Die Volatilität nimmt zu. Das Kursfeuerwerk bei Micron nach den Quartalszahlen hat die Halbleiter- und KI-Aktien nach dem scharfen Rücksetzer zu Beginn der Woche gestern zwar wieder deutlich ansteigen lassen. Auch die Werte aus der Ausrüster- und Zulieferbranche konnten spürbar Boden gutmachen. Vor dem Wochenende dominieren jedoch erneut die roten Vorzeichen. Was heißt das für die ASML-Aktie?

Bei Micron treibt der KI-Boom die Geschäfte weiter kräftig an. Sowohl die Quartalszahlen als auch der Ausblick auf das laufende Quartal des Speicherchipherstellers liegen deutlich über den Erwartungen.

Doch es gibt auch ein Problem: Die deutlich steigenden Preise für Speicherchips haben mittlerweile erste negative Auswirkungen auf die Elektronikhersteller. So wurde beispielsweise gestern bekannt, dass iPhone-Riese Apple die steigenden Preise nicht mehr kompensiert, sondern sie an die Kunden weitergibt und seine Produkte teurer macht.

Investoren werden vorsichtiger. Die Risikoaversion nimmt zu. Nach der langen Aufwärtsbewegung werden erste Teilgewinne realisiert. Ob es ein nachhaltiger Stimmungswechsel ist, bleibt allerdings fraglich. Fakt ist dagegen, dass auch die Volatilität zunimmt.

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Anleger sollten aber vorerst Ruhe bewahren - auch bei ASML. Die Aktie hat die Konsolidierung auf hohem Niveau Anfang Mai beendet, den Aufwärtstrend fortgesetzt und zum Wochenstart ein Rekordhoch bei 1.708,60 Euro markiert. Seit Jahresbeginn steht ein Plus von mehr als 75 Prozent zu Buche.

AKTIONÄR-Leser wissen: ASML gilt als einer der Schaufelhersteller der KI-Industrie. Das Unternehmen - der Name steht für Advanced Semiconductor Materials Lithography - ist führend bei modernsten Lithografiesystemen für die Halbleiterfertigung. Als einziger Anbieter entsprechender EUV-Anlagen ist der Konzern ein unverzichtbarer Partner für die weltweit führenden Halbleiterhersteller.

Zuletzt gab es zwei neue Top-Kursziele vonseiten der Analysten: Zunächst hatte Oddo BHF ("Outperform") den fairen Wert der Aktie von 1.600 auf 2.000 Euro angehoben. Kurz darauf legte Didier Scemana von der Bank of America (BofA) nach und hob das Kursziel von 1.921 auf 2.022 Euro an.

Ebenfalls spannend: Samsung plant laut einem Medienbericht gemeinsam mit der Regierung ein Investitionsprogramm von umgerechnet rund 648 Milliarden Dollar, um die enorme Nachfrage nach Speicherchips besser bedienen zu können und die Halbleiter-, KI-, Batterie- und Displaybranche in den kommenden Jahren weiter zu stimulieren. Samsung soll dies dem Vernehmen nach am Montag bei einem Treffen mit Präsident Lee Jae Myung vorstellen. Offiziell äußerte sich der Konzern bislang nicht.

ASML (WKN: A1J4U4)

Fazit

Der KI-getriebene Investitionszyklus sorgt zwar weiterhin für eine ungebrochen hohe Nachfrage - auch beim Schaufelhersteller. Doch nach der mehrmonatigen Kursrally ist eine Konsolidierung auf hohem Niveau nicht auszuschließen. Der kurzfristige Aufwärtstrend dürfte heute getestet werden. Frische Wasserstandsmeldungen zur operativen Entwicklung gibt es mit den Q2-Zahlen am 15. Juli. Anleger mit Weitblick halten vorerst an ihren Positionen fest.