Mehrere Insider greifen bei TUI zu. Kann das Vertrauen aus dem Management neue Fantasie für Anleger und den zuletzt schwankenden Aktienkurs bringen?

Insiderkäufe gelten an der Börse oft als starkes Signal, da Führungskräfte vermutlich am besten wisssn, wann sie ihr eigenes Kapital auf das Unternehmen setzen sollten, für das sie arbeiten. Genau das ist zuletzt bei der TUI-Aktie (ISIN: DE000TUAG505) passiert: Der Vorstandsvorsitzende sowie weitere Manager haben Aktien erworben.Anleger fragen sich nun, ob dies eine Trendwende beim Kurs einleiten könnte – oder ob doch weiterhin die Unsicherheiten überwiegen.

Insider und Ratingagenturen zeigen Vertrauen in TUI

Marktbeobachter werten die Käufe durch Mitglieder der Konzernführung als Zeichen für Vertrauen des Managements in eine positive Fortentwicklung des Reisekonzerns. Außerdem hat sich die Ratingagentur Moody's am 18. Februar 2026 positiv geäußert, indem sie den Ausblick für das Kreditrating von «stabil» auf «positiv» angehoben hat. TUI ist dort mit "Ba3" klassifiziert und steht derzeit drei Stufen unter dem Investment Grade. Eine Hochstufung wird nun aber wahrscheinlicher.

Starker operativer Start in Geschäftsjahr

Zumal der Reisekonzern im ersten Quartal 2025/26 operativ deutlich zugelegen konnte. Das bereinigte EBIT stieg auf 77,1 Millionen Euro nach 50,9 Millionen Euro im Vorjahr – damit war es das beste erste Quartal der Unternehmensgeschichte, auch wenn der Umsatz stagnierte. Traditionell fällt die Wintersaison für Reiseveranstalter schwach aus, daher ist der Gewinnsprung besonders erfreulich zu bewerten. Treiber waren vor allem Hotelbuchungen und Kreuzfahrten, die die saisonale Schwäche im Veranstalter- und Flugsegment ausglichen.

Ausserdem ist für TUI-Aktionäre erfreulich, dass der Reisekonzern für das Geschäftsjahr 2025 erstmals seit dem Pandemiebeginn, also seit 2020, wieder eine Dividende ausschütten will. Diese ist zwar mit 10 Cent überschaubar, aber die psychologische Signalwirkung ist nicht zu unterschätzen. Die Botschaft von TUI lautet klar: Wir sind für die Zukunft optimistisch!

Das sagen die Analysten zum Reisekonzern

Bereits vor Veröffentlichung der Zahlen waren die meisten Analysten positiv für die Aktie gestimmt. JPMorgan bestätigte Anfang Februar ein „Overweight“-Rating mit einem Kursziel von 13,50 Euro. Die Deutsche Bank blieb bei ihrer „Buy“-Empfehlung mit rund 12 Euro als Zielkurs.

Seit der Bekanntgabe der Geschäftszahlen am 10.2.2026 hat die UBS ihr Kursziel für die TUI-Aktie auf neu 9,60 Euro angehoben (Rating: «Neutral»), Barclays blieb bei seiner «Overweight»-Einstufung, Kursziel: 12 Euro.

Warum steigt die TUI-Aktie (noch) nicht?

Die Antwort hierauf findet sich höchst wahrscheinlich in der charttechnischen Lage der Aktie:
Die TUI-Aktie bewegt sich seit Mitte 2023 in einem aufsteigenden Trendkanal. Allerdings rangiert sie derzeit im oberen Bereich des Kanals, daher ist die durch die Geschäftszahlen ausgelöste Abverkaufswelle an sich nicht beunruhigend. Interessierte Anleger achten beim Kauf des Titels auf ein gutes Timing: möglichst am unteren Rand des Kanals nach neuerlichem Einsetzen der Aufwärtsbewegung. Weiter Details dazu finden Sie in unserem Artikel vom 10.2.2026 «TUI-Aktie mit Gewinnsprung, doch Anleger sind enttäuscht - so geht es jetzt weiter».

Fazit:

Insgesamt ergibt sich ein stimmiges, positives Bild für TUI-Aktionäre. Aktionäre und potentielle TUI-Aktien-Käufer sollten allerdings nicht ausser Acht lassen, dass der Reisekonzern in einem Marktumfeld tätig ist, das stark auf geopolitische Unsicherheiten und Wechselkursschwanken reagiert. Daher ist selbstredend auch die TUI-Aktie nicht vor den üblichen Launen des Aktienmarkts gefeit.

Anleger, die nicht auf Einzelaktien setzen wollen, werden vermutlich mit dem «Aktien für die Ewigkeit Index» glücklicher.

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