Der DAX gewinnt weiter, aber die US-Börsen starten nur durchwachsen. Außerdem im Fokus: Iran, DHL, Hensoldt, Nvidia, Bitcoin, OpenAI, Anthropic, HP und Bitcoin.
Mit Rückenwind von den US-Börsen hat sich der deutsche Aktienmarkt am Dienstag etwas von den Verlusten zum Wochenauftakt erholt. In New York sorgte das Thema Künstliche Intelligenz (KI) weiter für Kauflaune. Der hiesige Leitindex Dax schloss 0,48 Prozent im Plus bei 25.124,17 Punkten. Der MDax mit den mittelgroßen Börsenunternehmen gewann 0,15 Prozent auf 32.947,80 Zähler.
"Viel bewegt sich nicht in diesen Tagen im Dax", schrieb Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst vom Handelshaus CMC Markets. Ein Teil der Anleger habe weiter gen USA geschaut sich von den beinahe täglichen Indexrekorden anstecken lassen. Im Vergleich zu den US-Aktien sähen deutsche Standardwerte relativ günstig aus. Der andere Teil hat sich dem Experten zufolge in Anbetracht des drohenden Sommerlochs zunehmend aus dem breiten Aktienmarkt zurückgezogen und sich lediglich auf die Dauerbrenner der vergangenen Wochen aus den Bereichen Künstliche Intelligenz und Halbleiter fokussiert.
Derweil "zerren das Tauziehen zwischen den USA und dem Iran in den Friedensverhandlungen und das Hin und Her in der Nachrichtenlage zunehmend an den Nerven der Anleger, die deshalb das Risiko etwas herausnehmen", fuhr Lipkow fort. Nach Wochen stagnierender Verhandlungen zwischen dem Iran und den USA berichten iranische Medien von einem Ende der Verhandlungen zwischen den Kriegsparteien. Seit mehreren Tagen fänden keine Gespräche mehr zwischen Teheran und Washington statt, berichtete die iranische Nachrichtenagentur Fars, die den mächtigen Revolutionsgarden nahesteht. US-Präsident Donald Trump hingegen hatte auf Truth Social betont, die Gespräche mit Teheran würden in "schnellem Tempo" fortgeführt.
US-Börsen
Die US-Börsen sind am Dienstag durchwachsen in den Handel gestartet. Nur dem Leitindex Dow Jones Industrial <US2605661048> gelang in der Anfangsphase erneut eine Bestmarke. In der Gesamttendenz ließen es die Anleger langsamer angehen, auch wenn die KI-Rally bei manchen IT- und Chipwerten weiter ging. Die Gespräche über eine Friedenslösung im Iran-Krieg bleiben eine Hängepartie.
Der Dow stieg im frühen Handel erstmals über die Marke von 51.200 Punkten, verlor zuletzt aber 0,2 Prozent auf 50.954 Punkte. Der marktbreite S&P 500, der eine achttägige Gewinnstrecke hinter sich hat, hab leicht auf 7.595 Zähler nach. Der technologielastige Nasdaq 100 dagegen schaffte es mit 30.515 Punkten minimal in die Gewinnzone.
Trump nannte zuletzt die "nächste Woche" als Zeitraum für eine mögliche Einigung auf ein Rahmenabkommen, das die Öffnung der Straße von Hormus umfasst. Das berichtete der US-Sender ABC News unter Berufung auf ein Telefon-Interview mit Trump. In der Vergangenheit wurde er mit optimistischen Zeitplänen aber immer wieder von der Realität eingeholt. Auch aus dem Iran gibt es bislang keine öffentliche Zusage für eine Einigung.
Nachrichten Deutschland
Commerzbank
Die italienische Großbank Unicredit hat mit ihrer Übernahmeofferte für die Commerzbank die wichtige Marke von 30 Prozent der Anteile klar überschritten. Commerzbank-Aktionäre hätten ihr Anteile im Umfang von 7,58 Prozent des Grundkapitals angedient, teilte die Unicredit in Mailand mit. Nachdem das Geldhaus aus Mailand bisher schon 26,77 Prozent der Commerzbank-Aktien gehalten hatte, würde ihre Beteiligung damit rechnerisch auf 34,35 Prozent steigen.
