Eine neue strategische Kooperation zwischen Palantir und einem Spezialisten für private Clouddienste hat an der Börse für ein spektakuläres Kursfeuerwerk gesorgt. Die Aktie des kleineren Partners explodierte regelrecht und stieg zeitweise um mehr als das Dreifache.
Eine strategische Partnerschaft zwischen Palantir Technologies und dem Cloud- und Managed-Service-Anbieter Rackspace Technology hält seit Mittwoch die US-Börsen in Atem. Allein am Mittwoch stieg der Kurs der Rackspace-Aktie um 227 Prozent.
Rackspace Technology bezeichnet sich selbst als „führender, globaler Anbieter von Hybrid-Multicloud- und KI-Lösungen sowie Managed Services“. Das Unternehmen hilft Kunden, ihre Cloud-Umgebungen über verschiedene Plattformen wie AWS, Azure, Google Cloud oder VMware hinweg „zu entwerfen, zu bauen und zu betreiben.“
Der KI-Gigant Palantir will mithilfe der Rackspace-Technik komplexe Unternehmensdaten schneller und effizienter auf seine KI- und Datenplattformen bringen. Ein Schwerpunkt liegt dabei offenbar auf regulierten Branchen mit hohen Anforderungen an die Datenhoheit. Rackspace soll Palantirs Software laut der Ankündigung nicht nur bei Kunden implementieren, sondern auch in regulierten Umgebungen betreiben. So könne die Palantir-Software auch in Private-Cloud- und sogenannten „U.K.-Sovereign-Rechenzentren“ von Rackspace betrieben werden, wo die Daten nicht mit anderen geteilt werden.
Durch die Partnerschaft werde man Kunden in die Lage versetzen, dass sie „KI-Anwendungsfälle mit Palantir innerhalb von Wochen oder Monaten statt Monaten oder Jahren in der Produktion einsetzen können“, erklärten die Unternehmen. Teil der Vereinbarung ist auch, dass Rackspace die Zahl seiner auf Palantir-Technologie spezialisierten Ingenieure von derzeit rund 30 auf mehr als 250 im kommenden Jahr erhöht.
Selten gesehene Kursreaktion
Die Rally bei Rackspace fiel ungewöhnlich stark aus Der Wert schoss am Mittwoch von zuvor 41 US-Cent bis auf zeitweise 1,71 Dollar in die Höhe und beendete den Handelstag mit einem Plus von 227 Prozent. Dieser Anstieg zählt zu den spektakulärsten Ein-Tages-Bewegungen der vergangenen Monate.
Am Donnerstag gab Rackspace dann – erwartungsgemäß – wieder leicht ab, notiert aber mit 1,11 Dollar immer noch um fast das Dreifache über dem Wert vom Mittwoch, vor der Ankündigung.
Der Rackspace-Kurs war in den Monaten zuvor unter Druck geraten. Nach langen Jahren mit einer eher schwachen Performance wirkte die Nachricht über die Zusammenarbeit mit einem der führenden KI-Unternehmen weltweit wie ein Befreiungsschlag.
Bedeutung für Anleger
Der kometenhafte Kursanstieg rückt Rackspace schlagartig wieder in das Bewusstsein der Anleger. Man sollte jedoch nicht vergessen, dass das Unternehmen seine Aktionäre über Jahre enttäuscht hat. Dass sich diese operative Underperformance nun mit Palantir als Partner schlagartig ändert, ist nicht sicher. Zumal Rackspace zunächst neue Kosten entstehen, etwa für das Anwerben und Bezahlen der zusätzlichen Ingenieure für die Palantir-Implementierung.
Allerdings dürfte der neue Partner Rackspace zusätzliche Aufträge verschaffen. Wenn diese profitabel sind, also die Marge von Rackspace erhöhen, wäre die Aktie wieder interessant. Beobachter fragen sich allerdings, warum Palantir das Unternehmen dann nicht einfach gleich ganz übernommen hat. Der Börsenwert von Rackspace betrug vor der Ankündigung der Kooperation nur noch rund 100 Millionen Dollar. Die wären für Palantir leicht zu stemmen gewesen.
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Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Palantir Technologies.