FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Kurs des Euro ist am Montag gestiegen und hat damit einen Teil der Verluste der vergangenen Handelstage wettgemacht. Die Gemeinschaftswährung profitierte von einer Schwäche des US-Dollars, ausgelöst durch Sorgen über die Unabhängigkeit der US-Notenbank Fed. Am Nachmittag wurde die Gemeinschaftswährung bei 1,1679 Dollar gehandelt, nachdem sie am Freitag noch bis auf 1,1618 Dollar gefallen war und damit auf den tiefsten Stand seit etwa einem Monat.

Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1692 (Freitag: 1,1642) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8553 (0,8589) Euro.

Zuletzt eskalierte der Streit um die Unabhängigkeit der Fed. Nachdem das US-Justizministerium dem Notenbankchef Jerome Powell mit einer Anklage gedroht hatte, wies Powell die strafrechtlichen Ermittlungen gegen ihn als Versuch der Einflussnahme auf die Arbeit der Federal Reserve (Fed) zurück.

Der Vorwurf an die Adresse des Notenbankchefs: Powell soll im Zusammenhang mit der mehrjährigen Sanierung von Gebäuden der Zentralbank in Washington vor dem Senat Falschaussagen gemacht haben. Der Fed-Chef sieht darin allerdings nur einen Vorwand: "Es geht darum, ob die Fed die Zinssätze weiterhin auf Grundlage von Fakten und wirtschaftlichen Gegebenheiten festlegen kann - oder ob die Geldpolitik stattdessen von politischem Druck oder Einschüchterung bestimmt wird", erklärte Powell.

Nach Einschätzung der Analystin Thu Lan Nguyen von der Commerzbank dürfte der Druck auf die US-Notenbank an Bedeutung gewinnen, wenn die Inflationsrisiken wieder spürbar steigen. "Denn dann ist zu erwarten, dass die Fed auf diese kaum hinreichend reagieren wird", warnte die Expertin.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,86740 (0,86770) britische Pfund, 184,42 (183,52) japanische Yen und 0,9313 (0,9314) Schweizer Franken fest. Die Feinunze Gold (etwa 31,1 Gramm) kostete zuletzt 4.626 Dollar. Das waren etwa 116 Dollar mehr als am Freitag./jkr/nas

Quelle: dpa-Afx