Mit ihrem freiwilligen Übernahmeangebot vom Mai vermeidet die Unicredit ein Pflichtangebot, das sonst beim Überschreiten der 30-Prozent-Marke vorgeschrieben ist und das angesichts des zuletzt gestiegenen Commerzbank-Aktienkurses wesentlich teurer geworden wäre. Statt Geld bietet die Großbank für jedes Commerzbank-Papier 0,485 Unicredit-Anteile.
Das ist auf Basis der jüngsten Schlusskurse weniger, als man für eine Commerzbank-Aktie derzeit an der Börse bekommt. Zusätzlich verfügt die Unicredit über Finanzinstrumente, mit denen sie auf eine Menge weiterer Commerzbank-Aktien zugreifen kann. Die Großbank aus Mailand behält sich vor, die bis 16. Juni geltende Offerte bis 3. Juli zu verlängern.
Die Unicredit hatte im September 2024 einen Aktienverkauf des Bundes genutzt, um in großem Stil bei der Commerzbank einzusteigen. Schnell etablierten sich die Italiener als mit Abstand größter Einzelaktionär der zweitgrößten deutschen Privatbank vor dem deutschen Staat. Die Unicredit, die bereits mit der Hypovereinsbank (HVB) in Deutschland aktiv ist, sieht bei einem Zusammenschluss Potenzial für milliardenschwere Einsparungen.
Unicredit-Chef Andrea Orcel wirbt für die Vorzüge größerer Banken und erhöhte am 5. Mai mit einem freiwilligen Kaufangebot für sämtliche Commerzbank-Aktien den Druck. Management, Betriebsrat und Belegschaft der Commerzbank lehnen das aus ihrer Sicht "feindliche" Vorgehen von Orcel ab.
Hensoldt
Die britische Investmentbank Barclays hat das Kursziel für Hensoldt von 95 auf 97 Euro angehoben und die Einstufung auf "Equal Weight" belassen. Die deutliche Erhöhung des Free-Cashflow-Jahresziels sei vor dem Hintergrund der Erholung in den vergangenen zwei Wochen größtenteils schon im Kurs eingepreist gewesen, schrieb Afonso Osorio in einer am Montag vorliegenden Studie. In seinem Modell führe der angepeilte Mittelzufluss aber zu einem etwas höheren Kursziel für die Aktien des Rüstungselektronikkonzerns.
DHL
Die Kaufempfehlung von Kepler Cheuvreux hat die Aktien von DHL am Dienstagmorgen angetrieben. Die Papiere der Bonner stiegen auf der Handelsplattform Tradegate mit 52,14 Euro um 1,4 Prozent über ihren Xetra-Schluss vom Vorabend. Das wäre ein neues Hoch seit gut vier Jahren.
Die Kepler-Experten setzten in ihrer Empfehlung ein Kursziel von 60 Euro an. Die Anleger unterschätzten das Gewinnpotenzial im Expressgeschäft, hieß es. Ein Anstieg des Gewichts je Sendung steigere den operativen Hebel des Bereichs. Die entsprechende Änderung im Bilanzausweis der Sparte werde für höhere Transparenz hinsichtlich der Chancen sorgen.
Mercedes
Die US-Bank JPMorgan hat Mercedes-Benz nach ihrer hauseigenen jährlichen Branchenkonferenz mit einem Kursziel von 70 Euro auf "Overweight" belassen. Der Autobauer habe über seine KI-Strategie, Robotik-Partnerschaften und die Aussichten für 2026 informiert, schrieb Jose Asumendi am Montagabend. In China stünden die Stuttgarter ähnlich wie die meisten Konkurrenten Herausforderungen durch sinkende Volumina und den anhaltenden Preiskampf gegenüber. Sie behaupteten aber erfolgreich ihren Marktanteil im hochpreisigen Segment. Global erwarte Mercedes Benz im zweiten Quartal eine weitgehend ähnliche Entwicklung wie zum Jahresauftakt.
