Wenige Tage nachdem Elon Musk seine Klage gegen OpenAI-Gründer Sam Altman verlor, will der KI-Pionier einem Medienbericht zufolge noch diese Woche seinen Börsenprospekt einreichen. Die Bewertung liegt bei über 850 Milliarden Dollar.

Einer der größten Börsengänge der Geschichte nimmt konkrete Formen an – und wir sprechen diesmal nicht von SpaceX: OpenAI, das Unternehmen hinter dem KI-Chatbot ChatGPT, bereitet nach Informationen des US-Börsensenders CNBC vom Mittwochabend die vertrauliche Einreichung seines Börsenprospekts bei der US-Börsenaufsicht SEC vor – möglicherweise bereits an diesem Freitag. Laut CNBC arbeitet OpenAI dabei mit den Investmentbanken Goldman Sachs und Morgan Stanley zusammen. Sam Altman käme damit seinem Rivalen Elon Musk zuvor, der in Kürze mit seinem Weltraum- und KI-Konzern SpaceX an die Börse gehen will. Beide Kontrahenten hatten sich vor wenigen Tagen noch vor Gericht gegenübergestanden.

OpenAI ist von privaten Investoren zuletzt mit über 850 Milliarden Dollar bewertet worden. Ein offizieller Börsengang könnte diesen Wert noch übertreffen. Geplant war der Gang an die Börse laut früheren Berichten für das vierte Quartal dieses Jahres. OpenAI-Finanzchefin Sarah Friar hatte im vergangenen Monat erklärt, es sei für ein Unternehmen von OpenAIs Größe „gute Hygiene", wie ein börsennotiertes Unternehmen auszusehen, zu fühlen und zu handeln – ohne sich auf einen konkreten Zeitplan festzulegen.

Goldman Sachs und Morgan Stanley führen Konsortium an

Die Wahl der Banken ist ein Signal für die Dimension des Vorhabens: Goldman Sachs und Morgan Stanley – zwei der renommiertesten Namen im globalen Investment Banking – führen laut CNBC das Underwriting-Konsortium an. Beide Häuser kommentierten die Berichte nicht. Offiziell ließ sich OpenAI lediglich mit den Worten zitieren: „Als Teil normaler Unternehmensführung evaluieren wir regelmäßig eine Reihe strategischer Optionen. Unser Fokus gilt der Umsetzung." Erst kürzlich hatte das Wall Street Journal als erstes Medium über die vertrauliche Einreichung berichtet. Eine vertrauliche Einreichung erlaubt es Unternehmen, ihren Börsenprospekt zunächst ohne öffentliche Einsicht bei der SEC einzureichen – der eigentliche Börsengang folgt in einem späteren Schritt.

Legt auch SpaceX diese Woche seinen Prospekt vor?

OpenAIs Pläne fallen zeitlich mit einem weiteren Megabörsengang zusammen: Elon Musks SpaceX, das Anfang des Jahres mit dem KI-Unternehmen xAI fusionierte, wird seinen Börsenprospekt angeblich ebenfalls noch in dieser Woche einreichen – allerdings öffentlich. SpaceX wurde zuletzt im Februar mit 1,25 Billionen Dollar bewertet und wäre damit nach Börsenwert die mit Abstand größte Neuemission aller Zeiten. Auch dort soll angeblich Goldman Sachs das Bankenkonsortium anführen, gefolgt von Morgan Stanley, Bank of America, Citigroup und JPMorgan Chase. Damit könnten binnen weniger Monate zwei der wertvollsten privaten Technologieunternehmen der Welt an die Börse kommen – ein Ereignis, das den globalen IPO-Markt grundlegend verändern dürfte.

Für Anleger beginnt damit jetzt die Bewertungsfrage. Experten warnen jedoch, dass beide Unternehmen vor allem Geld einsammeln wollen und daher zu hoch bepreist sein könnten, um Anlegern der ersten Stunde Zeichnungsgewinne zu verschaffen. Möglicherweise könnte es sinnvoller sein, zunächst den Hype abzuwarten und nach einem ersten größeren Rücksetzer einzusteigen.

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