Am heutigen Dienstag, dem 17. Februar 2026, rückt der dänische Pharmariese Novo Nordisk erneut ins Zentrum des globalen Anlegerinteresses. Während der Wettbewerb am lukrativen Adipositas-Markt – insbesondere durch den US-Rivalen Eli Lilly – immer schärfer wird, drückt Novo Nordisk beim Roll-out der oralen Version seines Blockbusters Wegovy massiv aufs Tempo. Die Strategie ist klar: Nach dem fulminanten Start in den Vereinigten Staaten soll nun die internationale Infrastruktur für den globalen Siegeszug der „Abnehmpille“ gerüstet werden.

Der Markteintritt der Wegovy-Tablette in den USA Anfang Januar 2026 hat die Erwartungen der Analysten weit übertroffen. Nachdem die FDA kurz vor dem Jahreswechsel die Zulassung erteilt hatte, explodierten die Verschreibungszahlen förmlich. Bereits in den ersten Wochen nach dem Start am 5. Januar wurden zehntausende Rezepte registriert; mittlerweile nutzen weit über 240.000 Patienten das tägliche Präparat. Dieser Erfolg ist umso bemerkenswerter, da die orale Einnahme für viele Patienten eine erhebliche Erleichterung gegenüber der wöchentlichen Spritze darstellt.

Einen wichtigen Etappensieg errangen die Dänen zudem an der juristischen Front. Der Telemedizin-Anbieter Hims & Hers hatte kurzzeitig versucht, mit einer eigenen, deutlich günstigeren GLP-1-Rezeptur in den Markt zu drängen. Eine aggressive Patentklage von Novo Nordisk sowie deutliche Warnsignale der US-Behörden gegen illegale Nachahmungen zwangen den Konkurrenten jedoch zum schnellen Rückzug. Dieser juristische Erfolg sicherte nicht nur Novos Exklusivität, sondern ließ die Aktie nach den jüngsten Turbulenzen auch um fast acht Prozent nach oben springen.

Standort Athlone: Das europäische Sprungbrett

Um die erwartete Massennachfrage außerhalb der USA zu bedienen, baut Novo Nordisk seine Kapazitäten im irischen Athlone konsequent aus. Das Werk, das der Konzern bereits 2023 für rund 91 Millionen Dollar übernommen hatte, wird derzeit für die Produktion oraler Medikamente hochgefahren. Mit rund 400 Mitarbeitern vor Ort soll Athlone zum zentralen Knotenpunkt für die Versorgung der internationalen Märkte werden, sobald die regulatorischen Hürden in Europa gefallen sind.

Die Entscheidung der Europäischen Arzneimittelbehörde (EMA) über die Zulassung der Wegovy-Pille wird für das Frühjahr 2026 erwartet. Die Anträge wurden bereits in der zweiten Jahreshälfte 2025 eingereicht. Ein positives Signal aus Brüssel würde den Startschuss für einen Markt bedeuten, auf dem Novo Nordisk bisher vor allem durch Lieferengpässe bei der Spritzen-Variante gebremst wurde.

Analysten-Check: Konservativer Ausblick als Chance?

An der Börse zeigt sich die Aktie (WKN: A3EU6F) nach einem volatilen Jahresstart stabilisiert. Die britische Investmentbank Barclays äußerte sich zuletzt vorsichtig optimistisch, reduzierte jedoch das Kursziel von 360 auf 340 dänische Kronen. Analyst James Gordon bewertet den jüngsten Ausblick des Managements für das Geschäftsjahr 2026 als „konservativ“ – eine Einschätzung, die Raum für positive Überraschungen lässt, sollte der Markthochlauf der Pille weiterhin so dynamisch verlaufen wie in den USA.

Während Anleger die 41-Euro-Marke (ca. 306 DKK) als solide Unterstützung im Blick behalten, wartet der Markt gespannt auf das nächste große Ereignis am 10. April 2026: Dann entscheidet die FDA über die Zulassung der Konkurrenz-Pille von Eli Lilly. Bis dahin bleibt Novo Nordisk der unangefochtene Vorreiter im Bereich der oralen Gewichtsreduktion und setzt alles daran, seinen technologischen Vorsprung in dauerhafte Marktanteile zu verwandeln.

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Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Novo Nordisk.