Alzchem
Die Aktien von Alzchem sind am Dienstag mit 197,50 Euro auf den höchsten Stand seit 2017 geklettert. Im laufenden Jahr haben die Papiere des Spezialchemie- und Sprengstoffherstellers damit 27 Prozent an Wert gewonnen, während die Branchenkollegen Rheinmetall, Hensoldt und Renk ihren Aktionären 2026 wenig Freude machen.
Der tschechische Rüstungskonzern CSG (Czechoslokav Group) hat seinen Anteil an Alzchem auf insgesamt 20,1 Prozent (inklusive Finanzinstrumenten) ausgebaut.
CSG ist seit dem Börsengang Mitte Januar an der Euronext für die Anleger keine Erfolgsgeschichte. Der Verkaufspreis hatte bei 25 Euro gelegen, Anfang Mai waren sie zwischenzeitlich nur noch 13,62 Euro wert. Aktuell kosten sie wieder 16,30 Euro. Analyst George McWhirter von der Berenberg Bank bleibt allerdings optimistisch und sieht selbst mit seinem am Vorabend auf 30 Euro gekappten Kursziel enormen Erholungsspielraum.
Er setzt auf Verträge mit den USA über Munition und Landsysteme sowie weitere Munitionsverträge in Europa. Gerade den Ausbau der Kapazitäten bei großen Kalibern hält er für entscheidend für eine Neubewertung.
Bayer
Die Aktien von Bayer sind am Dienstag mit 32,96 Euro auf das tiefste Niveau seit Anfang Dezember gesackt. Dabei verloren sie gut 6 Prozent. Für das laufende Jahr liegen sie nun gegen den leicht positiven Dax-Trend elf Prozent im Minus.
Am Markt nehmen die Sorgen um den Glyphosat-Vergleich in den USA laut Börsianern zu, nachdem die Zuständigkeit für den Widerstand dagegen vom Bundesgericht in Missouri zu einem anderen Bundesgericht im Staat Kalifornien gewandert sei. Dort liege der Fall beim Bundesrichter Vince Chhabria - einem ausgesprochenen Kritiker der Vergleichsstrategie der Leverkusener, wie es von mehreren Brokern hieß. Er habe einen ersten Vergleichsvorstoß 2020 schon einmal abgewiesen.
Die Nervosität am Markt nimmt ohnehin zu, da im Juni auch eine Grundsatzentscheidung des Supreme Court als oberstem US-Gericht im Fall "Durnell" ansteht, die Glyphosat-Klagen die Grundlage entziehen könnte. Der Fall beim Supreme Court bleibt von der Vergleichsvereinbarung unberührt. Ursprünglich wurde am Markt auf eine für Bayer günstige Entscheidung gesetzt. Zuletzt wurde das Meinungsbild auch diesbezüglich wieder differenzierter.
Salzgitter
Die Empfehlung von Morgan Stanley hat die Aktien von Salzgitter am Dienstagmorgen zunächst bis auf 67,30 Euro getrieben - das höchste Niveau seit dem Frühjahr 2010. Zuletzt ließ der Schwung jedoch nach und die Papiere des Stahlkonzerns kosteten mit 64,25 Euro noch gut 4 Prozent mehr als am Vortag. Seit Mitte März hatten sie sich am Morgen noch verdoppelt.
Morgan-Stanley-Experte Alain Gabriel sieht mit seinem Kursziel von 70,80 Euro jedoch noch etwas Luft nach oben. Im Optimalfall hält er nun sogar 210 Euro für erreichbar. Die Jahresziele des Konzerns blieben konservativ und die Gewinndynamik nehme mit Blick auf 2027 noch Fahrt auf, so Gabriel. Gleichzeitig sinke das Bilanzrisiko und mache Platz für eine Bewertungsdiskussion - selbst ohne Berücksichtigung des Aurubis-Anteils.
