Salesforce litt wie SAP zuletzt stark unter der aufkommenden Konkurenz durch KI-Agenten. Nun nimmt der CRM-Spezialist MiIlliarden Dollar in die Hand, um Newcomern wie Claude und etwas entgegenzusetzen. Bringt dieser Schazug den ersehnten Rückenwind für die Aktie?

Der Aufstieg von KI-Agenten bringt vielen etablierte Softwarekonzerne in Bedrängnis. Um keine Kunden an die Newcomer vom Schlage Claude und ChatGPt zu verlieren, sind sie gezwungen, neue Strategien zu entwickeln. Das gilt auch für Salesforce. Das US-Softwareunternehmen hat jetzt die Übernahme der KI-Plattform Fin, ehemals Intercom, bekanntgegeben. Dafür legt der SAP-Konkurrent 3,8 Milliarden US-Dollar auf den Tisch.

Salesforce kauft Fin: Strategische Übernahme soll Druck verringern

Mit der Übernahme verstärken Salesforce seine eigenen Aktivitäten im Bereich der KI-Agenten. Fin ist solche Lösungen spezialisiert. Das Unternehmen bietet KI-Agenten zur Bearbeitung von Kundenanfragen über verschiedene Kommunikationswege. Dazu zählen Telefon, E-Mail, WhatsApp oder Slack. Salesforce tritt mit dem Anspruch auf, Unternehmen im gesamten Prozess der Kundenansprache (CRM) eine ganzheitliche und vor allem kostengünstige Lösung zu bieten. Der Abschluss der Transaktion soll im vierten Quartal des Salesforce-Geschäftsjahres 2027 stattfinden.

Marc Benioff, CEO von Salesforce, postete auf X: "Willkommen @fin_ai in der Ohana (Anm. d. Red.: Hawaiianisch für Familie) ! Inspiriert von unseren Kunden Anthropic, Whoop, Lattice und vielen anderen, bringen wir das Beste aus beiden Welten zusammen, um das agentische Unternehmen zu schaffen! Ich freue mich riesig darauf, mit meinem guten Freund @eoghan zusammenzuarbeiten". Derzeit erhöhen KI-Agenten zunehmend den Druck auf Softwareunternehmen wie Salesforce. 

Die Frage, ob künstliche Intelligenz Teile der bisherigen Softwarelandschaft ersetzen könnten, treibt viele Kunden um. Das zeigt sich auch bei den Kursen solcher Konzerne. So hat der Aktienkurs allein 2026 bereits mehr als 30 Prozent eingebüßt. Dass Benioff in seinem Post ausdrücklich Anthropic, Whoop oder Lattice nennt, ist daher auch kein Zufall, sondern ein gezielter Hinweis auf die Richtung, in die der CEO gehen möchte.

Die Übernahmesumme von 3,8 Milliarden US-Dollar ist hoch, aber für Salesforce nicht ungewöhnlich. Erst 2021 übernahm das Unternehmen mit Slack eine der weltweit größten Kommunikationsplattformen für Unternehmen. Entscheidend wird sein, ob der Zukauf von Fin die Umsätze, Margen und Kundenbindung erhöht. Gelingt dies, positioniert sich der US-Konzern selbstbewusst in einem neu enstehenden Markt, der immer mehr droht, die klassischn Lösungsansätze der Softwraekonzerne zu verschlingen. Auch SAP bekommt diese Entwicklung derzeit zu spüren.

Wer statt in Software- und Cloud-Klassiker lieber direkt in die Stars der KI-Branche investieren möchte, sollte einen Blick in den "Künstliche Intelligenz"-Index von BÖRSE ONLINE werfen.

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SAP (WKN: 716460)

Salesforce-Aktie legt zum Handelsstart zu

In den Bereichen Unternehmenssoftware, Cloud und KI-Funktionen konkurrieren Salesforce und SAP um ähnliche Budgets. Dennoch ist die deutsche Konkurrenz breiter aufgestellt und leidet noch nicht ganz so stark unter den Auswirkungen des KI-Vormarschs. Zwar büßte auch die SAP-Aktie in den vergangenen sechs Monaten rund 30 Prozent ein. Doch zuletzt konnten sich die Papiere fangen und notieren aktuell (Stand: 16.06.2026, 15:48 Uhr) bei 143,78 Euro und mit einem Plus von 1,18 Prozent. Zum Handelsstart an der Wall Street liegen die Salesforce-Aktien mit 1,03 Prozent im Plus.

Softwareunternehmen haben es aktuell schwer. Das gilt auch für den SAP-Rivalen ServiceNow. Dessen Aktie notierte Ende Mai nach einer Kurserholungsphase immerhin wieder nahe an der 125-Dollar-Grenze. Keine drei Wochen später droht jedoch schon wieder ein Durchbruch der Unterstützungslinie bei 100-US-Dollar. Aber auch die ServiceNow-Aktie steigt am Dienstag. . Schaffen es die Softwarekonzerne ihre Lücken mit Milliardenzukäufen zu schließen, könnten sie weiterhin im Wettbewerb mit KI bestehen, glauben Experten. Allerdings erfordert dies auch ein deutlich dynamischeres Vorgehen als es viele etablierte Unternehmen aktuell zeigen.

Trotz der fallenden Kurse ist Salesforce weiterhin eine laufende Empfehlung von BÖRSE ONLINE. In Heft 23/26 wurde ihr sogar das Thema der Woche gewidmet. Interessiert Sie, warum die Aktie trotz der Kursentwicklung noch immer einen Kauf wert ist, sollten Sie das direkt hier im E-Paper zum Heft nachlesen.

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Weiterführende Links

Was bedeutet der Zukauf von Fin für Salesforce?

Der Kauf von Fin stärkt Salesforce im Bereich KI-Agenten und soll die Automatisierung im Kundenservice vorantreiben. Gleichzeitig positioniert sich das Unternehmen stärker gegen den wachsenden Druck durch KI-basierte Lösungen.

Warum steht Salesforce durch KI unter Druck?

Viele Kunden prüfen derzeit, ob sich klassische Softwarefunktionen durch KI-Agenten ersetzen oder günstiger abbilden lassen. Das setzt etablierte Anbieter wie Salesforce unter Zugzwang, ihre Produkte schneller weiterzuentwickeln.

Ist SAP ebenfalls von diesem Trend betroffen?

Ja, auch SAP konkurriert in Teilen mit Salesforce um Budgets für Unternehmenssoftware, Cloud und KI-Funktionen. Allerdings ist SAP breiter aufgestellt und erscheint daher bislang etwas robuster gegenüber den direkten Folgen des KI-Vormarschs.

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