Inflation so niedrig wie seit fast einen Jahr nicht mehr
· Börse Online Redaktion
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Im Dezember hatte er noch 1,7 Prozent betragen. Experten waren für Januar lediglich von einem minimalen Rückgang ausgegangen. Die Europäische Zentralbank (EZB) strebt für die Euro-Zone mittelfristig eine Teuerungsrate von knapp zwei Prozent an, die sie als Idealwert für die Konjunktur ansieht.
"Die gesunkenen Benzin- und Heizölpreise sorgen für niedrige Inflation, Tendenz fallend. Seit Oktober ist der Rohölpreis um fast ein Drittel gefallen", sagte KfW-Chefvolkswirt Jörg Zeuner. Aus dem langsameren Preisanstieg resultiere für die Verbraucher zunächst ein Kaufkraftgewinn. "Tanken ist in Deutschland erneut günstiger geworden. Vor allem die Fahrer von Benziner-Pkw haben Anlass zur Freude", so der ADAC. Mitte November hatten die Kraftstoffpreise demnach den höchsten Stand seit mehreren Jahren erreicht, bevor der Preis zu bröckeln begann.
Zuletzt hatte sich auch die Verbraucherstimmung in Deutschland überraschend aufgehellt, auch wenn die Bürger die Aussichten für die heimische Wirtschaft so negativ einschätzten wie seit zwei Jahren nicht mehr. Die Nürnberger Konsumforscher der GfK rechnen für 2019 mit einem Zuwachs der privaten Konsumausgaben von real 1,5 Prozent. Ökonom Carsten Brzeski von der Bank ING sieht die gestärkte Kaukraft der Deutschen als wichtigen Stabilisator, falls die Konjunktur ins Trudeln geraten sollte: "Der Verbraucher ist das beste Instrument im Kampf gegen eine Rezession, das die deutsche Wirtschaft hat."
Das Wiesbadener Statistikamt lieferte mit den vorläufigen Inflationsdaten noch keine Detailergebnisse zur Entwicklung der Preise - etwa bei Energie, Lebensmitteln und Dienstleistungen. "Der Verbraucherpreisindex wird in regelmäßigen Abständen einer Revision unterzogen und auf ein neues Basisjahr umgestellt", hieß es in Wiesbaden zur Begründung. Dabei wird laut einem Statistiker der "Warenkorb neu gepackt. Und zudem werden darin die Gewichte neu angepasst".
Volkswirt Marco Wagner von der Commerzbank gibt zu bedenken, dass die Inflationsdaten für Dezember und Januar wegen der Umstellung auf ein neues Basisjahr nur bedingt zu vergleichen seien: "Wir gehen davon aus, dass die Teuerungsrate im Endeffekt weniger gefallen ist."
rtr
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