Der Ölpreis zieht nach den Angriffen auf den Iran und seinen Gegenschlägen deutlich an. Diese Entwicklung bietet Anlegern allerdings auch Chancen – besonders bei klassischen Energie-Titeln ohne starke Nahost-Exponierung.

Die Ölpreise sind seit Samstag kräftig gestiegen: Brent-Rohöl legte schon am Sonntag im außerbörslichen Handel um rund zehn Prozent zu und erreichte gut 80 US-Dollar je Barrel. Auslöser sind die militärischen Konfrontation im Nahen Osten und Unterbrechungen im Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus im Persischen Golf. Analysten warnen, dass die Ölpreise bei anhaltender Instabilität noch bis über 100 US-Dollar je Barrel klettern könnten, falls die Verkehrswege länger gestört bleiben. Wir nennen Ihnen mögliche Energieaktien, die weitestgehend von diesem Nadelöhr unabhängig sind – und daher nun besonders profitieren könnten.

Marktdynamik und Anlegerreaktionen

Die jüngsten Angriffe zwischen den USA, Israel und Iran haben zu einem Teil-Stopp der Tankertransporte durch den wichtigen Seeweg geführt, über den etwa ein Fünftel der weltweiten Rohölmenge transportiert wird. Dies hat die Furcht vor einer weltweiten Angebotsknappheit geschürt und die Ölpreis angehoben, obwohl die OPEC+-Staaten einen moderaten Förderanstieg beschlossen haben um etwaige Knappheiten auszugleichen. Vor diesem Hintergrund stehen klassische Energie-Aktien wieder im Rampenlicht; besonders solche, die wenig operative Risiken im Nahen Osten aufweisen. Laut den Analysten der UBS gehören insbesondere europäische Öl-Aktien zu den aussichtsreichsten Profiteuren.

Interessant ist in diesem Zusammenhang auch, dass der Preis für WTI-Öl bereits am 11. Februar 2026 die 100-Tage-Linie überwunden hat und nun just kurz vor einem Golden Cross, also einer bullischen Überwindung der 200-Tage-Linie (aktuell bei 62,97 US-Dollar) durch die 50-Tage-Linie (derzeit bei 62,87 notierend), steht. Gelingt das Golden Cross, wäre dies auch charttechnisch ein Signal, dass sehr stark für weiter steigende Ölpreise spricht. Und Luft nach oben wäre ja noch genug vorhanden: Der Light Crude Oil Future steht derzeit nur bei rund 72 U-Dollar, während sein Allzeithoch au dem Juli 2008 bei 147 US-Dollar lag. Mit den richtigen Einzelwerten können Anleger nun auf eine satte Rendite hoffen.

Eni, OMV und Repsol im Blick

Italiens Eni (ISIN: IT0003132476) gehört für Experten zu den Favoriten im Sektor. Die spanische Repsol (ISIN: ES0173516115) und die österreichische OMV (ISIN: AT0000743059) sind nun aber ähnlich interessante Investmentkandidaten. Eine Orientierung an den bisherigen Kurszielen aus den letzten drei Monaten ist aufgrund der aktuellen Entwicklung im Irankrieg allerdings nicht mehr sinnvoll. Diese sind nun überholt.

Fazit:

Für Investoren, die von höheren Ölpreisen profitieren möchten, könnten Aktien mit geringer bis gar keiner direkten Produktion im Nahen Osten interessant sein, da politische Risiken dort die operative Sicht trüben. Eni, Repsol und OMV sind auch aus diesem Grund interessante Kandidaten. Zumal die Entwicklung volatil bleiben dürfte: Wie weit der Konflikt noch eskaliert und wie lange Transportwege gestört bleiben, sind entscheidende Variablen für den Ölpreis und die Kursperformance von Energie-Aktien. 

Häufig gestellte Fragen:

Sind Öl-Aktien gute Dividendenzahlen?
Ja, grundsätzlich schütten Aktien aus diesen Branchen hohe Dividenden aus (oftmals über fünf Prozent).

Wie hoch ist die Dividende bei Eni, Repsol und OMV derzeit?
Aktuell stehen die Dividendenrenditen bei 5,19, bzw. 8,67 und 4,26 Prozent.

Sind auch direkte Investments in den Ölpreis möglich?
Vorsicht! Öl wird an den Future-Märkten mit monatlichen Lieferterminen gehandelt. Wer dies nicht bedenkt und vergisst, rechtzeitig monatlich zu rotieren, bekommt schlimmstenfalls das Öl am Ende physisch geliefert (das ist bei Privatanleger-Kontrakten allerdings eher unwahrscheinlich). Außerdem drohen durch das ständige Umschichten Roll-Verluste. Daher sind Anleger besser beraten, entweder in Zertifikate auf den Öl-Preis oder direkt in Energieaktien zu investieren.

Anleger, die nicht auf Einzelaktien setzen wollen, werden vermutlich mit dem «Flüssiggas Index» glücklicher.

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