Der DAX bekommt am Mittwoch einen kleinen Dämpfer. Diese Nachrichten drücken den Leitindex. Außerdem im Fokus: Iran, Öl, BASF, Palo Alto, Microsoft, Ströer, Douglas und Uran-Aktien.

Nach dem freundlichen Vortagesschluss hat der deutsche Aktienmarkt am Mittwoch den Rückwärtsgang eingelegt. Der Dax fiel unter die viel beachtete Marke von 25.000 Punkten um 1,1 Prozent auf 24.860 Zähler. Der MDax mit den mittelgroßen Börsenunternehmen verlor 0,7 Prozent auf 32.718 Punkte. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es um 0,4 Prozent abwärts.

Die Lage im Iran-Krieg bleibt unklar. US-Präsident Donald Trump bekräftigte am Vorabend ungeachtet gegenteiliger Aussagen aus dem Iran, dass die Verhandlungen zwischen Washington und Teheran über einen Rahmenvertrag andauern. Aus dem Iran verlautete, dass seit Tagen keine Gespräche mehr stattfänden. In der Nacht auf Mittwoch lieferten sich beide Seiten die schwersten Feuergefechte seit Beginn der Waffenruhe. Die Ölpreise legten wieder zu.

DAX (WKN: 846900)

Nachrichten aus Deutschland

Deutsche Bank

Die Aktien der Deutsche Bank stehen am Mittwoch seit Handelsbeginn unter Druck. Am späten Vormittag weiteten sie ihren Abschlag auf 3,4 Prozent aus und kehrten damit an ihre 50-Tage-Linie zurück. Der europäische Branchenindex ist derweil mit leichtem Abschlag eher unauffällig.

Deutsche-Bank-Finanzchef Raja Akram sprach am Vormittag auf der "Goldman Sachs European Financials Conference". Dabei avisierte er, dass die Vorsorge für faule Kredite im zweiten Quartal wohl etwas über den Markterwartungen liegen dürfte. Das Umfeld bleibe für die Bank derweil aber konstruktiv und hinsichtlich der Ertragsziele für das Gesamtjahr herrsche Zuversicht.

Ströer 

Die Aktien von Ströer geben ihren Kampf um die exponentielle 200-Tage-Linie am Mittwoch zunächst auf. Nach einer Verkaufsempfehlung von Goldman Sachs geht es für die Papiere des Werbekonzerns auf der Handelsplattform Tradegate um 4 Prozent unter ihren Xetra-Schlusskurs auf 35,94 Euro abwärts. Das Vormonatstief lag bei knapp unter 34 Euro.

Goldman-Analyst James Tate setzte ein Kursziel von 37 Euro an und signalisiert damit weitere Korrekturgefahr. Das Verbraucherumfeld in Deutschland trübe sich ein, was das Geschäft mit Außenwerbung bremsen dürfte, schrieb er. Grundsätzlich geht Tate zwar davon aus, dass Ströer in der Außenwerbung weitere Marktanteile gewinnt, er ist zunächst aber zurückhaltender für den Geschäftsverlauf geworden.

Douglas

Die Privatbank Berenberg hat die Bewertung von Douglas beim Kursziel von 16 Euro mit "Buy" aufgenommen. Analyst Michael Heider attestierte Europas führendem Händler von Premium-Beautyprodukten am Dienstagnachmittag in seiner Kaufempfehlung "schöne Barmittelzuflüsse". Im Rahmen der Omnichannel-Strategie sei das Unternehmen mit 2000 Stores in Europa präsent, erwirtschafte aber ein Drittel seiner Umsätze online. Das Verhältnis zwischen Chancen und Risiken bei der Aktie findet Heider reizvoll und die Bewertung attraktiv. Die Aktie stehe momentan nicht gerade hoch in der Gunst der Anleger.

