Zum Wochenauftakt zeigt sich der DAX wieder sehr stark. Das beflügelt den deutschen Leitindex jetzt. Außerdem im Fokus der Börsen: Delivery Hero, Iran, Euro, Airbus, Bitcoin, Chipaktien und mehr.
Beflügelt von der Hoffnung auf ein Friedensabkommen im Iran-Krieg und deutlich fallenden Ölpreisen hat der deutsche Aktienmarkt seinen jüngsten Erfolgskurs am Pfingstmontag fortgesetzt. Der Dax stieg in den ersten Handelsminuten um 1,2 Prozent auf 25.180 Punkte und erklomm damit das höchste Niveau seit dem Tag vor Kriegsbeginn im Iran Ende Februar. Der MDax mit den mittelgroßen deutschen Werten gewann am Montagmorgen 1,8 Prozent auf 32.676 Zähler.
Die USA stehen nach Angaben von Präsident Trump in den Bemühungen um ein Ende des Iran-Kriegs vor einem Rahmenabkommen mit Teheran und der Wiederöffnung der Straße von Hormus. Es sei "weitgehend" ausgehandelt, schrieb Trump am Wochenende auf der Plattform Truth Social. Allerdings dämpfte er auch Hoffnungen auf ein schnelles Abkommen: "Die Verhandlungen verlaufen geordnet und konstruktiv, und ich habe meine Vertreter angewiesen, beim Deal nichts zu überstürzen, da die Zeit auf unserer Seite ist." Beide Seiten müssten sich Zeit nehmen. "Es darf keine Fehler geben!".
Nachrichten aus Deutschland
Airbus
Der weltgrößte Flugzeugbauer Airbus hadert weiter mit Lieferschwierigkeiten. Die australische Fluggesellschaft Qantas wird nun die ersten Maschinen der bestellten 12 angepassten Langstreckenflieger vom Typ A350 erst ab April 2027 erhalten, wie Airbus am Montag mitteilte. Qantas hatte mit einer Lieferung Ende 2026 gerechnet. Airbus sprach von Problemen in der Lieferkette, ohne konkreter zu werden. Qantas will mit den Fliegern der Europäer vor allem Non-Stop-Flüge auf der Ultra-Langstrecke zwischen Sydney und New York sowie London anbieten. Der zuletzt für Mitte 2027 geplante Start der Verbindungen könnte sich nun weiter verzögern. Vorher sind monatelange Testflüge üblich.
Euro
Der Kurs des Euro ist am Montag gestiegen. Der Euro profitierte von den gefallenen Ölpreisen. Die europäische Gemeinschaftswährung kostete am Vormittag 1,1637 US-Dollar. Am Freitagabend hatte sie noch etwas niedriger notiert.
Die Hoffnung auf ein Ende des Iran-Kriegs hat den Euro ein wenig gestützt. Die Kursausschläge am Devisenmarkt hielten sich allerdings in Grenzen. Schließlich hat US-Präsident Donald Trump Erwartungen an ein schnelles Abkommen zur Beendigung des Iran-Krieges gedämpft. "Die Verhandlungen verlaufen geordnet und konstruktiv, und ich habe meine Vertreter angewiesen, beim Deal nichts zu überstürzen, da die Zeit auf unserer Seite ist", schrieb er auf der Plattform Truth Social.
Abgesehen von Neuigkeiten zu den Iran-Verhandlungen wird im weiteren Handel mit wenig Impulsen gerechnet. Schließlich wird in wichtigen europäischen Ländern der Pfingstmontag begangen und in der Eurozone stehen keine wichtigen Konjunkturdaten an. In den USA ist der Feiertag "Memorial Day".
Delivery Hero
Der US-Fahrdienstleister Uber ist an einer Komplettübernahme des Essenslieferdienstes Delivery Hero interessiert. Das im MDax notierte Unternehmen bestätigte ein Interesse durch den US-Konzern, der bereits ein Fünftel der Anteile hält und Zugriff auf weitere Aktien hat. Uber sei mit einem Angebot von 33 Euro pro Aktie auf die Gesellschaft zugekommen, teilte Delivery Hero am Samstag in Berlin mit. Das wäre weniger, als das Papier am Freitag zum Handelsschluss gekostet hatte. Am Montag zog der Kurs mit der Spekulation auf einen möglichen Bieterkampf weiter kräftig an.
Die Aktie gewann nach Handelsbeginn am Vormittag gut 9 Prozent auf 36,69 Euro und kommt damit auf einen Börsenwert von etwas mehr als 11 Milliarden Euro. Analyst Giles Thorne von der US-Investmentbank Jefferies schrieb am Wochenende bereits, das von Uber für eine Übernahme im Raum stehende Gebot von 33 Euro je Aktie reiche offenbar nicht aus. Einige Investoren wollten mehr als 40 Euro für ihre Anteilsscheine. Wie es jetzt weitergehe, sei schwer zu vorherzusagen, nicht zuletzt aufgrund einer "Myriade wettbewerbsrechtlicher Probleme".