Die Aktien von Aurubis erreichten am Morgen ein neuerliches Rekordhoch. Salzgitter hält rund ein Viertel der Anteile.
Nachrichten International
Broadcom springt nach Vorstellung neuer Edge-KI-Produkte
Broadcom stellte auf der Computex ein umfassendes Portfolio an KI-fähigen Breitband- und WLAN-Lösungen vor, darunter ein 50G-Glasfaser-Chip, eine vollständige Wi-Fi-8-Produktfamilie sowie eine gemeinsam mit Samsung entwickelte 5G- und Wi-Fi-8-Plattform. Die Chips integrieren neuronale Prozessoren, die Heimnetzwerke und Unternehmensgeräte zu intelligenten KI-Agenten machen sollen, die Rechenaufgaben eigenständig zwischen lokalem Gerät und Cloud verteilen können. Die Aktie legte vorbörslich rund 6 Prozent zu – mit Quartalszahlen, die morgen erwartet werden, als zusätzlichem Kurstreiber.
Meta verschärft Jugendschutzeinstellungen auf Facebook, Instagram und Messenger
Meta hat neue Inhaltsfilter für Teenager-Konten eingeführt, die laut unternehmenseigenen Tests in der Standardeinstellung 68 Prozent weniger unangemessene Inhalte zeigen als vergleichbare Plattformen – in der strengsten Einstellung sogar 96 Prozent weniger. Hintergrund ist wachsender Druck von Regulierern und Eltern sowie ein Urteil einer Jury in Los Angeles, die einer Klägerin recht gab, die eine Sucht durch das Design sozialer Medien geltend gemacht hatte. Meta hatte Investoren zuvor gewarnt, dass regulatorische Eingriffe in den USA und Europa das Geschäftsergebnis erheblich beeinflussen könnten.
Nvidia-Chef sichert Lieferkette – bleibt aber angespannt
Jensen Huang bekräftigte auf der Computex-Messe in Taipei, dass Nvidia ausreichend Produktionskapazitäten für CPUs und GPUs gesichert hat, um das starke Wachstum der KI-Nachfrage zu bedienen – räumte aber gleichzeitig ein, dass Lieferengpässe weiterhin bestehen. Huang bezeichnete den neuen RTX Spark PC-Chip als Teil von Nvidias gemeinsamer Initiative mit Microsoft, den Personal Computer für das KI-Zeitalter neu zu erfinden, und positionierte ihn direkt als Konkurrenz zu AMD, Intel und Apple. Die Nvidia-Aktie legte zuletzt rund 6 Prozent zu und nähert sich wieder der 5-Billionen-Dollar-Marktkapitalisierungsmarke.
Nvidia-Chef lobt Marvell als nächsten Billionen-Dollar-Chipkonzern
Jensen Huang sagte auf der Computex, Marvell Technology könnte das nächste Halbleiterunternehmen werden, das eine Marktkapitalisierung von einer Billion Dollar erreicht – und begründete dies mit der wachsenden Nachfrage nach KI-Infrastruktur und dem Wandel von Kupfer- zu optischen Netzwerkverbindungen. Marvells Aktie schoss daraufhin vorbörslich um rund 25 Prozent in die Höhe, was einem potenziellen Marktwertanstieg von über 47 Milliarden Dollar entspricht. Aktuell beträgt Marvells Marktkapitalisierung rund 192 Milliarden Dollar – bis zur Billion ist es also noch ein weiter Weg.
