeinungen gehen auseinander. Jefferies stuft die Aktie beim Kursziel von 129 Euro neu mit „Hold" ein und sieht weiteres Potenzial nur bei erfolgreichen Innovationen. JPMorgan hingegen hält die Aktie mit einem Kursziel von 150 Euro weiterhin für unterbewertet und traut Merck bis 2030 ein jährliches Ergebniswachstum von rund 9 Prozent zu – eines der stärksten im europäischen Pharmasektor.

Was bedeutet Metas radikaler KI-Umbau für die Aktie und Anleger?

Meta-CTO Andrew Bosworth treibt intern eine grundlegende Neustrukturierung voran: Weniger Manager, keine klassischen Planungsdokumente und zunehmende Übernahme von Aufgaben durch KI-Agenten. Parallel laufen Massenentlassungen von rund 8.000 Stellen. Kurzfristig belasten Umbaukosten und Unsicherheit, langfristig könnte die konsequente KI-Ausrichtung jedoch die Effizienz und Margen des Konzerns deutlich verbessern.