RWE-Aktie und Innogy nach Abstufung unter Druck
· Börse Online Redaktion
Die beiden Experten stuften die RWE-Aktien von "Buy" auf "Hold" ab, hoben das Kursziel aber von 14,00 auf 21,20 Euro an. Die Aktie war zuletzt gut gelaufen, angetrieben von Spekulationen um einen möglichen Verkauf der Ökostromtochter Innogy sowie die Rückzahlung ungerechtfertigter Steuern auf Kernbrennstoffe. Die Papiere fielen am Vormittag als Dax-Schlusslicht um rund 1 Prozent auf 20,78 Euro. Auch Innogy notiere mittlerweile nahe am fairen Wert, hieß es weiter. Sie stuften die Aktie ebenfalls auf "Hold", schraubten das Kursziel aber von 37,00 auf 38,50 Euro hoch. Die Aktie gab daraufhin um 1,54 Prozent auf 36,705 Euro nach.
Die Analysten rechnen für RWE nicht mit einer signifikanten Erholung der Strompreise. In Deutschland herrschten zudem Überkapazitäten. Für die Einführung eines Kapazitätsmarktes in Deutschland gebe es zudem keinen unmittelbaren Druck. Eine entsprechende Entscheidung der Politik könnte sich weiter hinziehen.
Beim sogenannten Kapazitätsmarkt erhalten konventionelle Strombetreiber für die bereitgestellte Leistung Geld, egal, ob ein Kraftwerk zeitweise weniger oder keinen Strom erzeugt. Konventionelle Erzeuger wie RWE oder Uniper haben sich für die Einführung ausgesprochen, müssen sie doch die Versorgung sichern und Kraftwerke als Reserve bereithalten, wenn einmal nicht genügend Strom aus Erneuerbaren Energien fließt. Bislang bekommen sie nur den tatsächlich bereitgestellten Strom vergütet.
Bei Innogy sei zudem ein solides, stetiges Wachstum mittlerweile in den Kurs eingepreist. Bei den Erneuerbaren Energien, insbesondere dem Offshore-Windmarkt, steige der Wettbewerbsdruck. Was die Spekulationen um einen Verkauf angeht, bleiben die Analysten skeptisch. Zwar sei eine Veräußerung von Anteilen für RWE eine Option. Doch glauben sie, dass RWE Probleme bekommen würde, die stetig fließenden Dividenden durch andere Geldquellen zu ersetzen. Als interessante Geschäftsmöglichkeit sehen die Berenberg-Analysten den Markt für Smart Home, das heißt, die Vernetzung im Haushalt.
Mit der Empfehlung "Hold" sieht Berenberg ein begrenztes Aufwärts- oder Abwärtspotenzial ohne einen unmittelbaren Kurstreiber für die Aktie.
dpa-AFX
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