Arm könnte Umsatzziel von 15 Milliarden Dollar früher als geplant erreichen
Arm-CEO Rene Haas zeigte sich auf der Computex zuversichtlich, das selbstgesteckte Ziel von 15 Milliarden Dollar Jahresumsatz mit eigenen Chips möglicherweise noch vor dem ursprünglich anvisierten Zeitraum bis Ende des Jahrzehnts zu erreichen. Seit dem Launch des ersten eigenen Arm-Chips im März – mit Meta als Erstkunde – sei die Nachfrage stärker als erwartet gestiegen, angetrieben vom Rechenzentrum- und KI-Serviceboom. Die Arm-Aktie hat in den letzten Tagen bereits rund 16 Prozent zugelegt und notiert vorbörslich weiter im Plus.
Nvidia
Am Montag haben Pläne von Nvidia KI-Chipriesen und klassische PC-Prozessorhersteller im US-Handel unterschiedlich bewegt. Der Konzern will mit seinen als KI-Treiber verwendeten Grafikprozessoren künftig auch im Bereich der PC-Hauptprozessoren angreifen.
Nvidia-Aktien legten um fast fünf Prozent zu. Intel verloren 3,7 und AMD 1,8 Prozent. Etwas mildernd wirkte es sich bei letzterem aus, dass der Barclays-Analyst Tom O'Malley das Unternehmen im Vergleich als "besser positioniert" im PC-Bereich ansieht. Dies sprach er aber ohne Bewertung der Nvidia-Pläne aus.
O'Malley äußerte sich in der Studie auch generell zum Markt für Hauptprozessoren (CPU), die sich an den Bedarf für Grafikprozessoren (GPU) annäherten. Diese waren im KI-Einsatz bislang wegen der darauf zugeschnitten Leistungseffizienz maßgeblich. Wie er betonte, steige die CPU-Nachfrage derzeit dank der Verwendung im Bereich der agentischen KI rasant. Diese plant als Anwendung selbstständig und trifft Entscheidungen.
Bei der Aktie von Nvidia, das längst das wertvollste Unternehmen der Welt geworden ist, bedeuteten die Kursgewinne vom Montag aber nur eine Erholung. Sie waren in den vergangenen zwei Wochen etwas von ihrem Mitte Mai erreichten Rekordhoch zurückgekommen.
Gemeinsam mit Nvidia waren am Montag aus dem Chipsektor auch die Titel von ARM weiter heiß begehrt. Die Aktien des Chiparchitektur-Entwicklers sprangen auf ihrer Rekordrally um nochmals fast 17 Prozent hoch. Sie profitierten davon, dass das Unternehmen mit dem KI-Chip-Riesen bei der Entwicklung der angekündigten PC-Hauptprozessoren kooperiert.
OpenAI
Der US-Bundesstaat Florida wirft der KI-Firma OpenAI in einer Klage vor, die Nutzer ihrer Software ChatGPT zu gefährden. Der Chatbot sei eine Bedrohung für die öffentliche Sicherheit, heißt es in der von Floridas Generalstaatsanwalt James Uthmeier eingereichten Klageschrift. Darin wird auf Fälle verwiesen, in denen ChatGPT eine tödliche Medikamentenkombination empfohlen und einen für tödliche Schüsse auf einem Universitätsgelände verantwortlichen Schützen vor dessen Tat beraten haben soll. Insbesondere für Teenager sei der Chatbot problematisch, kritisierte Uthmeier.
OpenAI verwies in einer Reaktion auf Maßnahmen zum Schutz junger Nutzer. Dazu gehörten Mechanismen zur Alterserkennung sowie Überwachungsmöglichkeiten für Eltern. Die Maßnahmen führte OpenAI zum Teil erst nach Todesfällen und öffentlicher Kritik ein.
ChatGPT ist der Chatbot, der den aktuellen Hype um Künstliche Intelligenz auslöste und kommt inzwischen laut OpenAI auf 900 Millionen Nutzer pro Woche. Er ist das wichtigste Produkt der Firma.