EU genehmigt BASF-Lackverkauf an Carlyle unter Auflagen

Die EU-Kommission hat den Verkauf von BASFs Lackgeschäft an den US-Finanzinvestor Carlyle grundsätzlich genehmigt, macht die Zustimmung aber davon abhängig, dass Carlyle zuvor das weltweite Polysulfid-Geschäft seiner Beteiligung Nouryon veräußert – um eine marktbeherrschende Stellung in einem für die Luft- und Raumfahrtindustrie kritischen Spezialchemikaliensegment zu verhindern. BASF bleibt mit 40 Prozent an der Sparte beteiligt und erhält rund 5,8 Milliarden Euro in bar. Die Transaktion war im Oktober 2025 zu einem Unternehmenswert von 7,7 Milliarden Euro angekündigt worden.

Nachrichten International

Akzo Nobel 

Akzo Nobel haben am Donnerstag im frühen Handel massiv nachgegeben. Zuletzt brach der Wert um 19 Prozent ein. Im Tief hatte der Titel zwischenzeitlich sogar über 22 Prozent verloren und damit die stärksten Abgaben in seiner Kurshistorie verzeichnet. Die Aktie wischte mit den Kursverlusten die vorherigen Gewinne aus und fiel wieder in die Handelsspanne zwischen rund 48 und 54 Euro zurück, in der sie sich vor den hektischen jüngsten Bewegungen infolge einer Kaufofferte befunden hatte.

Hintergrund für den Kursrutsch war die Rücknahme des Übernahmeangebots durch Nippon Paint und Sherwin Williams. Der niederländische Farben- und Lackeproduzent hat sich seinerseits für eine Fusion mit Axalta ausgesprochen.

Partners Group

Aktien der Partners Group haben am Mittwoch deutlich geschwächelt. Zuletzt fiel der Wert um 16,8 Prozent. Die Aktie der Private-Equity-Firma sackte damit auf ein neues Tief ab, nachdem sie bereits seit Anfang 2025 geschwächelt hat. Partners Group hatte die Rücknahme bei dem Private Equity Fonds "Global Value SICAV" eingeschränkt. Der Schritt erfolgte nach einem Anstieg der Rücknahme-Anträge bei dem Fonds, in den zu einem größeren Teil private Anleger investiert sind. Zuvor hatte die Nachrichtenagentur Bloomberg darüber berichtet.

Die Einschränkung der Rücknahmen auf fünf Prozent des Nettoanlagewerts (NAV) sei ein Schutzmechanismus für die Fondsanleger, erklärte ein Partners-Group-Sprecher. Im zweiten Quartal lagen die Rücknahmebegehren für den Fonds mit 9,8 Prozent klar über dieser Schwelle.

Die Zunahmen bei den Anträgen kämen nach den jüngsten Aussagen des Unternehmens in den Medien nicht unerwartet, schrieben die Analysten der UBS in einem Kommentar. Diese dürften einen breiteren Trend widerspiegeln, der über die USA hinausgehe. Gleichzeitig habe der Fonds in den vergangenen drei Jahren nur verhaltene Erträge gezeigt.

Auch die Experten der Citigroup zeigten sich nicht überrascht. Sie verwiesen auf eine gestiegene Unsicherheit nach den Marktturbulenzen bei Private-Credit-Anlagen. Zudem habe die Partners Group im bisherigen Jahresverlauf eine schwache Performance gezeigt, was zu einer Revision der Konsensschätzungen nach unten führen könnte.

Inditex 

Aktien von Inditex haben im frühen Handel am Mittwoch in einem verhaltenen Gesamtmarkt deutliche Gewinne verzeichnet. Zuletzt stieg der Titel um 5,1 Prozent auf 55,36 Euro. Die Aktie nahm damit nach dem Rücksetzer Anfang März und einer folgenden Seitwärtsbewegung wieder Kurs auf die Jahreshochs um 58 Euro.

Die Aktie reagierte mit den Gewinnen auf den Bericht zum ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres. Die Analysten der Deutschen Bank sprachen von einer soliden Entwicklung, wobei die Bruttomarge die Erwartungen übertroffen habe. Zudem gestalte sich das laufende Geschäft solide. Es deute darauf hin, dass das Unternehmen die Erwartungen an das Umsatzwachstum im zweiten Quartal erfüllen wird.

