Kupfer kennt plötzlich kein Halten mehr. Zölle, Lieferengpässe und milliardenschwere Projekte treffen auf einen Markt ohne Puffer. Für Anleger beginnt damit eine Phase, in der nicht der Kupferpreis entscheidet, sondern die richtige Positionierung – und eine einzige Weichenstellung kann über Erfolg oder Enttäuschung bestimmen
Warum diese Rally anders ist
Kupfer ist zurück auf der großen Bühne – und diesmal nicht als Nebenrolle im Konjunkturtheater, sondern als Hauptdarsteller eines Systems unter Spannung. Als der Preis Mitte Januar 2026 erstmals nachhaltig über die Marke von 13.000 US-Dollar je Tonne sprang und in der Spitze bis rund 13.400 Dollar kletterte, war das kein gewöhnlicher Rohstoff-Peak. Es war ein Warnsignal. Eines, das tief in die Mechanik der globalen Lieferketten reicht – und Anleger zwingt, genauer hinzusehen.
Denn diese Kupfer-Rally ist keine Wiederholung früherer Zyklen. Sie wird nicht von chinesischen Stimulusprogrammen oder kurzfristigen Nachfragewellen getragen. Sie speist sich aus einer explosiven Mischung aus Handelspolitik, Angebotsstress und fehlenden Pufferbeständen. Kurz: Der Markt ist dünn – und nervös.
Der politische Zünder
Der eigentliche Brandbeschleuniger sitzt in Washington. Seit dem 1. August 2025 gelten in den USA 50-prozentige Section-232-Zölle auf den Kupferanteil halbverarbeiteter Produkte sowie auf sogenannte kupferintensive Derivate. Rohmaterialien wie Erze, Konzentrate und Kathoden sind zwar ausgenommen, doch genau diese asymmetrische Konstruktion hat den Markt aus dem Gleichgewicht gebracht.
Händler und industrielle Abnehmer reagieren mit Vorzieheffekten. Kupfer wird umgeleitet, eingelagert, zurückgehalten. Die Lieferströme werden neu verdrahtet. Und der Markt schaut bereits nervös auf den nächsten Stichtag: Bis zum 30. Juni 2026 will die US-Regierung entscheiden, ob auch raffiniertes Kupfer mit Zöllen belegt wird. Im Raum stehen 15 Prozent ab 2027 und 30 Prozent ab 2028. Allein diese Option reicht aus, um den Preis nach oben zu treiben. Unsicherheit ist der teuerste Rohstoff – und Kupfer handelt sie derzeit täglich ein.
Chile, Mantoverde – und das Problem der leeren Lager
Parallel dazu zeigt sich, wie fragil das Angebotssystem geworden ist. In Chile, dem weltweit wichtigsten Kupferland, kam es bei der Capstone Copper-Mine Mantoverde zu einem Arbeitskampf. Zeitweise lief die Anlage nur noch mit rund 30 Prozent Auslastung, gespeist aus Haldenmaterial. In einem Markt mit vollen Lagern wäre das ein lokales Ereignis. Heute reicht es, um den Preis explodieren zu lassen.
Denn die Lager sind leer. Die klassischen Puffer, die früher Preisspitzen abgefedert haben, existieren kaum noch. Kupfer reagiert deshalb extrem sensibel auf jede Störung. Das Metall ist nicht knapp, weil plötzlich mehr verbraucht wird – es ist knapp, weil das System keinen Spielraum mehr hat.
Ein Geschenk – aber nur für die Richtigen
Ein Kupferpreis oberhalb von 13.000 Dollar verändert die Ökonomie der Branche fundamental. Kapitalwerte steigen, interne Renditen springen, Amortisationszeiten schrumpfen. Minen-Projekte, die gestern noch grenzwertig waren, sehen plötzlich glänzend aus. Doch genau hier trennt sich die Spreu vom Weizen.
Der Markt honoriert nicht mehr bloß „Kupfer im Boden“. Er bezahlt für Lieferfähigkeit, für Genehmigungen, für Finanzierbarkeit. Kupfer, das erst in den 2030er-Jahren an den Markt kommt, ist weniger wert als Kupfer, das in diesem Jahrzehnt fließt.
McEwen und Los Azules: Weltklasse-Asset, aber strategisch heikel
Viele Anleger verbinden den Kupfer-Move reflexartig mit McEwen Inc.. Kein Wunder: Das Unternehmen hält über seine Tochter McEwen Copper das gigantische Los-Azules-Projekt in Argentinien – eine der größten unerschlossenen Kupferlagerstätten der Welt. Die Machbarkeitsstudie, die Kooperation mit der International Finance Corporation(IFC) und die Aufnahme in Argentiniens Investitionsregime RIGI unterstreichen den Anspruch, Los Azules international finanzierbar und ESG-konform zu machen.