Florida hatte bereits im April Ermittlungen zur Rolle von ChatGPT beim Schusswaffen-Angriff an der Florida State University im April 2025 aufgenommen. Der Schütze habe vor der Tat Ratschläge von dem KI-Chatbot eingeholt, sagte Uthmeier damals. Demnach bekam er nicht nur Empfehlungen, welche Waffe er verwenden solle und welche Munition zu welchen Waffen passe, sondern auch zu der Frage, wo und zu welcher Zeit dort die meisten Menschen anzutreffen sein würden. OpenAI beharrt darauf, dass ChatGPT nicht für die Tat verantwortlich sei, bei der zwei Menschen getötet und sechs weitere verletzt wurden.
STMicroelectronics
Mit deutlichen Gewinnen haben Aktien von STMicroelectronics auf die Erhöhung der Prognose für den Umsatz mit Rechenzentren reagiert. Zuletzt zog der Wert um 8,3 Prozent an. Er kletterte damit auf neue Hochs und setzte seinen Höhenflug seit April fort. Innerhalb von zwei Monaten hat sich die Aktie nahezu verdoppelt.
Der französische Halbleiterhersteller hatte seine Prognose für den Umsatz mit Rechenzentren von deutlich über 500 Millionen Dollar auf rund eine Milliarde Dollar erhöht. Zudem könnten sich die Umsätze in diesem Bereich bis 2027 nochmals verdoppeln, sollten die derzeitigen Marktkräfte Bestand haben, so das Unternehmen. Zuvor war StMicro hier von deutlich über einer Milliarde Dollar ausgegangen. Nach Ansicht der Analysten von Jefferies zeugen die Aussagen von der Zuversicht des Unternehmens, dass die aufgebauten Kapazitäten auf entsprechende Nachfrage treffen.
Antropic
Die KI-Firma Anthropic, die der schärfste Rivale des ChatGPT-Entwicklers OpenAI ist, nimmt Kurs auf die Börse. Ein Antrag für eine Aktienplatzierung wurde zunächst vertraulich eingereicht, wie Anthropic mitteilte. Damit bleiben Geschäftsinformationen zunächst unter Verschluss, während die Unterlagen von der US-Börsenaufsicht SEC geprüft werden.
Der Börsengang könnte einer der drei größten in diesem Jahr werden. Die KI-Firma schloss zuletzt eine 65 Milliarden Dollar schwere Finanzierungsrunde zu einer Gesamtbewertung von 900 Milliarden Dollar ab. Auch OpenAI werden Börsenambitionen nachgesagt, die in ähnlichen Dimensionen liegen könnten. Elon Musks Raumfahrtfirma SpaceX, in der inzwischen auch seine KI-Firma xAI aufgegangen ist, könnte bereits Mitte Juni an die Börse gehen. Dabei wird Medienberichten zufolge eine Gesamtbewertung von bis 1,8 Billionen Dollar angestrebt. Mit demnach erhofften Erlösen von bis zu 80 Milliarden Dollar wäre es der mit Abstand größte Börsengang.
OpenAI-Chef Sam Altman sagte nach der Anthropic-Ankündigung, seine Firma sehe sich nicht im Rennen darum, wer zuerst an der Börse notiert sein wird. "Wir werden es machen, wenn wir glauben, dass es Sinn ergibt", betonte er in einem Interview des Senders CNBC. Vor einigen Monaten berichtete die Website "The Information", OpenAI-Finanzchefin Sarah Friar halte das Unternehmen noch nicht reif für einen Börsengang. OpenAI wies damals zurück, dass es bei dem Thema Differenzen in der Führungsetage gebe.
Zugleich gibt es nach wie vor Zweifel, ob die Investitionen von hunderten Milliarden Dollar in Infrastruktur für Künstliche Intelligenz am Ende wieder zurückverdient werden können. Altman sagte dazu bei CNBC, man werde nach seiner Einschätzung in einem oder zwei Jahren besser erkennen können, dass sich die hohen Ausgaben rechnen.
