Neuer Kursrutsch bei der BioNTech-Aktie: Nach dem überraschenden Abgang der Gründer gibt es bei BioNTech schon wieder schlechte Nachrichten. Jetzt werden sogar Standorte geschlossen.

Als Mitte März bekannt wurde, dass die BioNTech-Gründer Ugur Sahin und Özlem Türeci spätestens bis Ende des Jahres aus dem Unternehmen ausscheiden werden, hatten Kritiker schon geunkt, dass bei dem Mainzer Biopharmaunternehmen ein größerer Umbau anstehen könnte. Seit heute ist klar: Es wird ein Kahlschlag.

Denn der Mainzer Impfstoffhersteller kündigte am Dienstag die Schließung gleich mehrerer Produktionsstandorte an. Das Unternehmen begründet die Einschnitte mit einer zu geringen Auslastung, Überkapazitäten und Kosteneinsparungen. Betroffen sind die Produktionsstandorte in Idar-Oberstein, Marburg und Singapur sowie Standorte des Ende 2025 übernommenen Konkurrenten Curevac. Insgesamt könnten von den Schließungen bis zu 1.860 Stellen betroffen sein, kündigte das Management des Biopharma-Unternehmens am Dienstag an.

Die Aktie von BioNTech brach nach der Meldung an den deutschen Börsen um fünf Prozent ein auf 80,65 Euro. Damit wurde der gesamte Kursgewinn aus dem April wieder zunichte gemacht.

BioNTech (WKN: A2PSR2)

Einsparungen von bis zu 500 Millionen Euro

Die Standorte in Idar-Oberstein, Marburg und Tübingen sollen demnach bis Ende 2027 geschlossen werden; in Singapur wird der Betrieb voraussichtlich schon im ersten Quartal 2027 eingestellt. Geplant ist ein partieller oder vollständiger Verkauf.

Die Umsetzung der Maßnahmen soll BioNTech ab dem Jahr 2029 wiederkehrende jährliche Einsparungen von bis zu rund 500 Millionen Euro einbringen. Diese Mittel sollen für die Forschung, Entwicklung und Markteinführung von Medikamenten gegen Krebs eingesetzt werden.

Weniger Umsatz mit Covid-19-Impfstoffen

Gleichzeit gab das an der Nasdaq notierte Unternehmen am Mittag Zahlen bekannt. Im ersten Quartal ging der Umsatz gegenüber dem Vorjahr von zuvor 182,8 auf nur noch 118,1 Millionen Euro zurück. Der Rückgang sei vor allem auf niedrigere Umsätze mit den Covid-19-Impfstoffen zurückzuführen, hieß es.

Der Nettoverlust stieg infolge des Umsatzrückgangs auf ein Minus von 531,9 Millionen Euro an. Im ersten Quartal des Vorjahres hatte der Verlust noch 415,8 Millionen Euro betragen. Grund seien höhere Kosten für die Entwicklung von Programmen für die Immunonkologie, teilten die Mainzer mit.

Hohe Entwicklungskosten

Angesichts der hohen Entwicklungskosten hatte BioNTech bereits das Vorjahr mit einem Milliardenverlust abgeschlossen. Für dieses Jahr rechnet das Biopharmaunternehmen in Europa und Nordamerika erneut mit geringeren Umsätzen aus dem Geschäft mit Covid-19-Impfstoffen. Für die Impfsaison 2026/27 wird die Entwicklung eines an Varianten angepassten Covid-19-Impfstoffs vorbereitet.

Für 2026 erwartet das Unternehmen nun nur noch Erlöse zwischen 2,0 und 2,3 Milliarden Euro.

Onkologie im Fokus

BioNTech hatte in der Corona-Pandemie Milliarden mit seinem Corona-Impfstoff verdient. Mittlerweile nutzt das Unternehmen sein Cashpolster aus der Corona-Zeit, um auf mRNA-Basis Medikamente gegen Krebs und andere Krankheiten zu entwickeln. Jüngst wurde das Biotechnologieunternehmen Curevac mit Sitz in Tübingen übernommen. Bis 2030 wollen die Mainzer mehrere Zulassungsanträge für Onkologie-Kandidaten gestellt haben.

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Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: BioNTech.