Microsoft präsentiert eigene KI-Modelle und Quantencomputer-Durchbruch

Auf seiner Build-Konferenz stellte Microsoft eine ganze Familie eigener KI-Modelle vor – darunter Sprach-, Bild- und Code-Modelle – und signalisiert damit eine wachsende Unabhängigkeit von bisherigem Hauptpartner OpenAI. Gleichzeitig präsentierte der Konzern Majorana 2, einen neuen topologischen Quantenchip, dessen Qubits laut Microsoft tausendmal zuverlässiger sind als Vorgänger, und verschob das Ziel eines skalierbaren Quantencomputers auf 2029. Als weiteres Highlight wurde Microsoft Scout vorgestellt, ein dauerhaft im Hintergrund laufender KI-Agent, der eigenständig Aufgaben in Microsoft-365-Anwendungen ausführen kann.

Urenco kündigt massive Kapazitätserweiterung an – Uranaktien explodieren

Der europäische Nuklearbrennstoffhersteller Urenco plant, seine Urananreicherungskapazität in New Mexico um rund 50 Prozent auf über 6,4 Millionen Trennarbeitseinheiten zu erweitern – mit Fertigstellung der ersten Ausbaustufe ab 2032. Die Nachricht löste eine breite Rally in der gesamten Atomenergie- und Uranbranche aus, mit Kursgewinnen zwischen 5 und über 22 Prozent bei Unternehmen wie Ur-Energy, Uranium Energy und Cameco. Zusätzlichen Rückenwind erhielt der Sektor durch die regulatorische Genehmigung, das Three Mile Island-Kernkraftwerk wieder in Betrieb zu nehmen.

Palo Alto Networks übertrifft Quartalszahlen – Aktie springt nach oben

Der Cybersicherheitskonzern Palo Alto Networks hat im dritten Quartal 3 Milliarden Dollar Umsatz erzielt – ein Plus von 31 Prozent gegenüber dem Vorjahr – und lag damit 60 Millionen Dollar über den Erwartungen. Für das laufende Quartal und das Gesamtjahr hob das Unternehmen die Prognose jeweils über den Analysten-Konsens an; die ARR aus dem Bereich Neue-Generationen-Sicherheit soll bis Jahresende auf bis zu 8,95 Milliarden Dollar wachsen, was einem Anstieg von rund 60 Prozent entspräche. Die Aktie legte nachbörslich über 13 Prozent zu.

Ölpreis

Die Ölpreise haben Mittwoch im frühen Handel im Zuge der jüngsten Eskalation im Iran-Krieg wieder zugelegt und damit ihren Aufwärtstrend seit gestern Nachmittag fortgesetzt. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Referenzsorte Brent zur Lieferung im August stieg auf 97,24 Dollar. Das waren 1,24 Prozent mehr als am Vortag. Die USA und der Iran haben sich eines der schwersten Feuergefechte seit Beginn der Waffenruhe geliefert. Irans Revolutionsgarden feuerten in der Nacht ballistische Raketen und Drohnen auf die benachbarten Golfstaaten Kuwait und Bahrain, das US-Militär wiederum griff eine iranische Militäreinrichtung auf der Insel Qeschm in der Straße von Hormus an.

Es waren nicht die ersten gegenseitigen Angriffe seit Inkrafttreten der Waffenruhe am 8. April, aber mit jeder neuen Attacke steigt die Furcht vor einer erneuten Eskalation des Kriegs. Der jüngste Schlagabtausch erfolgte vor dem Hintergrund stockender Verhandlungen um ein Rahmenabkommen, mit dem der Krieg beendet und die Straße von Hormus wieder für die Schifffahrt geöffnet werden soll.

Die Kluft zwischen den USA und dem Iran deute darauf hin, dass ein Abkommen, das zu einer Normalisierung der Ölversorgung führt, noch einige Zeit entfernt ist, sagte Warren Patterson, Rohstoffstratege bei ING Groep in Singapur, der Nachrichtenagentur Bloomberg. "Die Risiken sind nach oben gerichtet, insbesondere mit Blick auf das dritte Quartal, eine saisonal starke Nachfragesaison."

