Die Lufthansa-Aktie kommt nicht zur Ruhe: Trotz gesunkener Ölpreise setzt sich die jüngste Korrektur fort. Eine aktuelle Herabstufung von Barclays zeigt, warum Anleger derzeit besonders genau hinschauen sollten. 

Die Aktie der Lufthansa steht unter Druck. Zwar hatte das Papier noch am 7. Januar ein 52-Wochen-Hoch markiert. Doch die Analysten von Barclays haben erneut Zweifel angemeldet, ob der „Kranich“ kurzfristig wieder in höhere Regionen abheben kann. Besonders deutlich wurde dies durch die heutige Herabstufung, die viele der strukturellen Probleme der Airline und der gesamten Branche auf den Punkt bringt.

Warum Barclays die Lufthansa auf „Underweight“ setzt

Die britische Investmentbank Barclays hat ihre Sicht auf die Lufthansa-Aktie im Januar 2026 mehrfach neu justiert. In einer am 9. Januar 2026 vorgelegten Studie bestätigte Barclays zunächst die Einstufung mit „Equal Weight“ und beließ das Kursziel bei 7,70 Euro, wobei der Fokus auf den mittelfristigen Rentabilitätszielen, der Flottenerneuerung, Umstrukturierungen im Hauptnetz und dem starken Frachtgeschäft lag. Am heutigen Mittwoch änderte Barclays die Tonlage aber nochmals und bewertete den Titel in einer Folgestudie mit „Underweight“ (neues Kursziel: 7,80 Euro); ein Zeichen dafür, dass man das relative Kurs- und Gewinnpotenzial im Vergleich zum Gesamtmarkt – insbesondere gegenüber Billigfliegern – nun als schwächer einschätzt. Außerdem sei der Optimismus bei den Netzwerk-Airlines zu groß geworden. Hinzu kämen bei der Lufthansa die Risiken des Nordamerika-Geschäfts.

Broker-Vergleich Januar 2026: Hier können Aktien besonders günstig gehandelt werden

Deutsche Lufthansa (WKN: 823212)

Analystenkonsens, Ölpreis und die Distanz zum Rekordhoch

Der Blick auf den breiten Analystenkonsens fällt weniger pessimistisch aus, zeigt aber ebenfalls ein verhaltenes Bild. Die Mehrheit der Experten stuft die Lufthansa-Aktie aktuell mit „Halten“ oder „Neutral“ ein. Zwar werden Fortschritte bei der operativen Stabilisierung anerkannt, gleichzeitig sehen mehrere Beobachter zu viele Unsicherheiten, um klar zum Kauf zu raten. Entsprechend liegen die durchschnittlichen Kursziele nur leicht über oder sogar nahe dem aktuellen Kurs von 8,40 Euro.

Auffällig ist dabei, dass die Aktie trotz des stark gefallenen Ölpreises im Jahr 2025 immer noch weit von ihrem früheren Rekordhoch entfernt ist. Dies liegt daran, dass niedrige Energiepreise allein nicht ausreichen, um die Ertragsprobleme zu lösen. Zum einen wirken Treibstoff-Hedging-Effekte zeitverzögert, zum anderen werden Einsparungen durch andere Kostenblöcke aufgezehrt: steigende Löhne, höhere Gebühren, Wartungskosten sowie Investitionen in nachhaltige Kraftstoffe belasten die Margen. Zudem signalisiert ein fallender Ölpreis oft auch ein schwächeres globales Wirtschaftsumfeld – was wiederum die Ticketnachfrage und die Preise drücken kann.

Die Luftfahrtbranche kämpft generell mit Flugzeug- und Triebwerksengpässen, Lieferverzögerungen sowie strukturellen Kapazitätsproblemen an Flughäfen und im Luftraum. Für Lufthansa kommen spezifische Herausforderungen hinzu: eine komplexe Konzernstruktur mit mehreren Marken und Drehkreuzen, wiederkehrende Arbeitskonflikte und eine im Vergleich zu manchen Wettbewerbern noch immer niedrigere Profitabilität.

Fazit: Für Anleger wird entscheidend sein, ob es dem Konzern gelingt, die Margen nachhaltig zu steigern, die Kostenbasis zu stabilisieren und gleichzeitig die Erlösseite zu verteidigen. Eine Fortsetzung der Rally aus 2025 oder gar eine Outperformance scheint in der aktuellen Marktlage eher nicht anzustehen.


Lesen Sie auch:

Allianz, BASF oder Siemens: Mindestens eine Aktie darf 2026 nicht im Portfolio fehlen

Oder:

Loser-DAX-Aktie zieht plötzlich an: Trendwende in Sicht