Der DAX gewinnt, der Ölpreis verliert - eine Bewegung, die vor allem mit dem Iran-Konflikt und Donald Trump in Verbindung steht. Das steckt konkret dahinter und diese wichtigen Unternehmensnachrichten gibt es am Dienstag. 

Der Dax kann den Schwung von seinem starken Wochenstart zunächst mitnehmen. Am Dienstag gewinnt der Leitindex auf fast 24.600 Punkte bzw. um 1,18 Prozent.

Tags zuvor war der Dax unter der Last hoher Ölpreise zunächst bis auf 23.797 Punkte abgetaucht. Im Tagesverlauf hatte sich dann aber plötzlich Hoffnung auf eine Annäherung zwischen den USA und dem Iran breit gemacht. Am Abend ließ US-Präsident Trump dann verlauten, dass er einen angeblich für Dienstag geplanten Angriff auf den Iran abgesagt habe.

Mehrere Golfstaaten hätten ihn darum gebeten, es liefen "ernsthafte Verhandlungen" mit Teheran, schrieb Trump auf der Plattform Truth Social. Saudi-Arabien, Katar und die Vereinigten Arabischen Emirate baten laut Medienberichten um ein kurzes Zeitfenster von zwei bis drei Tagen, um der Diplomatie Raum zu geben. Sie hätten ihre Ansicht geäußert, dass eine Einigung in greifbarer Nähe sei.

"Dass dieser Konflikt heute nicht durch einen neuen Militärschlag eskaliert, ist ganz klar positiv zu bewerten", schrieb der Marktbeobachter Thomas Altmann von QC Partners. Ob es hinter den Kulissen tatsächlich Annäherungen zwischen den USA und dem Iran gebe, darüber könne nur spekuliert werden. Solange vieles unklar bleibe, rechnet der Experte mit weiteren Kursschwankungen.

Dennoch gab der Ölpreis am Dienstag um 2 Prozent auf 110 US-Dollar (Sorte Brent) nach.

Nachrichten aus Deutschland

Aixtron

Die Aktien von Aixtron haben am Dienstagmorgen positiv auf die Bestellung mehrerer ihrer sogenannten MOCVD-Systeme von Lumentum reagiert. Die Papiere des Anlagenbauers für die Chipindustrie kletterten auf der Handelsplattform Tradegate um bis zu vier Prozent über ihren Xetra-Schlusskurs auf 52,42 Euro.

Damit näherten sie sich wieder ihrem Hoch seit 25 Jahren, das sie in der vergangenen Woche mit 55,28 Euro erreicht hatten. Die Aktie ist wegen des Booms der Chipbranche infolge des KI-Hypes seit einiger Zeit stark gefragt. Seit Ende 2025 hat sich der Kurs fast verdreifacht; in den vergangenen zwölf Monaten sogar mehr als vervierfacht. Der Börsenwert liegt inzwischen bei fast sechs Milliarden Euro.

Lumentum ist ein weltweit führender Anbieter von optischen und photonischen Technologien für künstliche Intelligenz (KI) und Cloud-Rechenzentren. Laut Aixtron spiegelt die Bestellung wachsende Nachfrage nach Lasern und Detektoren auf Indiumphosphid-Basis (InP) wider. Diese seien für das rasante Wachstum großer KI-Rechenzentrumsnetzwerke unverzichtbar.

SAP

Die Aktien von Software-Entwicklern und IT-Beratungsunternehmen haben am Dienstag auf den Kauflisten der Investoren ganz oben gestanden. Am deutschen Markt führten SAP die Gewinner im Dax an mit einem Aufschlag von fast sechs Prozent. In Paris setzten sich die Papiere des IT-Dienstleisters Capgemini an die Spitze des Leitindexes Cac 40.

Schon am Vortag an der Nasdaq waren Software- und IT-Aktien gesucht, ebenso wie am Dienstag an der Börse in Tokio. Für Aufsehen und gute Stimmung hatte in den USA der IT- und Digitalexperte Cognizant gesorgt. Das Unternehmen verdoppelte das Volumen eines Aktienrückkaufpakets auf zwei Milliarden US-Dollar. Das trieb den Kurs um fast zehn Prozent nach oben. In Tokio gewannen die Aktien des IT-Beraters BayCurrent Consulting gut acht Prozent.

