Siemens-Aktie fällt ans Dax-Ende - Ölpreis und Euro bringen Konzern-Chef ins Schwitzen
· Börse Online Redaktion
Für den Gewinnschwund machte der Konzern unter anderem eine veränderte Zinslage und Schwankungen bei Finanzinstrumenten verantwortlichen. Dies riss ein Loch von 123 Millionen Euro in die hauseigene Vermögensverwaltung. Der im Januar massiv aufgewertete Schweizer Franken könne die in der Schweiz ansässige Gebäudetechnik künftig zusätzlich belasten, warnte Vorstandschef Joe Kaeser. Die Siemens-Aktie gab knapp zwei Prozent nach.
Operativ lief es für die Münchner in den einzelnen Konzernsparten unterschiedlich. Während das Geschäft mit Energietransfertechnik und Windanlagen brummte, hatten Medizintechnik und die Kraftwerks- und Gassparte (Power & Gas) mit Rückgängen zu kämpfen. Kaeser deutete weitere Einschnitte in dem Geschäft mit Kraftwerkstechnik an. "Power and Gas benötigt ein deutlich weitreichendes Konzept, um längerfristig zu den früheren Margen zurückzukehren", sagte er. Die Sparte hat schwer mit den Folgen des niedrigen Ölpreises zu kämpfen. Siemens hat schon den Abbau von rund 1200 Stellen in dem Geschäftsfeld angekündigt. Hinzu kommen weitere Stellenstreichungen, über deren Zahl Kaeser ab Mittwoch mit den Arbeitnehmervertretern verhandeln will.
Für das erste Quartal zeigte sich der Vorstandschef insgesamt dennoch zufrieden. "Die meisten unserer Geschäfte haben sich im Rahmen unserer Erwartungen entwickelt", sagte er. Für das Gesamtjahr bekräftigte er, den Gewinn je Aktie um mindestens 15 Prozent zu steigern und eine operative Marge zwischen zehn und elf Prozent zu erreichen.
Kaeser räumte ein, dass die Kundschaft im Ölgeschäft ihre Investitionen kurzfristig drosseln könnte. Langfristig blieben aber die Wachstumsaussichten ungebrochen, zeigte er sich zuversichtlich. Er verteidigte auch die fast acht Milliarden Dollar schwere Übernahme des US-Turbinenspezialisten Dresser-Rand. Kurzfristig müsste die Firma womöglich Rückschläge verkraften, über die Jahre werde sich der Kauf für Siemens aber rechnen. Derzeit gebe es keinen Abschreibungsbedarf, weder durch Währungseffekte noch durch veränderte Geschäftsaussichten, beteuerte Finanzchef Ralf Thomas. Er kann sich im laufenden Quartal durch den Verkauf des Anteils an Bosch Siemens Hausgeräte und der Hörgerätesparte auf einen Sondergewinn von drei Milliarden Euro vor Steuern freuen.
In den beiden Sparten Power & Gas und Medizintechnik dreht sich das Personalkarussell. Der bisherige Divisionschef Roland Fischer räumt Ende Januar seinen Posten. Seine bisherige Chefin Lisa Davis springt vorübergehend ein. An der Spitze der Medizintechnik nimmt Hermann Requardt zum Monatswechsel seinen Abschied. An seine Stelle tritt zum einen Bernd Montag, der bisher das Tomographensegment leitete. Im Vorstand kümmert sich Siegfried Russwurm um die Medizintechnik, die innerhalb des Konzerns verselbständigt wird. Seine Rolle als Personalvorstand gibt Russwurm an Janina Kugel ab, eine enge Vertraute Kaesers in der Münchner Konzernzentrale.
Reuters
Buchtipp: Magier der Märkte: Die nächste Generation
Die legendäre „Market Wizards“-Reihe kehrt zurück und richtet den Fokus auf eine neue Generation von Ausnahme-Tradern. Jack D. Schwager, die Legende in Sachen Trading-Interviews, entschlüsselt zusammen mit seinem Co-Autor George Coyle die Geheimnisse der Akteure, die in den komplexen Märkten der Gegenwart astronomische Renditen erzielen. Vom ehemaligen Sicherheitsdienst-Mitarbeiter, der 5.000 Dollar in über 100 Millionen verwandelte, bis hin zu algorithmischen Strategen – dieses Buch zeigt, dass Erfolg an der Börse kein Zufall, sondern das Ergebnis von Methode und mentaler Stärke ist. Es liefert tiefe Einblicke in individuelle Handelsstrategien, hocheffizientes Risikomanagement und die unverzichtbare psychologische Disziplin. Genau das Richtige für alle, die das Handwerk des Tradings von den Besten der Welt lernen wollen.
Autoren: Schwager, Jack D.
Coyle, George F.
Seitenanzahl: 496
Erscheinungstermin: 17.09.2026
Format: Klappenbroschur
ISBN: 978-3-68932-118-5