Doch genau hier beginnt die kritische Einordnung. Los Azules ist ein Milliarden-Projekt mit langem Zeithorizont. Selbst optimistische Szenarien sehen die Produktion erst gegen Ende des Jahrzehnts. Für Anleger bedeutet das: Der Aktienkurs reagiert kurzfristig weniger auf den Kupferpreis als auf Genehmigungen, Finanzierungsfortschritte und politische Rahmenbedingungen.
Und dann ist da noch der Elefant im Raum: der mögliche Spin-off von McEwen Copper.
Ein solcher Schritt könnte zwar theoretisch Wert freisetzen, birgt aber erhebliche Risiken. Sollte es zu einem Spin-off kommen, stünde am Ende ein reines Gold- und Silberunternehmen McEwen an der Börse – ohne direkten Kupferhebel. Das Kupfer-Projekt würde in eine separate Gesellschaft ausgelagert, die ihren eigenen Finanzierungs- und Verwässerungszyklus durchlaufen müsste.
Für Anleger wäre das eine Zäsur. Wer McEwen heute als Kupfer-Investment kauft, geht implizit davon aus, dass Los Azules im Konzern verbleibt oder zumindest wertschonend ausgegliedert wird. Kommt es anders, bleibt im Kern ein Goldunternehmen, dessen Bewertung sich dann wieder primär an Goldpreisen, Margen und Minenlaufzeiten orientiert – nicht am Kupfer-Superzyklus. Diese strategische Unsicherheit ist einer der Gründe, warum McEwen trotz explodierender Kupferpreise kein klarer Gewinner ist.
Die Gegenposition: Taseko Mining liefert, während andere planen
Wer in diesem Umfeld mehr Klarheit sucht, landet zwangsläufig bei Taseko Mines. Das Unternehmen steht für einen anderen Ansatz: weniger Vision, mehr Umsetzung. Mit der Gibraltar-Mine in British Columbia produziert Taseko bereits heute Kupfer und peilte für 2025 bis zu 105 Millionen Pfund an.
Der eigentliche Trumpf liegt jedoch in Arizona. Das Florence-Projekt ist fertig gebaut, nutzt In-Situ-Recovery-Technologie und soll Anfang 2026 die Produktion aufnehmen. Damit kombiniert Taseko laufenden Cashflow mit einem klar definierten Wachstumsschritt – genau das, was der Markt in einer Phase struktureller Knappheit honoriert.
Kein Zufall also, dass Taseko seit Mitte November im Börsendienst 13F von Golo Kirchhoff und Steffen Hertlein geführt wird – und seitdem eine zweistellige Rendite erzielt hat. In einem nervösen Markt ist Planbarkeit ein rares Gut.
Gold als zweite Front: Ein historisches Margenfenster
Parallel zur Kupfer-Story spielt sich im Goldsektor eine Entwicklung ab, die kaum weniger spektakulär ist. Während die durchschnittlichen Gesamtkosten der Produzenten bei rund 1.600 US-Dollar je Unze liegen, hat Gold neue Rekorde über 4.400 US-Dollar markiert. Das Ergebnis ist ein einmaliges Margenfenster, das Goldentwickler dazu zwingt, Entscheidungen vorzuziehen.
Unternehmen wie Lake Victoria Gold, i-80 Gold, McEwen, Lundin Gold oder G2 Goldfields sichern Genehmigungen, schließen Engineering ab und treiben Bauentscheidungen voran. Mit 97 Prozent der Produzenten in der Gewinnzone – selbst bei deutlich niedrigeren Preisen – war das finanzielle Argument für neue Minen selten so stark. Sinkende Realzinsen und anhaltende Zentralbanknachfrage verleihen dem Sektor zusätzlichen Rückenwind.
Kupfer handelt Knappheit – Aktien handeln Strategie
Kupfer über 13.000 Dollar ist kein Ausreißer, sondern ein Symptom. Ein Symptom für ein System, das auf Politik, Angebotsschocks und fehlende Reserven extrem empfindlich reagiert. Für Anleger heißt das: Der Kupferpreis allein reicht nicht als Investmentthese.
McEwen bleibt ein faszinierender Titel – mit einem Weltklasse-Projekt, aber auch mit erheblichen strategischen Fragezeichen. Ein möglicher Spin-off von Los Azules würde die Aktie fundamental verändern und McEwen am Ende zu einem reinen Goldunternehmen machen.
Taseko hingegen steht für operative Klarheit in einem engen Markt: Produktion heute, Wachstum morgen. In einem Kupfer-Superzyklus, der zunehmend von Lieferfähigkeit abhängt, könnte genau das den entscheidenden Unterschied machen.
Kupfer ist knapp. Klarheit auch. Wer beides zusammenbringt, hat derzeit die besseren Karten.
Mitte Februar öffnet sich erneut ein Zeitfenster, das erfahrene Marktteilnehmer aufmerksam verfolgen.
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