Salzgitter springt am Mittwoch zeitweise um fast 20 Prozent nach oben. Hinter der Rally steckt mehr als nur Erleichterung nach dem Iran-Schock.

Die Salzgitter-Aktie zählt am Mittwoch zu den stärksten Werten im MDAX. Trotzdem notiert der Titel noch immer klar unter den rund 58 Euro von vor dem Irankrieg. Die Aufholjagd hat also erst einen Teil des Weges geschafft. 

Waffenruhe setzte den Impuls für Extrem-Sprung

Der erste Treiber kommt vom Markt. Die vereinbarte Waffenruhe im Iran-Konflikt entspannt die Lage an den Rohstoffmärkten, zugleich fallen die Ölpreise kräftig. Das hilft konjunktursensiblen Werten wie Salzgitter. Hohe Energiepreise und neue Zweifel an der Industriekonjunktur hatten Stahlwerte zuvor stark belastet. Nun greifen Anleger bei den Verlierern der vergangenen Wochen wieder zu. 

Doch: Seit Ende März arbeitet eine zweite Story für die Salzgitter-Aktie

Aber Salzgitter profitiert nicht nur von der allgemeinen Erleichterung. Seit dem 23. März läuft eine zweite Geschichte: der Vorstoß in die Rüstungsbranche. Konzernchef Gunnar Groebler bezeichnete Defence bei der Bilanzvorlage für 2025 als margenstarkes Wachstumsfeld. Vom Volumen bleibe das zwar ein Nischenmarkt, er sei aber sehr attraktiv. Erste Erfolge erwartet der Vorstand schon im zweiten Halbjahr 2026. Binnen drei Jahren soll der Anteil des Verteidigungsgeschäfts am Konzernumsatz auf einen Wert im einstelligen Prozentbereich steigen. 
Dazu kommen konkrete Fortschritte. Salzgitter erreichte im vergangenen Jahr fast alle Freigaben der Bundeswehr und kaufte mit Thyrolf & Uhle aus Dessau einen Spezialanbieter für Sicherheitsstahl. Genau diese Punkte nähren die Fantasie, dass sich der Konzern ein neues, margenträchtigeres Standbein aufbaut. 

P28, HKM und bessere Zahlen stützen ebenfalls

Auch die Bilanz stützt die Story. Der Außenumsatz sank 2025 von 10,0 auf 9,0 Milliarden Euro. Das Ergebnis vor Steuern verbesserte sich aber deutlich auf minus 28 Millionen Euro nach minus 296 Millionen Euro im Vorjahr. Unter dem Strich schrumpfte der Fehlbetrag auf 69,8 Millionen Euro nach 347,9 Millionen Euro. Der Geschäftsbereich Technologie erzielte ein Rekordergebnis, die Beteiligung an Aurubis half erneut. Für die Zukunft plant Salzgitter wieder mit Gewinnen.

Zusätzlichen Rückenwind liefern P28, also das Effizienzsteigerungsprogramm von Salzgitter, und die geplante HKM-Übernahme, also die Übernahme der Hüttenwerke Krupp Mannesmann.

P28 brachte 2025 bereits 129 Millionen Euro Kostensenkungseffekt. Bis 2028 will Salzgitter den Ergebnisbeitrag von 500 auf 575 Millionen Euro steigern. 

Für Salzgitter ist HKM wichtig, weil das Werk Vorprodukte für die Weiterverarbeitung liefert und sich in den Umbau hin zu CO2-ärmerer Stahlerzeugung einfügen soll. Ausserdem soll es nach dem Umbau auch Produkte ersetzen, die Europa bislang aus Russland bezog hat.

Fazit

Die Salzgitter-Story ist auf jeden Fall interessant. Risikobewusste Anleger können sich einige Salzgitter-Aktien (ISIN: DE0006202005) in ihr Depot legen.

Anleger, die nicht auf Einzelaktien setzen wollen, werden vermutlich mit dem «Aktien für die Ewigkeit Index» glücklicher.

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Häufige Fragen zu Salzgitter:

Wirft die Salzgitter-Aktie regelmässig Dividenden ab?
Salzgitter gehört nicht zu den klassischen Dividendentiteln; es gab zwar in den letzten Jahren immer mal wieder Dividendenzahlungen, aber diese waren mit rund 1,3 bis 3,5 Prozent sehr überschaubar. In den Jahren 2019 und 2020 gab es zudem eine Nullrunde.

Emphehlen die Analysten diesen Titel zum Kauf?
Ja, das aktuelle Konsensvotum lautet "Kaufen."

Wie hoch ist das Konsenskursziel der Analysten für die Salzgitter-Aktie für die kommenden 12 Monate?
Das Konsenskursziel beträgt derzeit nur 47,06 Euro, aber dieser Wert ist mit Vorsicht zu geniessen: Darin enthalten sind auch etliche Analystenschätzungen, die vor Bekanntgabe des Einstiegs in die Rüstungsbranche und vor Veröffentlichung der jüngsten Geschäftszahlen am 23.3.2026 publiziert worden sind. Und immerhin kamen (schon damals) fünf der elf Analysten zum Ergebnis "starker Kauf".

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