In der "Financial Times" ("FT") hatte es am Wochenende unter Verweis auf informierte Personen geheißen, auch Ubers US-Rivale Doordash sei auf Anteilseigner der Berliner zugegangen. Doordash sei vorwiegend an den Delivery-Hero-Marken im Nahen Osten (Talabat und HungerStation) interessiert, aber auch am türkischen Geschäft der Marke Yemeksepeti. Nach Informationen der "FT" wollten zudem viele Delivery-Hero-Investoren einen Preis von 40 Euro sehen.
Experte Marcus Diebel von der US-Bank JPMorgan schrieb, eine Übernahme wäre für die Aktionäre das Sahnehäubchen, schrieb er angesichts der jüngsten Kursrally. Für Uber würde der Deal strategisch Sinn machen - sowohl mit Blick auf die geografische Expansion als auch Synergiepotenzial. Auch Diebel sieht jedoch regulatorische Hürden.
Internationale Nachrichten
Goldman Sachs: Hedgefonds flüchten aus Software in Halbleiter
Laut einer Goldman-Sachs-Analyse von rund 9 Billionen Dollar an Fondsportfolios haben Hedgefonds ihre Halbleiterbestände auf ein Rekordhoch ausgebaut, während Software-Positionen auf den tiefsten Stand seit 2019 gefallen sind. Im Fokus stehen dabei Zulieferer der KI-Infrastruktur wie Lam Research, Applied Materials und ASML, während selbst Microsoft netto abgebaut wurde. Goldman hält an seinem Jahresziel für den S&P 500 von 7.600 Punkten fest, was vom aktuellen Niveau aus nur noch rund zwei Prozent Aufwärtspotenzial bedeutet.
Krypto-ETFs verzeichnen Milliardenabflüsse – Bitcoin fiel kurz unter 80.000 Dollar
In der Woche vom 18. bis 22. Mai zogen Anleger netto 1,26 Milliarden Dollar aus Bitcoin-ETFs ab, angeführt von BlackRocks iShares Bitcoin Trust mit Abflüssen von über einer Milliarde Dollar – Bitcoin fiel dabei kurz in Richtung 75.000 Dollar. Als Hauptgründe gelten steigende Anleiherenditen und geopolitische Unsicherheit rund um die Iran-Verhandlungen. Parallel dazu flossen Gelder in alternative Krypto-Produkte wie Solana- und XRP-ETFs, während BlackRock-CEO Larry Fink öffentlich für eine schnelle SEC-Zulassung tokenisierter Wertpapiere warb.
SpaceX absolviert erfolgreichen Starship-Testflug kurz vor Börsengang
SpaceX hat wenige Wochen vor dem geplanten Börsengang am 12. Juni einen Testflug der überarbeiteten Starship V3-Rakete durchgeführt, bei dem die Oberstufe planmäßig über dem Indischen Ozean kontrolliert verglühte. Trotz ausgefallener Triebwerke an beiden Stufen wertet SpaceX den einstündigen Flug als Erfolg, da es sich um ein komplett neues System mit neuer Startrampe handelte. Der Testflug kommt zur richtigen Zeit: Der geplante Börsengang soll bis zu 80 Milliarden Dollar einbringen und damit das größte IPO der Börsengeschichte werden.
Enthält Material von dpa-AFX
Häufig gestellte Fragen
Warum steigt der DAX am Pfingstmontag auf das höchste Niveau seit Kriegsbeginn?
Der DAX profitiert von der Hoffnung auf ein Friedensabkommen im Iran-Krieg sowie deutlich fallenden Ölpreisen. US-Präsident Trump bestätigte, dass ein Rahmenabkommen mit Teheran und die Wiedereröffnung der Straße von Hormus weitgehend ausgehandelt seien – dämpfte jedoch Erwartungen an einen schnellen Abschluss. Der Leitindex stieg in der Folge auf 25.180 Punkte und damit auf das höchste Niveau seit dem Tag vor Kriegsbeginn Ende Februar.
Was bedeutet der Abzug von Hedgefonds aus Software-Aktien hin zu Halbleitern für Anleger?
Laut einer Goldman-Sachs-Analyse haben Hedgefonds ihre Halbleiterbestände auf ein Rekordhoch ausgebaut, während Software-Positionen auf den tiefsten Stand seit 2019 gefallen sind. Im Fokus stehen vor allem KI-Infrastruktur-Zulieferer wie ASML, Lam Research und Applied Materials. Für Anleger signalisiert diese Verschiebung, wo institutionelle Investoren derzeit das größte Wachstumspotenzial im Tech-Sektor sehen.
Was steckt hinter den milliardenschweren Abflüssen aus Bitcoin-ETFs?
In der Woche vom 18. bis 22. Mai zogen Anleger netto 1,26 Milliarden Dollar aus Bitcoin-ETFs ab, allein BlackRocks iShares Bitcoin Trust verzeichnete Abflüsse von über einer Milliarde Dollar. Als Hauptgründe gelten steigende Anleiherenditen sowie geopolitische Unsicherheit rund um die Iran-Verhandlungen. Bitcoin fiel in der Folge kurzzeitig in Richtung 75.000 Dollar, während Anleger parallel in alternative Krypto-Produkte wie Solana- und XRP-ETFs umschichteten.