Ein Geheimtipp des MDAX hat die Feiertage nicht gut überstanden. Am Dienstagmorgen verzeichnete einer der großen Gewinner der letzten Monate plötzlich ein Minus von 3,8 Prozent. Gleichzeitig streicht die UBS ihre Kaufempfehlung. Kommt jetzt die große Talfahrt?
Die Aktie von Wacker Chemie musste infolge des Iran-Krieges bereits im März ein Jahrestief von 62 Euro verkraften. Dennoch gilt das Papier als einer der großen Gewinner des starken europäischen Chemiesektors und konnte in einer furiosen Rallye sogar mit 104,70 Euro auf einen neuen Höchstwert seit dem Sommer 2024 klettern. Dennoch startet die aktuelle Woche alles andere als rosig für Anleger.
Analysten bleiben skeptisch
Trotz des guten Laufs der vergangenen Wochen hat Analyst Christian Bell der Schweizer Großbank UBS seine Kaufempfehlung für die Wacker Chemie-Aktie gestrichen. Gleichzeitig erhöht der Experte das Kursziel von 84 Euro auf 104 Euro und bewertet das Papier mit "Neutral". Das sorgte für einen Absturz um 3,8 Prozent am Dienstagmorgen und ein Unterschreiten der 21-Tage-Linie. Mittlerweile hat sich die Aktie allerdings wieder etwas erholt und notiert bei 97,45 Euro, was einem Minus von 3,23 Prozent entspricht (Stand: 26. Mai 2026, 11:19 Uhr). Bell sieht die Berechenbarkeit des Timings und Ausmaßes einer weiteren Gewinnerholung als schwierig an, wodurch der Analyst die Bewertung als fair erachtet.
Während Anleger auf eine Sonderkonjunktur der Branche setzten, gab es Analysten wie Chetan Udeshi von JPMorgan, die deutlich Wind aus den Segeln nahmen. Er sieht das Kursziel mit 60 Euro deutlich negativer als der Kollege der UBS und rechnet damit, dass die strukturellen Probleme der Branche wieder in den Fokus rücken werden. Mit seiner Empfehlung weicht der Experte allerdings von den Markterwartungen ab, die das Kursziel deutlich höher sehen.
Nicht auf wankende Märkte setzen
Während die Chemie-Branche als Nutznießer des Iran-Konfliktes hervorgeht, gibt es Aktien, die sich von solchen geopolitischen Krisen kaum beeinflussen lassen. Im Stabile-Werte-Index von BÖRSE ONLINE finden Anleger 18 solcher Papiere.
Kommt jetzt der Negativtrend?
Trotz des schwachen Handelsstarts sollten Anleger nichts überstürzen. Wacker Chemie profitiert, wie BASF, von einem starken Chemiesektor. Als Nutznießer-Segment des Iran-Krieges können die Unternehmen weiter im Aufwind agieren, da die günstigere Konkurrenz aus Asien weiterhin mit Lieferschwierigkeiten zu kämpfen hat. Analysten sehen das Ganze deutlich skeptischer, da die Branche nach wie vor kein Sicherheitsgarant ist.
Wacker Chemie bleibt nach wie vor spannend. Ein solcher Rücksetzer ist nichts Unübliches. Analystenbewertungen sorgen für solche Bewegungen und versetzen Anleger nicht selten in Panik. Dennoch ist der Konsens weiterhin positiv gestimmt. Ändert sich die Lage im Nahen Osten in Kürze, könnte sich dies jedoch wieder ändern.
BÖRSE ONLINE-Empfehlung
BÖRSE ONLINE hat das Papier zuletzt im April empfohlen. Anleger, die darauf vertraut haben, konnten, trotz des negativen Dienstagmorgens, aktuell ein Plus von 7,92 Prozent einstreichen. Möchten Sie mehr zur Wacker Chemie-Aktie erfahren und interessieren sich für Kursziel oder Kursstopp, empfiehlt sich ein Blick in Heft 17/26 von BÖRSE ONLINE. Für weitere Empfehlungen dieser Art, können Sie auch das vergünstigte Probe-Abonnement nutzen und erhalten somit vier Ausgaben zum Vorzugspreis.
FAQs
Warum fiel die Wacker-Chemie-Aktie am Dienstagmorgen?
Ein Grund ist die Streichung der Kaufempfehlung durch die UBS, was für einen kurzen Schock-Moment bei Anlegern sorgte.
Wie bewertet UBS-Analyst Christian Bell die Aktie jetzt?
Mit "Neutral" und einem Kursziel von 104 Euro.
Warum bleibt die Aktie trotz Rücksetzer interessant?
Weil der Titel seit dem April-Tief deutlich zugelegt hat.
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