Das Zinsumfeld hat sich zuletzt für den Konzern deutlich verbessert. Dies schlägt sich im Zahlenwerk nieder. Nun soll der Wachstumskurs beschleunigt werden. So viel Potenzial bietet sich für Anleger.

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Die Aktie von Vonovia war im Februar hinter der Deutschen Telekom der zweitbeste Titel im DAX. Immobilien­aktien sind wieder gefragt. Zudem beflügeln der Chefwechsel und die Ertragswende. Zum Jahreswechsel hat Luka Mucic den Chefsessel beim größten privaten Wohnimmobilienkonzern Deutschlands übernommen. Der frühere Finanzvorstand von SAP und Vodafone gilt als technikaffin und kommt als Branchenfremder mit dem Ruf, Prozesse konsequent zu digitalisieren. An der Börse wurde der Wechsel positiv aufgenommen: Nach einer Bodenbildung um 24 Euro zog die Aktie seit Anfang Februar um mehr als 17 Prozent an, überwand den seit Juli 2025 laufenden Abwärtstrend und kletterte zuletzt über die 200-Tage-Linie. Aber nicht nur aus technischer Sicht stehen die Ampeln auf Grün. Auch das fundamentale Bild hat sich 2025 deutlich verbessert.

Die detaillierten Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr werden erst Mitte des Monats veröffentlicht. Das Zahlenwerk für das dritte Quartal war allerdings solide. So stieg der durchschnittliche Mietpreis um 4,3 Prozent auf 8,28 Euro je Quadratmeter. Die Vermietungsquote lag Ende September bei 97,8 Prozent. Auch Gebäudedienstleistungen sowie der Verkauf von Immobilienpaketen wuchsen spürbar — getragen von wieder anziehenden Investitionen. Der langjährige Konzernchef Rolf Buch sprach bei der Vorlage der Quartalszahlen von einer Rückkehr zu dynamischem Wachstum und bestätigte die im Sommer angehobenen Prognosen für das Geschäftsjahr.

Die zurückliegenden Jahre waren von Abschreibungen auf Immobilienbestände und großen Herausforderungen bei Finanzierungen und einem Fokus auf das Liquiditätsmanagement geprägt. Dies belastete den Aktienkurs. Die Konditionen am Kapitalmarkt haben sich zuletzt entspannt, weil die Renditen langlaufender Staatspapiere deutlich nachgaben.

Neuer Chef mit neuer Strategie

Mucic dürfte die nächste Phase stärker auf profitables Wachstum ausrichten. Das Investitionsbudget soll 2026 auf 1,4 Milliarden Euro steigen und bis 2028 auf rund zwei Milliarden Euro. Schwerpunkte sind Modernisierung, energetische Maßnahmen wie Wärmepumpen und Photo­voltaik sowie die Entwicklung eigener Wohneinheiten, um die Marge mittelfristig zu erhöhen. Zusätzlich könnten Kostensenkungen durch KI, Automatisierung und Digitalisierung zum Hebel werden.

Fundamental bleibt das Umfeld attraktiv: Wohnraum in Ballungszentren ist knapp, und Vonovia kann Mieten, die noch unter dem Marktniveau liegen, schrittweise anpassen. Mit einem KGV von 13,8 und einer Dividendenrendite von 4,5 Prozent wirkt die Bewertung moderat. Aus technischer Sicht ist mit dem Ausbruch aus dem mittelfristigen Abwärtstrend der Weg bis 31,70 Euro frei. Im weiteren Verlauf kann es bis 40 Euro gehen.

Fazit

2025 gelang Vonovia die Ertragswende. Das Zinsumfeld ist attraktiv. Der Fokus des neuen Chefs liegt auf Kostenkontrolle und Investitionen zur Margensteigerung.

Übrigens: Dieser Text erschien zuerst im BÖRSE ONLINE-Heft. Weitere fundierte Einschätzungen dieser Art gibt es im neuen Heft. Hier die digitale Version sichern.

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