Zum Handelsstart am Freitagmorgen war im MDAX einiges los. Die Aktie dieses Chemiekonzerns brach um mehr als sechs Prozent ein. Anleger müssen jetzt genau aufpassen.
Der MDAX-Konzern Lanxess hat vor einigen Tagen seine Quartalszahlen präsentiert. Infolgedessen haben sowohl J.P. Morgan als auch Goldman Sachs ihre Erwartungen angepasst. Allerdings gab es einen weiteren Grund, warum die Aktie am Freitagmorgen einen deutlichen Einbruch hinnehmen musste.
Lanxess: Negativer Kursstart am Freitagmorgen
Lanxess leidet stark unter den geopolitischen Verwerfungen im nahen Osten. Der Iran-Krieg hält weiter an. So weist auch der Chemiekonzern ein negatives Quartalsergebnis aus und verfehlte die Erwartungen. Der Stoxx Europe 600 Chemicals befindet sich seit Mitte April leicht auf dem Rückzug, nachdem der Index im Februar eine Rallye hinlegte. Lanxess erhielt ebenfalls Rückenwind durch diese Entwicklung. Mit einem EBITDA von 93 Millionen Euro nach 133 Millionen Euro im Vorjahr konnte Lanxess auch die Analysten nicht überzeugen.
Sowohl Chetan Udeshi von J.P. Morgan als auch Georgina Fraser der US-Großbank Goldman Sachs passten ihre Empfehlungen an. Udeshi dämpfte die Hoffnungen für Anleger, da ein schwaches zweites Halbjahr und 2027 die strukturellen Probleme der Branche wieder in den Fokus rücken sollen. Hier sieht der Analyst vor allem die starke asiatische Konkurrenz und die Überkapazitäten als Kursdämpfer an. Beide Analysten sehen jedoch auch den Iran-Krieg und die daraus resultierende Ungewissheit negativ. Das Kursziel von J.P. Morgan liegt bei 18 Euro und "Neutral" (statt "Overweight" bewertet. Fraser hingegen senkt das Ziel auf 13 Euro und empfiehlt einen Verkauf des Papiers. Die Expertin sieht auch Bilanzrisiken, die einen zusätzlichen Grund für die Änderung der vorigen "Neutral"-Empfehlung darstellen.
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Analysten-Entscheidung nicht ausschlaggebend
Trotz der negativeren Bewertungen sind nicht alleine die Analysten für den plötzlichen Einbruch an der Börse Schuld. Lanxess hat auf der Hauptversammlung, die am 21. Mai stattfand, eine Dividendenausschüttung in Höhe von 0,10 Euro pro Aktie beschlossen. Der Ex-Dividende-Handel drückte den Kurs optisch nach unten, was sich im Laufe des Vormittags jedoch etwas regenerierte. Die Aktie startete am Freitagmorgen bei einem Wert von 17,41 Euro je Schein, verlor aufgrund der Ausschüttung jedoch über sechs Prozent in wenigen Minuten. Seitdem konnte sich der Kurs etwas regenerieren und notiert aktuell bei 16,77 Euro - 3,68 Prozent unter dem Schlusskurs am Donnerstagabend.
Die Analystenempfehlungen lassen aufhorchen und Anleger sollten die Branche jetzt genau im Auge behalten. Der Krieg im Iran könnte die nächsten Quartalszahlen von Lanxess stark belasten. Dennoch gibt die Erhöhung der Dividendenausschüttung um 11,11 Prozent im Vergleich zum Vorjahr Hoffnung. Dennoch: Auch im direkten Vergleich zu anderen Branchenriesen, zeigt sich Lanxess deutlich mitgenommener von der geopolitischen Situation als andere.
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Häufig gestellte Fragen
Warum ist die Lanxess-Aktie am Freitag so stark gefallen?
Weil sowohl Analysten ihre Einschätzungen verschlechterten als auch der Ex-Dividende-Abschlag den Kurs zusätzlich belastete.
Ist der Kursrückgang ein Grund zur Panik?
Nein, denn ein Teil des Rückgangs ist technisch bedingt und hängt mit der Dividendenausschüttung zusammen.
Wie bewerten die Analysten Lanxess aktuell?
J.P. Morgan stufte die Aktie auf „Neutral“ ab, Goldman Sachs empfiehlt sogar den Verkauf.
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