Trump plant neue Zölle – UBS warnt vor Preisauftrieb

Die Trump-Regierung erwägt Zölle von mindestens 10 Prozent auf Importe aus den meisten großen Handelspartnern, nachdem ein Gericht das frühere Zollregime für ungültig erklärt hatte. UBS-Ökonom Paul Donovan warnt, dass solche Maßnahmen erneut zu Preiserhöhungen für Verbraucher führen könnten – zumal frühere Zölle zwar an Kunden weitergegeben wurden, nach ihrer Abschaffung die Preise jedoch nicht wieder gesunken sind, was Unternehmen höhere Margen verschaffte. Ein möglicher Puffer: Da die betroffenen Produkte teilweise bereits in früheren Zollrunden erfasst wurden, könnten Unternehmen einen Teil der neuen Belastungen aus den damals aufgebauten Margenpolstern absorbieren.

Bitcoin bricht auf Neun-Wochen-Tief – 1,8 Milliarden Dollar liquidiert

Bitcoin ist auf unter 65.400 Dollar gefallen – den tiefsten Stand seit Ende März – und verzeichnete damit am Dienstag den größten Tagesverlust seit Anfang Februar, als die Kryptowährung mehr als 4.500 Dollar an einem einzigen Tag verlor. Auslöser waren erneute gegenseitige Militärschläge zwischen den USA und dem Iran, darunter iranische Raketenangriffe auf Kuwait und Bahrain sowie US-Gegenschläge auf der Insel Qeschm, die die Hoffnungen auf eine baldige Einigung zerstörten. Innerhalb von 24 Stunden wurden rund 277.000 Händler zwangsliquidiert – über 90 Prozent davon Long-Positionen, mit einem Gesamtvolumen von rund 1,83 Milliarden Dollar.

Enthält Material von dpa-AFX

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Häufig gestellte Fragen

Warum steigen Uranaktien gerade so stark?

Der europäische Nuklearbrennstoffhersteller Urenco plant eine Erweiterung seiner Urananreicherungskapazität in New Mexico um rund 50 Prozent – die erste Ausbaustufe soll ab 2032 fertiggestellt sein. Die Ankündigung löste eine breite Rally in der gesamten Atomenergie- und Uranbranche aus, mit Kursgewinnen zwischen 5 und über 22 Prozent. Zusätzlichen Rückenwind lieferte die regulatorische Genehmigung zur Wiederinbetriebnahme des Kernkraftwerks Three Mile Island.

Was bedeutet der Palo-Alto-Quartalsbericht für den Cybersicherheitssektor?

Palo Alto Networks übertraf mit 3 Milliarden Dollar Quartalsumsatz – einem Plus von 31 Prozent gegenüber dem Vorjahr – die Erwartungen deutlich und hob die Jahresprognose über den Analysten-Konsens an. Der Bereich Neue-Generationen-Sicherheit soll bis Jahresende auf bis zu 8,95 Milliarden Dollar ARR wachsen, was einem Anstieg von rund 60 Prozent entspräche. Das starke Ergebnis signalisiert, dass Unternehmen trotz konjunktureller Unsicherheiten weiter massiv in Cybersicherheit investieren.

Wie gefährlich wird der eskalierende Iran-Konflikt für die Ölpreise und die Märkte?

Die schwersten Feuergefechte seit Beginn der Waffenruhe haben den Brent-Ölpreis auf über 97 Dollar je Barrel getrieben. ING-Rohstoffstratege Warren Patterson warnt, dass ein Abkommen zur Normalisierung der Ölversorgung noch weit entfernt sei und die Risiken nach oben gerichtet seien – insbesondere im dritten Quartal als saisonal starker Nachfrageperiode. Für die Aktienmärkte bedeutet anhaltend hohe Ölpreise vor allem Inflationsdruck und damit das Risiko einer restriktiveren Geldpolitik.