Die Software-Branche war in den vergangenen Monaten in der Gunst von Anlegern abgerutscht. Die Befürchtung, dass die neuen Möglichkeiten der Künstlichen Intelligenz (KI) den alteingesessenen Software-Platzhirschen das Wasser abgraben könnte, hatte schwer auf den Kursen vieler Software-Anbieter gelastet. Der iShares TechSoftware ETF, ein börsengehandelter Fonds, war von Ende Oktober bis Anfang April um bis zu 37 Prozent eingebrochen. Seitdem hat sich der Fonds um 26 Prozent erholt.

Ganz anders der Hardware-Sektor, in dem vor allem die Halbleiterhersteller enorm von der mit KI verbundenen Euphorie profitierten. Der viel beachtete Philadelphia Semiconductor Index schnellte seit Anfang April um bis zu 60 Prozent nach oben auf ein Rekordhoch. Infineon-Aktien beispielsweise haben seit Jahresbeginn mehr als 70 Prozent gewonnen, auch wenn sie nach Erreichen des höchsten Kursniveaus seit 2000 nun etwas schwächeln.

Angesichts dieser fulminanten Kurs-Rally könnten Investoren nun vorsichtiger werden - und sich wieder den deutlich niedriger bewerteten Software-Aktien zuwenden. Zumal am Mittwoch der Chip-Gigant Nvidia die Quartalsbilanz vorlegt und Prognosen veröffentlicht. "Wenn Nvidia enttäuscht, könnte es ungemütlich werden", sagte Marktexperte Maximilian Wienke vom Broker Etoro. Nvidia sei längst kein normales Unternehmen mehr, sondern der zentrale Taktgeber des globalen KI-Booms.

Um 35 Prozent auf ein Rekordhoch waren Nvidia-Aktien seit Anfang April gestiegen. "Die Erwartungen sind wieder einmal extrem hoch", so Wienke. Anleger verlangten vom Unternehmen nicht nur starkes Wachstum, sondern vor allem den Beweis, dass der mit hohen Investitionen befeuerte KI-Boom weiterhin mit voller Geschwindigkeit läuft. Sollte der 5,4 Billionen Dollar schwere Konzern diese Erwartungen enttäuschen, dürften die Anleger Luft aus den Kursen lassen - und könnten sich innerhalb der Technologiewelt wieder den Software-Unternehmen zuwenden.

Rüstungsaktien

Anleger nutzen die jüngste Schwäche bei Rüstungswerten weiter zum Einstieg. Am Dienstag legten die Rheinmetall-Aktien um 5,1 Prozent zu und setzten ihre Erholung fort, nachdem sie in der Jahresbilanz mit bis zu 30 Prozent ins Minus gerutscht waren und 2026 zeitweise zu den größten Dax-Verlierern gehört hatten. Vom Rekord über der 2.000-Euro-Marke, der im Oktober aufgestellt wurde, hatten sie sogar bis zu 45 Prozent an Wert verloren.

Der Erholung schlossen sich am Dienstag auch die Aktien von Hensoldt, Renk und TKMS schwungvoll an, indem sie zwischen 5,6 und 8,8 Prozent an Wert gewannen. Generell waren Aktien gefragt, die zuletzt abgestoßen wurden, darunter auch viele Softwarewerte. Umgekehrt gab es Gewinnmitnahmen in Bereichen wie etwa Chips, Chemie und Solartechnologie, die zuletzt von einer Rally geprägt waren.

Maßgeblich für den Rüstungsbereich in Europa bleibt die Konfrontation mit Russland im Ukraine-Krieg, bei dem es weiter keine Fortschritte gibt. Das russische Militär hat erneut über einen großflächigen ukrainischen Drohnenangriff in der Nacht berichtet. In der Nacht auf Sonntag hatte ein massiver ukrainischer Drohnenangriff erstmals Schäden in Moskauer Vorstädten angerichtet.

Analystin Chloe Lemarie von Jefferies Research kommentierte am Morgen, die jüngste Nachrichtenlage deute darauf hin, dass sich die Kriegsdynamik zugunsten der Ukraine verbessere. Sie betonte derweil mit Blick auf die jüngsten Kursverluste, dass die Kriegsentwicklung den Sektor zuletzt schon nicht mehr groß geprägt habe. Die Bewertungsniveaus seien deutlich reduziert worden und damit auch das negative Schwankungsrisiko.

