Siemens hat mit seinen Zahlen für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2026/2027 die Erwartungen der Märkte übertroffen und die Gewinnprognose angehoben. Die Aktie sprang daraufhin auf ein neues Rekordhoch. Geht die Rally weiter?

Das DAX-Schwergewicht Siemens profitiert zunehmend von der starken Nachfrage nach Industrie-Software, Automatisierungslösungen und Infrastruktur für Rechenzentren – ein Mix, der dem Unternehmen neue Wachstumsimpulse verleiht und die Chance auf weiter steigende Kurse erhöht. Am Donnrstag stieg die Aktie nach Vorlage der Zahlen zum 1. Quartal auf ein neues Rekordhoch bei 274 Euro.  

Gewinnplus im zweistelligen Prozentbereich

Im abgelaufenen Quartal stieg der Gewinn im industriellen Geschäft um 15,6 Prozent auf 2,9 Milliarden Euro und lag damit klar über den Analystenschätzungen. Auch beim Auftragseingang überzeugte Siemens: Die Bestellungen kletterten auf vergleichbarer Basis um zehn Prozent auf 21,4 Milliarden Euro. Der Umsatz erhöhte sich um vier Prozent auf 19,14 Milliarden Euro und übertraf ebenfalls leicht die Prognosen. Besonders dynamisch entwickelte sich die Sparte Digital Industries, deren Gewinn sogar um 37 Prozent zulegte. Hier zahlt sich die strategische Neuausrichtung auf margenstarke Software- und Automatisierungslösungen zunehmend aus.

Vor diesem Hintergrund hob Siemens seine Prognose für das Ergebnis je Aktie (EPS vor PPA) für das laufende Geschäftsjahr 2025/2026 /per 30.9.) an. Statt einer Spanne von 10,40 bis 11,00 Euro erwartet der Konzern nun 10,70 bis 11,10 Euro Gewinn je Aktie. Zudem rechnet Siemens beim vergleichbaren Umsatzwachstum mit einem Wert im oberen Bereich der bisherigen Zielspanne von sechs bis acht Prozent. Das Management geht von einem sich stabilisierenden wirtschaftlichen Umfeld und soliden Wachstumsraten aus, auch wenn Wechselkurseffekte, insbesondere der schwächere Dollar, weiterhin belasten dürften.

Ein zentraler Wachstumstreiber für Siemens ist das Thema Künstliche Intelligenz. Siemens hat schon vor einigen Jahren damit begonnen, KI-Lösungen tief in seine Design-, Entwicklungs- und Produktionsprozesse zu integrieren. Die Nachfrage aus dem Rechenzentrumssektor erweist sich als besonders stark und in der Sparte Smart Infrastructure sorgten Aufträge aus den USA – unter anderem für Stromverteilung und Gebäudetechnik – für einen Rekordauftragseingang. Allein in den Vereinigten Staaten stiegen die Bestellungen in diesem Bereich um 54 Prozent (!). Siemens liefert sowohl Planungssoftware für den Bau von Rechenzentren als auch die notwendige Hardware-Infrastruktur, die für KI-Anwendungen benötigt wird.

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Siemens (WKN: 723610)

Analysten überwiegend positiv gestimmt

Die Transformation des Industriekonzerns hin zu softwarebasierten Geschäftsmodellen mit höheren Margen wird durch milliardenschwere Zukäufe wie Dotmatics und Altair Engineering vorangetrieben. Diese Neupositionierung zeigt Wirkung: Die Aktie hat in den vergangenen zwölf Monaten deutlich zugelegt und zwischenzeitlich sogar SAP als wertvollstes deutsches Börsenunternehmen überholt.

Laut dem Analystenkonsens (Quelle: TradingView.com) liegt das durchschnittliche 12-Monatskursziel für die Siemens-Aktie bei etwa 267 Euro, basierend auf rund 23 Analystenschätzungen. Die Bandbreite der Ziele reicht von 195 bis 310 Euro, wobei 16 Analysten die Aktie als „Strong Buy“ und drei als „Buy“ einstufen. Fünfmal wird zum „Halten“ geraten, während ein Rating mit „Sell“ und zwei Urteile mit „Strong Sell“ negativ ausfallen.

Fazit: Wird die Aktie ihre aktuelle Rekordfahrt fortsetzen? Die angehobene Prognose, die hohe Dynamik im Digitalgeschäft und die starke Nachfrage aus dem KI- und Rechenzentrumsumfeld sprechen dafür, dass Siemens operativ gut positioniert ist. Sollten sich Konjunktur und Währungsumfeld stabilisieren, könnte dies zu weiteren Höchstständen führen.

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