Nach den Zinssignalen der US-Notenbank Fed und wegen durchwachsener Übersee-Vorgaben zeichnet sich am Donnerstag am deutschen Aktienmarkt ein etwas schwächerer Auftakt ab. Im Fokus stehen SpaceX, Nvidia und BMW.

Bei durchwachsenen Vorgaben aus Übersee zeichnen sich im Dax am Donnerstag zunächst kleine Verluste ab. Der Broker IG taxierte den deutschen Leitindex rund zweieinhalb Stunden vor dem Xetra-Start 0,2 Prozent tiefer auf 24.886 Punkte. Damit zeichnet sich ein erneuter Test der 21-Tage-Linie bei derzeit 24.839 Punkten ab.

DAX (WKN: 846900)

Fed-Entscheidung: Hinweis auf kommende Zinserhöhungen?

In den USA hatte der Dow Jones Industrial am Mittwoch im frühen Handel zunächst einen weiteren Rekord erreicht, letztlich aber klar ins Minus gedreht. Auch der Nasdaq 100 korrigierte derweil weiter. Die US-Notenbank hatte erwartungsgemäß erneut nicht an der Zinsschraube gedreht. Der neue Fed-Chef Kevin Warsh wollte in seiner ersten Sitzung die von US-Präsident Trump geforderten Zinssenkungen nicht durchsetzen. Experten sehen jedoch im geänderten Wording hinsichtlich der Preisstabilität einen Hinweis auf kommende Zinserhöhungen, die den Anlegern weniger schmecken.

Unter dem neuen Chef rechnet die Fed zudem für das laufende Jahr mit einer deutlich höheren Inflation als bislang. Und die Notenbank habe die Preisstabilität in ihrem Statement anlässlich des Zinsentscheids ganz klar an die erste Stelle gestellt, schrieb Thomas Altmann, Leiter des Portfoliomanagements von QC Partners. Auf sinkende Zinsen, die Aktien gegenüber Anleihen stützen würden, müssten Anleger wohl bis zum Jahr 2028 warten.

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Höhenflug von SpaceX gestoppt

Der Höhenflug von SpaceX nach dem Rekord-Börsengang am Freitag ist erst einmal gestoppt. Die Papiere des Raumfahrt- und KI-Unternehmens von Tesla-Chef Elon Musk rutschten im Handelsverlauf am Mittwoch ins Minus und büßten letztlich fünf Prozent auf 191,82 US-Dollar ein. Zwischenzeitlich war es für die Papiere um mehr als 7 Prozent nach unten gegangen.

Damit beendeten die SpaceX-Aktien erst einmal ihre Gewinnserie, die den Kurs in der Spitze um gut zwei Drittel über den Ausgabepreis von 135 Dollar getrieben hatte. Michael Monaghan, Partner und Portfoliomanager bei der Risikokapitalgesellschaft Founder Funds, wollte die Kursentwicklung am Mittwoch deshalb auch nicht überbewerten: "Kurz gesagt: Ich halte das bisher nur für Aufregung um nichts. Sollten wir einen Tag mit starken Kursverlusten erleben, wäre das meiner Meinung nach eine ganz andere Diskussion.

Nvidia bleibt Platzhirsch

Weiter die Nase vorn haben dagegen die absoluten Schwergewichte der Tech-Branche. Der KI-Chip-Hersteller Nvidia als Platzhirsch ist fünf Billionen Dollar wert. Dahinter folgen der Google-Mutterkonzern Alphabet mit 4,4 Billionen und Apple mit 4,3 Billionen Dollar.

Berenberg senkt Ziel für BMW

Die Privatbank Berenberg hat das Kursziel für BMW von 86 auf 69 Euro gesenkt, aber die Einstufung auf "Hold" belassen. Analyst Romain Gourvil kappte am Mittwochabend im Nachgang der "erneuten China-Gewinn-Warnung" seine Margen- und Barmittelerwartungen an die Münchener.


Häufige Fragen

Warum beeinflusst die Fed-Zinsentscheidung auch deutsche Anleger?

Die Fed gibt häufig den Takt für die internationalen Finanzmärkte vor. Steigen oder fallen die US-Zinsen, wirkt sich das auf Dollar, Anleiherenditen, Aktienmärkte und oft auch auf Rohstoffe aus - und damit indirekt auf Portfolios in Europa.

Was macht SpaceX?

SpaceX (Space Exploration Technologies Corporation) ist ein privates US-amerikanisches Raumfahrt-, Telekommunikations- und Technologieunternehmen, das seinen Fokus immer stärker auf KI legt. Die Firma wurde von Elon Musk gegründet und ging die vergangenen Tage mit einer Rekordbewertung an die US-Börse. 

Was ist bei BMW los?

Nach deutlich reduzierten Jahreszielen von BMW sind die Aktien des Autokonzerns abgerutscht. Wegen der Krise am chinesischen Automarkt und der Folgen des Nahostkriegs rechnet BMW für seine Autosparte in diesem Jahr nur noch mit einer operativen Gewinnmarge von 1 bis 3 Prozent. Bisher hatte das Management 4 bis 6 Prozent veranschlagt. Auch den Vorsteuergewinn im Konzern schätzt der neue Konzernchef Milan Nedeljkovic nun niedriger ein: Er soll im Vergleich zum Vorjahr deutlich statt nur moderat sinken.

Enthält Material von dpa-AFX