In den Fokus rückt nun der Besuch von Kremlchef Wladimir Putin in China - wenige Tage, nachdem US-Präsident Donald Trump dort empfangen wurde. Dabei dürfte es auch um die Kriege im Iran und in der Ukraine gehen.

Ottobock

Mächtig unter Druck geraten dagegen die Titel von Ottobock, der offenbar vom Short-Spekulanten Grizzly mit einem negativen Report attackiert wird. Der Kurs des Prothesenherstellers sackte vorbörslich um zehn Prozent ab.

Internationale Nachrichten

NextEra Energy übernimmt Dominion Energy für 67 Milliarden Dollar

Der US-Energiekonzern NextEra Energy, weltweit größter Erzeuger von Wind- und Solarenergie, übernimmt den Konkurrenten Dominion Energy in einem reinen Aktientausch – Dominion-Aktionäre erhalten eine Prämie von rund 23 Prozent auf den letzten Schlusskurs. Der entscheidende strategische Antrieb ist der rasant wachsende Strombedarf von KI-Rechenzentren, insbesondere im Norden Virginias, wo rund zwei Drittel des globalen Internet-Datenverkehrs abgewickelt werden. Das fusionierte Unternehmen wird mit einer Gesamtkapazität von 110 Gigawatt zum weltweit größten regulierten Stromversorger und soll mehr als zehn Millionen Kunden beliefern – der Abschluss der Transaktion wird in den nächsten 12 bis 18 Monaten erwartet.

Musk verliert Klage gegen OpenAI – will aber in Berufung gehen

Eine Bundesjury in Oakland hat Elon Musks Klage gegen OpenAI-Chef Sam Altman abgewiesen, da die Ansprüche außerhalb der dreijährigen Verjährungsfrist eingereicht worden seien – ohne inhaltlich zu klären, ob OpenAI tatsächlich seine gemeinnützige Gründungsmission verraten hat. Musk, der OpenAI 2015 mitgegründet und nach eigenen Angaben rund 38 Millionen Dollar eingezahlt hatte, bezeichnete das Urteil als „Kalender-Formalismus" und kündigte Berufung beim neunten Bundesberufungsgericht an. Das Urteil fällt in eine kritische Phase: OpenAI wird nach einer jüngsten Finanzierungsrunde mit über 850 Milliarden Dollar bewertet, während Musk mit SpaceX und xAI einen eigenen Börsengang vorbereitet.

Starbucks Korea feuert Chef nach politisch brisanter Werbekampagne

Der Leiter von Starbucks Korea wurde entlassen, nachdem eine Marketingkampagne zum „Tank"-Tumbler-Sortiment am südkoreanischen Demokratisierungstag erschienen war – einem Gedenktag für den blutigen Gwangju-Aufstand von 1980. Neben der zeitlichen Kollision sorgte auch der Werbeslogan für Empörung, da das darin verwendete Lautwort „tak" an zynische Aussagen der südkoreanischen Polizei im Zusammenhang mit dem Tod eines gefolterten Studentenprotestlers im Jahr 1987 erinnerte. Starbucks Korea, das vom Mischkonzern Shinsegae Group lizenziert und betrieben wird, hat die Kampagne inzwischen zurückgezogen; Südkoreas Präsident Lee Jae Myung forderte öffentlich eine Entschuldigung des Unternehmens.

US-Börsen starten schwach – Tech unter Druck

Die US-Futures zeigen sich am Dienstag im Minus, wobei der technologielastige Nasdaq 100 mit rund einem Prozent Verlust die Verliererliste anführt. Politisch sorgte Trumps Ankündigung, einen geplanten Militärschlag gegen den Iran vorerst auf Eis zu legen, für etwas Entlastung – die Lage bleibt aber angespannt und die Anleiherenditen klettern weiter. Im Fokus steht der morgige Mittwoch, wenn Nvidia seine Quartalszahlen vorlegt – ein Ergebnis, das als Stimmungstest für den gesamten KI-Sektor gilt.

