Die Aktie dieses MDAX-Konzerns liegt am Boden. Eine deutlich zweistellige Free-Cashflow-Rendite lädt zum Einstieg ein.

Auch wenn die Ausrichtung an der Börse eigentlich nach vorn gehen sollte hilft, gerade wenn es um Bewertungsfragen geht, auch mal der Blick in den Rückspiegel. Das ist meiner Ansicht nach vor allem bei Hellofresh hilfreich. 

Hellofresh an der Börse unter Druck

Das Unternehmen stellt Kochboxen zusammen und liefert diese an seine Kunden. In dem Geschäft ist Hellofresh Weltmarktführer, größter Markt sind die USA. Neben den Kochboxen wird der Kundenkontakt auch zur Vermarktung zusätzlicher Produkte, genutzt, um den Wert pro Auslieferung zu steigern. 

Zuletzt wurde das Geschäft mit Fertiggerichten aufgebaut. Einen Wachstumsschub erhielt Hellofresh durch die Pandemie. Weil die Konsumenten in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt waren, standen Kochboxen hoch im Kurs. Das seit 2017 notierte Unternehmen konnte von 2020 bis 2022 die Zahl der Kunden und die Erlöse erheblich steigern. Im Windschatten stieg auch die Aktie Richtung 100 Euro, war für ein Jahr sogar im DAX vertreten. 

Nachdem das Wachstum am Ende der Pandemie abflachte, verlor die Aktie enorm, notiert tiefer als vor der Pandemie. Gleichzeitig konnte aber ein großer Teil des gewonnenen Umsatzes gehalten werden. So gesehen gehe ich davon aus, dass der Ausverkauf stark übertrieben ist. 

Klare Chance für einen Verdoppler

2019, also vor der Pandemie, war das Unternehmen drei Milliarden Euro wert, der Umsatz lag bei 1,8 Milliarden, das Betriebsergebnis bei 14 Millionen Euro. Heute werden, glaubt man Prognosen, rund 6,6 Milliarden umgesetzt, das Betriebsergebnis soll mehr als 450 Millionen Euro betragen. Der Börsenwert hingegen liegt bei weniger als 900 Millionen Euro. 

Selbst mathematisch weniger Begabte sehen das Missverhältnis: Umsatz mal vier, Gewinn mal 30 und der Kurs nur ein Drittel im Vergleich zum 31. Dezember 2019, scheint mir auf jeden Fall nicht stimmig zu sein. Es ist wahr, dass das Unternehmen im Moment nicht wächst, sondern das Geschäft so umbaut, dass das Angebot verbessert, aber auch die Effizienz erhöht wird. Trotz rückläufiger Erträge bleibt pro umgesetztem Euro ein höherer Anteil als Deckungsbeitrag. 

Einige Angebots- und Kundendaten deuten darauf hin, dass die Hauptstädter im dritten Quartal den operativen Tiefpunkt durchschritten haben. Zeigen sich nun im vierten Quartal kleine Verbesserungen bei den Erlösen, kann das schon die Trendwende bei der Aktie bringen. Selbst unter konservativen Annahmen müsste der Kurs doppelt so hoch notieren.

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