Eines der größten Logistikunternehmen der Welt hat am Dienstag seine Geschäftszahlen vorgelegt. Der US-Konkurrent von DHL enttäuschte dabei vor allem in einem Punkt. Das belastet am Mittwoch auch die DHL-Aktie.
FedEx besetzt eine Spitzenposition im weltweiten Luftfracht- und Expressbereich. Doch im vierten Quartal seines Geschäftsjahres , blieb das Unternehmen teilweise hinter den Analystenerwartungen zurück. Das belastete schließlich den Aktienkurs. Daraufhin verliert am Mittwoch auch die die DHL-Aktie an Boden.
FedEx-Aktie über sechs Prozent im Minus
Die FedEx-Aktie gab am Dienstag in den USA bereits mehr als drei Prozent ab. Nach Vorlage der Geschäftszahlen brach der Kurs nachbörslich weiter ein fiel um 6,7 Prozentauf 293 US-Dollar. Haupt-Kritikpunkt an den sonst relativ guten Zahlen: Die bereinigte Marge von FedEx sank auf 8,4 Prozent. Im Vorjahr lag sie noch bei 9,1 Prozent. Nach Angaben des Unternehemns drückten gestiegene Personal-, Transport- und Treibstoffkosten auf den Gewinn.
Die Kursreaktion bei FedEx zog am Mittwochmorgen auf die DHL-Aktie nach unten. Auf Tradegate startete sie mit einem Minus von mehr als einem Prozent in den Handel, konnte anschließend aber wieder ins Plus drehen. Im Xetra-Handel legen die Papiere aktuell um 0,64 Prozent im Vergleich zum Vortag zu. Auch andere Logistikunternehmen, wie Kühne + Nagel (+ 2,51 Prozent), Hapag-Lloyd (+ 1,39 Prozent) oder UPS (- 1,31 Prozent) erholten sich wieder vom FedEx-Schreck.
Stabilere Kurse gefällig?
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Warum enttäuschten die Geschäftszahlen?
Neben der gesunkenen Marge enttäuschet FedEx auch mit einer vorsichtigere Prognose für das laufende Geschäftsjahr. Als Grund dafür nennt der Logistiker unter anderem die Abspaltung von FedEx Freight. Der Logistikriese wollte damit zwei unabhängige Unternehmen schaffen, die mit einer jeweils anderen Kosten- und Margenlogik agieren und langfristig mehr Wert für die Anleger generieren. Stattdessen sorgten die Kosten im Vorfeld der Abspaltung nun dafür, dass der FedEx-Ausblick für das aktuelle Geschäftsjahr hinter den Konsenserwartungen zurückblieb.
Immerhin ist der Umsatz im abgelaufenen Geschäftsjahr, das am 31. Mai endete, deutlich von 87,9 Milliarden US-Dollar auf 94,7 Milliarden US-Dollar gestiegen. FedEx hatte bereits angeküpndigt, sein Geschäftsjahresende nun vom 31. Mai auf den 31. Dezember umzustellen. Für das verbleibende Jahr 2026 peilt das Unternehmen im fortgeführten Geschäft einen bereinigte Gewinn je Aktie von 16,90 bis 18,10 US-Dollar an, nach 15 Dollar im Kalenderjahr 2025.
Obwohl die Aktie seit Ende Mai einen leichten Bruch im Momentums aufweist, bewegt sich der Kurs immer noch in einem langfristigen Aufwärtstrend. Allerdings nähert sich der Kurs in Dollar gefährlich der 200-Tage-Linie an und könnte sie womöglich nach unten durchbrechen.
Bei FedEx handelt es sich nicht um eine laufende Empfehlung von BÖRSE ONLINE. Dafür empfiehlt die Redaktion die DHL-Aktie. In Heft 25/26 (auch als E-Paper erhältlich) erfahren Anleger das Kursziel oder den Stoppkurs und finden zahlreiche interessante Artikel zu weiteren Top-Werten.
Häufig gestellte Fragen
Wieso beeinflussen FedEx-Zahlen den gesamten Logistiksektor?
Wenn ein Schwergewicht wie FedEx schwächer abschneidet, wird das oft als Signal für die gesamte Branche gelesen. Anleger achten dann besonders darauf, ob das Problem nur unternehmensspezifisch ist oder auf eine breitere Abschwächung der Nachfrage hindeutet. In diesem Fall bleibt die Branche jedoch verhalten.
Was ist die 200-Tage-Linie und warum achten Anleger darauf?
Die 200-Tage-Linie ist ein viel beachteter langfristiger Chartindikator. Fällt eine Aktie darunter, werten viele Marktteilnehmer das als mögliches Zeichen für einen schwächeren Trend oder weitere Kursverluste.
Kann die Abspaltung einer Sparte langfristig den Unternehmenswert steigern?
Ja, wenn dadurch klarere Strukturen und bessere Steuerungsmöglichkeiten entstehen. Kurzfristig kann das aber zu Unsicherheit führen, weil Anleger erst abwarten, wie sich die neuen Einheiten eigenständig entwickeln.
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