Das Management schraubte kürzlich die Prognosen für das Geschäftsjahr 2026/27 nach oben. Preise und Investitionen sollen erhöht werden. Anleger könnten jetzt den Einstieg wagen und belohnt werden.
Die Aktie von National Grid steht unter Strom. Um mehr als 20 Prozent legte der Anteilschein des britischen Übertragungsnetzbetreibers seit Jahresbeginn zu. Im Halbjahresergebnis, das Anfang November veröffentlicht wurde, zeigte sich bereits, dass das laufende Geschäftsjahr 2025/26 ein deutliches Wachstum bringen würde. Diesen Kurs will das im FTSE 100 notierte Unternehmen in den kommenden Jahren fortsetzen.
Aktie unter Strom
National Grid zählt zu den größten Stromnetzbetreibern in Großbritannien und bedient dort rund acht Millionen Kunden. Mehr als 30 Prozent des operativen Gewinns steuerte in den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres allerdings das US-Geschäft mit Stromtrassen in Bundesstaaten wie New York, Massachusetts und Rhode Island bei.
Anfang der Woche erhöhte der Konzern die Prognosen für die kommenden Jahre, als er seinen neuen Fünf-Jahres-Investitionsplan vorstellte und die neuen Preiskontrollen der britischen Regulierungsbehörde Ofgem für seine britische Stromübertragungssparte akzeptierte. Ofgem definiert für National Grid unter anderem Preisobergrenzen, erlaubte Rendite und Produktionsziele.
Nach eigenen Angaben dürfte die Stromnachfrage in Großbritannien durch die gesetzten Ziele zur Dekarbonisierung von 2025 bis 2035 um rund 50 Prozent zulegen. Die Experten von Goldman Sachs rechnen damit, dass der Strombedarf durch den Bau von KI-Rechenzentren möglicherweise noch deutlich stärker zulegen könnte. Vergleichbare Trends zeigen sich für den Nordosten der USA. Der erhöhte Strombedarf sorgt für einen Anstieg der Übertragungskapazitäten. Auf dieser Basis gab National Grid bekannt, bis zum Ende des Geschäftsjahres 2031 mindestens 70 Milliarden britische Pfund investieren zu wollen. Das entspricht einer Steigerung von rund 70 Prozent gegenüber den vorangegangenen fünf Jahren.
Rund 31 Milliarden Pfund sollen dabei in den Ausbau und die Effizienz des britischen Stromnetzes fließen. Weitere neun Milliarden gehen in eine bessere Verteilung von Gas und Strom. Für Investitionen in effizientere Stromübertragungen und den Ausbau des Netzes in den USA sind zunächst etwa 32 Milliarden Pfund bis 2031 eingeplant.
Starkes Wachstum
Bereits im kommenden Geschäftsjahr erwartet das Management ein Gewinnwachstum von 13 bis 15 Prozent aufgrund höherer zulässiger Umsätze im Rahmen der Preiskontrollen von Ofgem. Mittelfristig rechnen die Briten mit einem Gewinnplus pro Aktie von acht bis zehn Prozent und Dividendensteigerungen in höhe der Inflationsrate. Bei den Anlegern sind die neuen Investitionspläne und die Aussicht auf steigende Gewinne in den kommenden Geschäftsjahren gut angekommen. Die positive Stimmung könnte noch einige Zeit anhalten. Mit einem Ausbruch über die technische Widerstandsmarke eröffnet sich für die Aktie weiteres Aufstiegspotenzial bis zur 161,8-Projektionslinie bei 18,20 Euro. Um mögliche Verluste zu begrenzen, sollte jedoch ein Stop-Loss gesetzt werden.
Fazit
National Grid will vom steigenden Strombedarf profitieren und schraubt daher das Investitionspaket nach oben. Zudem dürften Preiserhöhungen den Gewinn künftig beflügeln und könnten den Aktienkurs antreiben.
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