Die Bundesfinanzaufsicht BaFin warnt Immobilienbesitzer jetzt vor einer massiven Schuldenfalle, ausgerechnet beim Betongold. Was Anleger wissen müssen und was ihnen droht.

Das Betongold gilt in Deutschland als sichere Geldanlage, doch viele Anleger vergessen dabei die Möglichkeit einer Schuldenfalle. Nun warnt auch die BaFin davor.

BaFin warnt Immobilienbesitzer

So sieht die Finanzaufsicht erhöhte Gefahren durch riskante Immobilienkredite für Verbraucher. Privatleute, die sich für die eigenen vier Wände hoch verschuldeten, liefen Gefahr, sich finanziell zu überheben, sagte der Präsident der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), Mark Branson, in Frankfurt.

Neue Daten zu Immobilienkrediten in Deutschland hätten die BaFin überrascht, sagte Branson. Im vierten Quartal 2025 habe bei rund jedem siebten Neukredit das Darlehensvolumen den Wert der finanzierten Immobilie überstiegen - im europäischen Vergleich sei das ein Spitzenwert. "Es wurde also bei rund jedem siebten Kredit mehr Geld aufgenommen, als die Wohnung oder das Haus wert war. Das sehen wir kritisch."

Solche Kredite hätten ein erhöhtes Verlustpotenzial für Banken und seien für Verbraucher problematisch, etwa wenn sie wegen Krankheit oder Jobverlust ihre Rate nicht mehr bedienen könnten.

Auch sei es für Verbraucher fatal, wenn selbst ein Verkauf der Immobilie nicht reiche, um eine Finanzierung abzulösen. "Keine Frage, es kann verlockend sein, an die Grenzen der Finanzierbarkeit zu gehen, um sich einen Immobilientraum zu erfüllen. Hochrisikoimmobilienkredite sind aber weder für Kreditinstitute noch für Verbraucherinnen und Verbraucher gut."

In wirklich stabile Werte investieren

Beim Hauskauf gilt es also, konkret zu prüfen, ob man sich die eigenen vier Wände wirklich leisten kann. Ein Fehler kann schnell in die Schuldenfalle führen, auch wenn Betongold als eigentlich sichere Geldanlage gilt.

Wenn Sie dagegen mit Eigenkapital (ohne das Risiko einer Schuldenfalle) in wirklich stabile Werte investieren wollen, dann lohnt sich ein Blick auf den BÖRSE ONLINE Stabile Werte Index.

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Enthält Material von dpa-AFX

Häufig gestellte Fragen

Wovor warnt die BaFin Immobilienkäufer konkret?

BaFin-Präsident Mark Branson warnt vor einer wachsenden Schuldenfalle durch riskante Immobilienkredite. Im vierten Quartal 2025 überstieg bei rund jedem siebten Neukredit das Darlehensvolumen den tatsächlichen Wert der finanzierten Immobilie – ein Spitzenwert im europäischen Vergleich. Solche Kredite bergen erhebliche Risiken, etwa wenn Kreditnehmer durch Jobverlust oder Krankheit ihre Raten nicht mehr bedienen können.

Was passiert, wenn der Immobilienwert unter die Kreditsumme fällt?

Liegt der Kreditbetrag über dem Immobilienwert, kann selbst ein Verkauf der Immobilie nicht ausreichen, um die Finanzierung vollständig abzulösen. Käufer bleiben dann auf einem Teil der Schulden sitzen, obwohl sie die Immobilie bereits aufgegeben haben. Dieses Szenario ist laut BaFin besonders gefährlich, weil es Verbraucher langfristig in eine kaum auflösbare Schuldensituation treibt.

Wie viel Eigenkapital sollte man beim Immobilienkauf mindestens mitbringen?

Als Faustregel empfehlen Finanzexperten, mindestens 20 Prozent des Kaufpreises plus die anfallenden Nebenkosten aus Eigenkapital zu finanzieren. Je höher der Eigenkapitalanteil, desto geringer das Risiko einer Überschuldung und desto besser die Kreditkonditionen. Wer an die Grenzen seiner Finanzierbarkeit geht, sollte laut BaFin sehr genau prüfen, ob er sich die monatliche Belastung auch bei unvorhergesehenen Einkommensausfällen dauerhaft leisten kann.

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