Zum Wochenstart haben die Futures auf Brent und WTI einen deutlichen Sprung nach oben gemacht: Beide wichtigen Rohölsorten legten um mehr als sieben Prozent zu. Diese deutsche Aktie könnte von anhaltend hohen Ölpreisen profitieren.
Auslöser für die massive Verteuerung des fossilen Energieträgers waren neue Sorgen über noch höhere Angebotsausfälle, nachdem der Iran und die USA ihre Friedensverhandlungen am Sonntag abgebrochen haben. Falls nun durch eine Blockade der iranischen Ölexporte durch die USA auch kein iranisches Rohöl mehr auf die Märkte gelangen sollte, würde das globale Angebot um weitere zwei Millionen Barrel pro Tag sinken. Das würde vor allem China treffen.
Nie mehr billiges Öl?
Viele Analysten vertreten inzwischen die These, dass selbst im Falle einer Entspannung oder eines Endes des Irankonflikts das Preisniveau bei Öl und Gas hoch bleiben dürfte. Grund dafür sind gleich mehrere Faktoren: eine weiterhin moderate globale Nachfrage, insbesondere aus Nicht-OECD-Ländern, und der kriegsbedingte Ausfall der Ölinfrastruktur wichtiger Produzenten. Diese Kombination sorgt dafür, dass das Angebot nur begrenzt ausgeweitet werden kann, während die globale Nachfrage bislang stabil geblieben ist und künftig möglicherweise weiter wächst.
Von dieser Entwicklung könnten nicht nur Unternehmen profitieren, die direkt im Ölgeschäft tätig sind, sondern auch solche, die indirekt von steigenden Preisen fossiler Energieträger profitieren. Ein besonders spannender Kandidat ist in diesem Zusammenhang das deutsche Unternehmen Verbio. Das Geschäftsmodell von Verbio basiert auf der Produktion von Biokraftstoffen wie Biodiesel und Bioethanol sowie auf fortschrittlichen Lösungen im Bereich erneuerbarer Energien. Gerade in einem Umfeld steigender Ölpreise gewinnen diese Alternativen deutlich an Attraktivität.
Der Grund liegt auf der Hand: Je teurer fossile Kraftstoffe werden, desto wettbewerbsfähiger werden nachwachsende Alternativen. Unternehmen und Staaten sind gleichermaßen daran interessiert, Kosten zu senken und gleichzeitig regulatorische Vorgaben zur CO₂-Reduktion einzuhalten. Verbio profitiert hiervon doppelt: sowohl durch eine steigende Nachfrage nach nachhaltigen Kraftstoffen als auch von der politischen Unterstützung im Zuge der Energiewende.
Biokraftstoffe gewinnen an Bedeutung
Ein weiterer Vorteil für Verbio liegt in der zunehmenden Bedeutung von sogenannten fortschrittlichen Biokraftstoffen, die aus Reststoffen hergestellt werden. Diese gelten als besonders nachhaltig und werden häufig besonders stark gefördert. Verbio hat sich in diesem Bereich früh positioniert und profitiert somit von langfristigen Trends, die weit über kurzfristige Ölpreisschwankungen hinausgehen.
Das am 26. März 2026 veröffentlichte Update von mwb Research zu Verbio bestätigte diese positive Einschätzung. Auslöser war eine deutliche Anhebung der EBITDA-Guidance für das Geschäftsjahr 2026 auf 100 bis 140 Millionen Euro, nachdem zuvor lediglich ein hoher zweistelliger Millionenbetrag erwartet wurde. Treiber seien eine starke Nachfrage nach Biokraftstoffen, verbesserte Margen durch stabile Rohstoffkosten sowie ein günstigeres regulatorisches Umfeld gewesen, schreibt der mwb-Analyst.
Aufgrund der neuen Unternehmensprognose hob mwb Research die eigenen Schätzungen an und positioniert sich damit am oberen Ende der Guidance. Zudem sei das Vertrauen in die mittelfristige Entwicklung gewachsen, da Energiesicherheit nun stärker in den Fokus der Politik rücken dürfte. Zusätzlichen Rückenwind könnten steigende Preise für Treibhausgasquoten und verbesserte Marktbedingungen liefern. Das Kursziel wurde deshalb von 44 auf 50 Euro erhöht und die bisherige Kaufempfehlung bestätigt. Zum Wochenauftakt legte die Verbio-Aktie in der Spitze um über neun Prozent zu.
Hinweis: Einen Quick-Check zu Verbio fanden BÖRSE ONLINE-Leser auch in der Oster-Ausgabe 15/2026.
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Häufige Fragen zum Thema
Was sind Biokraftstoffe?
Biokraftstoffe werden aus Biomasse hergestellt und in verschiedene Generationen eingeteilt. Sie reduzieren den CO2-Ausstoß gegenüber fossilen Kraftstoffen.
Man unterscheidet Kraftstoffe der ...
1. Generation: Aus Nahrungspflanzen (Raps, Mais, Zuckerrohr).
2. Generation: Aus Rest-/Abfallstoffen (Stroh, Holz, Altspeisefett).
3. Generation: Aus Algen (in der Entwicklung).
Welche Arten von Biokraftstoffen gibt es?
Biodiesel (FAME): besteht hauptsächlich aus Raps-, Soja- oder Palmöl;
Bioethanol: wird durch Fermentation von zucker- oder stärkehaltigen Pflanzen gewonnen;
HVO (Hydrated Vegetable Oil): aus Pflanzenölen oder Abfallstoffen (z.B. Altspeisefett) hydrierter Kraftstoff;
Biomethan: aufbereitetes Biogas;
BtL (Biomass-to-Liquid): Synthesekraftstoffe aus fester Biomasse.
Welche Biokraftstoffe stellt Verbio her?
Der deutsche produzent Verbio konzentriert sich hauptsächlich auf die Herstellung von Biodiesel, Bioethanol und Biomethan (als BioCNG und BioLNG). Dafür werden nachwachsende Rohstoffen wie Rapsöl, Roggen, Weizen, Triticale, Mais und Stroh verwendet.