Nvidia liefert neue Vera-CPUs an OpenAI, Anthropic, Oracle und SpaceXAI aus

Nvidia hat mit der Auslieferung seiner neuen Vera-CPU-Systeme begonnen, die speziell für sogenannte „Agentic AI" – also KI-Systeme, die eigenständig handeln statt nur zu antworten – entwickelt wurden. Erste Systeme wurden persönlich an Anthropic, OpenAI, Oracle Cloud Infrastructure und SpaceXAI übergeben; Oracle plant als erster Cloud-Anbieter den Einsatz von hunderttausenden Vera-Einheiten noch in diesem Jahr. Die Vera-CPU ist dabei Teil eines umfassenderen Hardware-Ökosystems, das Nvidia gemeinsam mit seinen Rubin-GPUs und weiteren Komponenten als integrierte KI-Infrastrukturplattform positioniert.

Termine

TERMINE UNTERNEHMEN

07:00 DEU: Hornbach, Jahreszahlen

10:00 DEU: Jungheinrich, Hauptversammlung

10:00 DEU: PNE, Hauptversammlung

10:00 DEU: Ottobock, Hauptversammlung

10:00 DEU: Covestro, Hauptversammlung

10:00 DEU: Deutsche Wohnen, Hauptversammlung

10:00 DEU: Intershop, Hauptversammlung

11:00 DEU: Ionos, Hauptversammlung

11:00 DEU: Puma, Hauptversammlung

12:00 USA: Home Depot, Q1-Zahlen

12:00 GBR: Shell, Hauptversammlung

14:30 USA: PayPal, Hauptversammlung

16:00 USA: United Airlines , Hauptversammlung

16:00 USA: JPMorgan Chase & Co, Hauptversammlung

18:00 NLD: Euronext, Q1-Zahlen

TERMINE UNTERNEHMEN OHNE ZEITANGABE

GBR: Standard Chartered, Investor Day

TERMINE KONJUNKTUR

01:50 JPN: BIP Q1/26

06:30 JPN: Industrieproduktion 3/26 (endgültig)

06:30 JPN: Kapazitätsauslastung 3/26 (endgültig)

08:00 GBR: Arbeitslosenzahlen 3/26

10:00 ESP: Handelsbilanz 3/26

11:00 EUR: Handeslbilanz 3/26

14:15 USA: ADP Beschäftigung

16:00 USA: Schwebende Hausverkäufe 4/26

SONSTIGE TERMINE

08:30 DEU: Zentraler Branchentreff Zentrale Immobilien Ausschuss e.V. (ZIA) zum Tag der Immobilienwirtschaft 2026 u.a. mit Bundesministerin für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen Verena Hubertz

DEU: 27. Tourismusgipfel des Bundesverbandes der Deutschen Tourismuswirtschaft (BTW), Berlin

10:00 DEU: KfW legt Gründermonitor vor mit KfW-Chefvolkswirt Dirk Schumacher, Frankfurt/M.

10:00 DEU: Online-Pk der Commerzbank AG zur Studie «So investiert Sachsen-Anhalt»

13:00 DEU: Transatlantischen Wirtschaftskonferenz der privaten Wirtschaftsvereinigung American Chamber of Commerce in Germany (AmCham Germany)

Erwartete werden u.a. Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU) und der Vorstandsvorsitzende der Stihl AG, Michael Traub.

DEU: Konferenz zur Sicherung der Energieinfrastruktur, u.a. mit Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU), Berlin

FRA: Voraussichtlich: EU-Kommission stellt Vorschlag für Düngemittelplan vor, Straßburg

FRA: Finanzminister-Treffen der G7 in Frankreich endet - Konferenz «Kein Geld für Terror»

USA: Entwicklerkonferenz Google I/O, Mountain View

DAX (WKN: 846900)

Enthält Material von dpa-AFX

Weiterführende Links

Häufig gestellte Fragen

Warum fällt der Ölpreis?

Der Ölpreis fällt am Dienstag, nachdem es leichte Entspannungssignale aus dem Iran-Krieg gibt.

Warum fällt die Aktie von Ottobock?

Hintergrund ist, dass der Konzern offenbar vom Short-Spekulanten Grizzly mit einem negativen Report attackiert wird. Der Kurs des Prothesenherstellers sackte vorbörslich um zehn Prozent ab.

Warum steigen die Aktien von Aixtron?

Die Aktien von Aixtron haben am Dienstagmorgen positiv auf die Bestellung mehrerer ihrer sogenannten MOCVD-Systeme von Lumentum reagiert. Die Papiere des Anlagenbauers für die Chipindustrie kletterten auf der Handelsplattform Tradegate um bis zu vier Prozent über ihren Xetra-Schlusskurs auf 52,42 Euro.