Der Dax startet verhalten in den Dienstag. Erst am Mittwoch stehen große Entscheidungen an. Heute geraten neben Marvell und Micron auch Siltronic, Porsche und die Gea-Group in den Blickpunkt.
Nach dem positiven Wochenstart wegen des Rahmenabkommens zwischen den USA und dem Iran zum Ende des Krieges zeichnet sich am Dienstag im Dax wenig Bewegung ab. Knapp eine Stunde vor Handelsbeginn signalisierte der X-Dax als außerbörslicher Indikator für den Dax einen Start bei 24.909 Punkten, was knapp über dem Schlussniveau vom Vortag liegen würde. Der Dax würde sich damit über der 21-Tage-Linie behaupten, die bei 24.785 Punkten liegt.
Nach Euphorie über Iran-Abkommen: Dax reagiert verhalten
Zu Wochenbeginn war der Spielraum für den Dax mit der zeitweisen Rückkehr über die Marke von 25.000 Punkten aufgebraucht. Es fehlten schnell die Anschlusskäufe, nachdem die Märkte in der Aussicht auf einen Deal bereits am Freitag angezogen hatten. "Die Euphorie an den Aktienmärkten über die Einigung scheint bereits einer nüchternen Einschätzung gewichen zu sein", kommentierte am Morgen der LBBW-Experte Rolf Schäffer.
Innenpolitisch verschafft das Rahmenabkommen dem US-Präsidenten Donald Trump aus Sicht von Schäffer zwar Entlastung. Es bedeute aber "kein Ende der Risiken", denn in puncto iranisches Atomprogramm bestünden weiterhin erhebliche Differenzen und außerdem hänge die Situation auch von der Lage im Libanon ab. "Die vorläufige Einigung ist daher weniger ein Schlussstrich als ein Zwischenstand: ein diplomatischer Erfolg auf Bewährung, dessen Bestand sich erst in den kommenden Wochen erweisen wird."
Anleger blicken in die USA: Fed-Entscheidung, Nvidia-Hauptversammlung
Auch wegen des Zinsentscheids der US-Notenbank am Mittwoch und dem großen Verfallstermin an den Terminbörsen am Freitag fällt eine weitere Trendprognose für die Aktienmärkte zunächst schwer. "Die Notenbanker rund um den neuen Fed-Chef (Kevin) Warsh werden sich wohl in Zurückhaltung üben und damit den Markterwartungen entsprechen", kommentierten am Morgen die Helaba-Experten. Die Erwartung zeitnah steigender Zinsen habe sich mit den sinkenden Ölpreisen der letzten Tage zurückgebildet. Mit Spannung wird am Mittwoch auch die Hauptversammlung des Chip-Giganten Nvidia erwartet.
SpaceX nimmt Marvell und Micron beim Höhenflug mit
Wichtig für die Marktstimmung bleibt wohl auch der weitere Erfolg der SpaceX-Aktien, die ihre Rally am Montag an den US-Börsen mit einem Anstieg in Richtung 200 US-Dollar fortgesetzt haben. Dabei litten andere Tech-Titel nicht unter Mittelabflüssen - im Gegenteil: So sprangen Marvell und Micron zweistellig an, letztere auf ein Rekordhoch. Der Nasdaq nähert sich wieder seinem jüngsten Höchststand.
Siltronic hat frisches Kapital
Siltronic hat derweil den jüngsten Kursanstieg auf ein Hoch seit 2022 genutzt, um sich frisches Kapital zu besorgen. Durch die Ausgabe von drei Millionen neuen Aktien zu je 91 Euro nimmt der Waferhersteller brutto 273 Millionen Euro ein. Der Kurs, der vor einigen Tagen die 100-Euro-Marke erreicht hatte, fiel daraufhin am Morgen in Richtung dieses Preises. Auf der Plattform Tradegate wurden die Titel fünf Prozent niedriger zu 92,75 Euro gehandelt.
Barclays stuft Porsche hoch
Ansonsten könnten einige Aktien noch von Analystenkommentaren bewegt werden. Für die Porsche AG gibt es nach den Kaufempfehlungen von UBS und Goldman Sachs aus der Vorwoche die nächste bessere Einschätzung: Von der britischen Barclays Bank gibt es immerhin eine Hochstufung auf "Equal weight". Henning Cosman unterstrich dabei zwar die zuletzt wieder deutlich gestiegene Bewertung des Sportwagenbauers, er sieht aber auch keine Belastungsfaktoren mehr.
Deutsche Bank empfiehlt Gea Group
Zum Kauf empfohlen wurde noch die Gea Group von der Deutschen Bank, und dies hievte den Kurs des Maschinenbauers im Dax vorbörslich mit 1,2 Prozent ins Plus. Mit einem Kursziel von 70 Euro sieht der Experte Lars vom Cleff etwa ein Viertel Luft nach oben für die Aktien, die Anfang Juni ein Tief seit mehr als einem Jahr erreicht hatten.
Rheinmetall mit Kamikaze-Drohnen
Deutschlands größte Waffenschmiede Rheinmetall kommt bei ihren Produktionsplänen zu Kamikaze-Drohnen voran. Auf der Pariser Rüstungsmesse Eurosatory stellte die Firma einen Container als mobile Abschussbasis vor, in dem 18 Drohnen gelagert werden und nach oben in den Himmel katapultiert werden können. Wie bei einem Schwarm können mehrere gleichzeitig starten - Rheinmetall spricht von möglichen Salven beim Start. Ob diese Nachricht der schwächelnden Aktie hilft, bleibt abzuwarten.
Enthält Material von dpa-AFX
Häufig gestellte Fragen
Was bedeutet das Iran-USA-Rahmenabkommen für die Märkte?
Die USA und der Iran haben sich auf ein sofortiges Kriegsende an allen Fronten verständigt, was die Ölpreise um rund fünf Prozent fallen ließ und Aktien, Euro sowie Bitcoin Auftrieb gab. Die für den Welthandel wichtige Straße von Hormus soll nach der formellen Unterzeichnung am Freitag wieder geöffnet werden. Restzweifel bleiben jedoch bestehen, und die sinkenden Energiepreise könnten den Handlungsdruck vor den anstehenden Zinsentscheiden in den USA, Japan, Großbritannien und der Schweiz etwas mildern.
Warum beeinflusst die Fed-Zinsentscheidung auch deutsche Anleger?
Die Fed gibt häufig den Takt für die internationalen Finanzmärkte vor. Steigen oder fallen die US-Zinsen, wirkt sich das auf Dollar, Anleiherenditen, Aktienmärkte und oft auch auf Rohstoffe aus - und damit indirekt auf Portfolios in Europa.
Was macht SpaceX?
SpaceX (Space Exploration Technologies Corporation) ist ein privates US-amerikanisches Raumfahrt-, Telekommunikations- und Technologieunternehmen, das seinen Fokus immer stärker auf KI legt. Die Firma wurde von Elon Musk gegründet und ging die vergangenen Tage mit einer Rekordbewertung an die US-Börse.