31 Prozent Umsatzanstieg, 8,5 Prozent Ergebnismarge – und das mit einem Produkt für den Einzelhandel? Diese SDAX-Aktie entwickelt schon seit Wochen ein ungewöhnliches Momentum.
Wenn ein eher kleiner SDAX-Wert von gleich acht Analysten beobachtet wird und diese acht auch noch alle zum Kaufen raten, dann muss etwas ran sein an der Börsenstory. Obwohl – oder gerade, weil – es um Kinderspielzeug geht.
Bei Tonies kommt hinzu, dass das Unternehmen erst seit dem 22. Dezember 2025 im SDAX geführt wird. Zuvor durchlebten die Düsseldorfer eine jahrelange Durststrecke, die den Aktienkurs von seinem Allzeithoch nach 13 Euro bis auf rund 3,50 Euro einbrechen ließ. Doch seit 2025 regt sich wieder etwas im Karton. Die Aktie hat sich binnen weniger Monate auf 11,50 Euro verdreifacht. Allein seit Vorlage der Eckdaten am vergangenen Donnerstag stieg der Kurs schon wieder um elf Prozent.
Gewinne nach dem Druckerpatronen-Prinzip
Denn das aktuelle Top-Produkt, die Toniebox, und ihr Nachfolger, die Toniebox2, erweisen sich als Kassenschlager. Offenbar haben die Düsseldorfer den Trend richtig eingeschätzt: Viele Eltern haben offenbar das Bedürfnis, dass sich ihre Kinder mit hochwertigen, modernen Spielzeugen beschäftigen– aber ohne Bildschirm. Die Tonieboxen spielen Kinderlieder und -geschichten ab, wenn man eine Tonie-Figur obendrauf setzt. Und genau ist der Clou: Die Kids fordern natürlich ständig Musik-Nachschub – und den gibt’s nur mit neuen Figuren. Daran verdient Tonies, ähnlich wie andere Branchen an Druckerpatronen oder Rasierklingen. Das Sortiment ergänzen diverse Aufbewahrungssysteme für die Figuren, vom Regal fürs Kinderzimmer bis zu Taschen mit diversen Fächern für unterwegs.
Eine Startbox kostet inklusive zwei Figuren, etwa der Eiskönigin und ihrer Schwester, rund 130 Euro. Die Figuren gibt es ab 16,99 (UVP). Und das rechnet sich: Im Geschäftsjahr 2025 erreichte die Tonies SE einen Umsatz von 630 Millionen Euro und damit das obere Ende der eigenen Prognosespanne. Das entspricht einem Wachstum von 31. Treiber war dabei, neben der angestammten DACH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz), die Region Nordamerika mit einem Umsatzbeitrag von 276 Millionen Euro. Mit 40 Prozent Wachstum trug sie auch erheblich das Gesamtwachstum, während der Umsatz in der DACH-Region „nur“ um 16 Prozent zulegte.
Die Analysten reagieren begeistert
Gerhard Orgonas von der Berenberg Bank hat die Aktien der Tonies SE auf seine Favoritenliste gesetzt. Trotz der Kursrally der vergangenen Monate hält er die Papiere noch für „moderat bewertet. Sein Kursziel von 14,50 Euro liegt 26 Prozent über dem aktuellen Niveau. Sein Kollege Christian Salis von Cantor Fitzgerald hält sogar 18 Euro für möglich.
Obwohl Tonies seine Prognos für 2026 erst am 14. April zusammen mit dem vollständigen Geschäftsbericht vorlegen wird, sind die Erwartungen enorm: Gemäß den Konsensschätzungen soll sich der (erwartete) bereinigte Gewinn von 24 Cent im abgelaufenen Jahr über 37 Cent in diesem bis 2028 auf 79 Cent mehr als verdreifachen. Trotz eines KGVs von 31 für das laufende Jahr, wäre dann für die Aktie tatsächlich noch sehr viel Luft nach oben.
Tonies hat den Turnarond erfolgreich geschafft. Noch mehr solche Kandidaten finden Sie im "Reversal-Index" von BÖRSE ONLINE.
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