HP
Aktien des Server- und Speicherlösungs-Spezialisten HP Enterprise (HPE) sind am Montag nach US-Börsenschluss getrieben von KI-Euphorie kräftig gestiegen. Zuletzt legten sie um 30 Prozent auf knapp über 60 US-Dollar zu.
Als Treiber fungierte vor allem ein Ausblick, der die Erwartungen des Marktes deutlich in den Schatten stellte. Die Rally der Papiere setzte sich damit fort. Schon Ende der Vorwoche hatte es zwei schwungvolle Gewinntage gegeben - mitunter gestützt auf starke Zahlen des Computerkonzerns Dell. Vor den nachbörslich veröffentlichten Zahlen hatten die HPE-Aktien am Montag den Handel mit einem Plus von mehr als neun Prozent beendet.
Bitcoin
Das Unternehmen Strategy hat erstmals seit zwei Jahren einen Teil seiner Bitcoin-Bestände im Wert von rund 2,5 Millionen US-Dollar verkauft, um finanzielle Verpflichtungen und Dividendenzahlungen zu erfüllen. Da Firmengründer Michael Saylor zuvor stets versprochen hatte, niemals Bitcoin zu veräußern, reagierte die Community verärgert und warf ihm Wortbruch vor. Infolge der Bekanntgabe des Verkaufs brachen sowohl der Bitcoin-Kurs als auch die hauseigene Aktie des Unternehmens spürbar ein.
Enthält Material von dpa-AFX
Häufig gestellte Fragen
Warum legt der DAX am Dienstag weiter zu?
Nach neuen Höchstständen an den US-Börsen wird der deutsche Leitindex am Dienstag moderat im Plus erwartet, wobei der X-Dax vor Handelsbeginn einen Anstieg um 0,5 Prozent auf 25.121 Punkte signalisierte. Neben den positiven US-Vorgaben stützen die fortlaufenden Friedensverhandlungen zwischen den USA und dem Iran sowie leicht nachgebende Ölpreise die Marktstimmung. Zudem sorgen positive Analystenkommentare, wie die Hochstufung von Salzgitter durch Morgan Stanley und das neue Vierjahreshoch der DHL-Aktie nach einer Kaufempfehlung von Kepler Cheuvreux, für gezielte Impulse am deutschen Markt.
Welche Pläne von Nvidia wirbeln den Chip- und Servermarkt auf?
Nvidia plant, mit seinen Grafikprozessoren künftig auch im Bereich der PC-Hauptprozessoren (CPUs) anzugreifen, was die Aktie um fast fünf Prozent antrieb und Konkurrenten wie Intel und AMD unter Druck setzte. Da die Nachfrage nach CPUs durch den rasanten Aufstieg der selbstständig agierenden agentischen KI stark zunimmt, kooperiert Nvidia bei dieser Entwicklung mit dem Chiparchitektur-Entwickler ARM, dessen Papiere um fast 17 Prozent nach oben sprangen. Gleichzeitig sorgt die KI-Euphorie beim Server-Spezialisten HP Enterprise nach einem starken Ausblick für einen nachbörslichen Kurssprung von rund 30 Prozent.
Warum stehen die KI-Rivalen OpenAI und Anthropic im Rampenlicht?
Während der ChatGPT-Entwickler OpenAI mit einer schweren Klage des US-Bundesstaates Florida konfrontiert ist, die dem Chatbot eine Gefährdung der öffentlichen Sicherheit und Mitschuld an Gewalttaten vorwirft, steuert der schärfste Rivale Anthropic erfolgreich auf die Börse zu. Anthropic hat nach einer 65 Milliarden Dollar schweren Finanzierungsrunde, die das Unternehmen mit 900 Milliarden Dollar bewertet, einen vertraulichen Antrag auf eine Aktienplatzierung bei der SEC eingereicht. OpenAI-Chef Sam Altman betonte daraufhin, dass sich sein Unternehmen nicht im Rennen um den ersten Börsengang befinde und diesen Schritt erst tun werde, wenn es operativ sinnvoll sei.