Mercedes-Benz könnte in die Verteidigungsindustrie einsteigen. Zumindest dann, wenn es nach CEO Ola Källenius geht. Entsteht hier nach Renk, Hensoldt und KNDS ein weiterer Konkurrent für Rheinmetall? 

Mit den wachsenden geopolitischen Spannungen und der erhöhten Nachfrage im europäischen Rüstungsmarkt hat Mercedes-Chef Källenius einen möglichen Einstieg in die Verteidigungsindustrie angedeutet. Dennoch stehe die Wirtschaftlichkeit von Mercedes Benz im Vordergrund, so der CEO des Autobauers. 

Einmal liegen lassen und nie mehr verkaufen

Ein Börsenansatz, der sicherlich für viele Anleger ein Wunsch ist. Doch dieser Ansatz funktioniert nur mit wenigen Papieren. Ganze 30 davon hat BÖRSE ONLINE im "Aktien für die Ewigkeit"-Index zusammengefasst.

Mercedes vor dem Branchenwechsel?

In den vergangenen Wochen konnte die Ford-Aktie ein Plus verzeichnen. Grund dafür waren unter anderem Gespräche mit der US-Regierung bezüglich eines Einstiegs verschiedener Branchenriesen in den Verteidigungssektor. Ein ähnlicher Trend zeichnet sich zunehmend in Europa ab. Die Folge: Mercedes ist ebenfalls an einem Einstieg in dieses Segment interessiert und sieht hier ein deutliches Marktpotenzial. Vor allem die industrielle Stärke des Konzerns sieht Källenius als Vorteil an. Im Interview mit dem Wall Street Journal führt er auch die Erfahrungen in der Massenproduktion von Präzisionstechnologie als wichtigen Faktor an. Laut der Einschätzung des Mercedes-CEO könnte es hier in Zukunft zu einer höheren Nachfrage im Verteidigungssegment kommen.

Dennoch kommt es hier nicht zu einer wirklichen Neuausrichtung des Unternehmens. Der Einstieg in die Rüstungsindustrie könnte eine zusätzliche Ertragsmöglichkeit darstellen, so der Mercedes-Chef. Das Hauptaugenmerk liegt laut Konzern allerdings weiterhin auf der Herstellung ziviler Fahrzeuge. Mercedes-Benz ist zudem kein Unbekannter im Rüstungssegment:  Mercedes liefert bereits seit Jahrzehnten Fahrzeuge und Plattformen in diesem Sektor. Auch der Autoriese ist vom aktuellen Militärtrend nicht gefeit und sieht in der sinkenden Fahrzeugnachfrage, den wachsenden Belastungen und den hohen Investitionen eine große Chance, mit der Verteidigungsindustrie den Gewinn und die Aktie zu beleben. 

Mercedes-Benz (WKN: 710000)

So reagiert die Aktie

Anfang des Jahres notierte die Mercedes-Aktie bei 62,34 Euro und erzielte damit ein 52-Wochen-Hoch. Seitdem sinkt der Kurs und es fehlt ein Impuls, um wieder Schwung in den Markt zu bringen. Dennoch besitzt das Wertpapier Potenzial. Erst in Heft 19/26 hat BÖRSE ONLINE eine Kaufempfehlung für die Aktie von Mercedes-Benz ausgesprochen. Vor allem die hohe Dividendenrendite (7,1 Prozent) ist für viele Anleger spannend. Während die Rheinmetall-Aktie sich nach einer verlustreichen Woche am Montagmorgen etwas stabilisierte, ist bei Mercedes-Benz nach wie vor Stillstand zu bemerken.

Der Einstieg in den Rüstungssektor und die damit einhergehende Gewinnsteigerung könnten den gewünschten Impuls bringen – fraglich nur, in welche Richtung dieser ausschlagen wird. 

BÖRSE ONLINE empfiehlt

Möchten Sie mehr zur Mercedes-Benz-Aktie erfahren, finden Sie die wichtigsten Informationen im Top-Thema der Woche in Heft 19/26 von BÖRSE ONLINE.

Weiterführende Links

Häufig gestellte Fragen

Warum könnte Mercedes-Benz in die Rüstungsindustrie einsteigen?

Mercedes-Benz sieht im Verteidigungssektor offenbar zusätzliche Ertragschancen, während gleichzeitig die Nachfrage im zivilen Autogeschäft unter Druck steht.

Ist Mercedes-Benz bereits im Rüstungsbereich aktiv?

Ja, Mercedes liefert seit Jahrzehnten Fahrzeuge und Plattformen für diesen Bereich und ist damit kein kompletter Neueinsteiger.

Was könnte ein Einstieg in den Verteidigungssektor für die Aktie bedeuten?

Ein solcher Schritt könnte der Mercedes-Benz-Aktie neuen Rückenwind geben, auch wenn die genaue Kursreaktion offen bleibt.

Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Mercedes-Benz.

Hinweis auf Interessenkonflikte:
Der Preis der Finanzinstrumente wird von einem Index als Basiswert abgeleitet. Die Börsenmedien AG hat diesen Index entwickelt und hält die Rechte hieran. Mit dem Emittenten der dargestellten Wertpapiere hat die Börsenmedien AG eine Kooperationsvereinba-rung geschlossen, wonach sie dem Emittenten eine Lizenz zur Verwendung des Index erteilt. Die Börsenmedien AG erhält insoweit von dem Emittenten Vergütungen.