Eine neue Kaufempfehlung gibt der Siemens-Aktie Rückenwind. Begründet wird die Hochstufung mit der hohen Nachfrage nach Automatisierung, Elektrifizierung und einem möglichem Bewertungsspielraum.

Eine neue Kaufempfehlung der britischen Investmentbank HSBC lässt Siemens-Aktionäre aufhorchen: Analyst Sean McLoughlin stufte die Aktie am Montag von „Halten“ auf „Kaufen“ hoch und erhöhte das Kursziel von bisher 240 auf 300 Euro. Beim aktuellen Kurs von rund 253 Euro entspricht das einem Aufwärtspotenzial von fast 20 Prozent (Stand: 28. April 2026, 10:00 Uhr). Auf Sicht der vergangenen zwölf Monate liegt die Siemens-Aktie bereits rund 23 Prozent im Plus und zählt damit zu den klaren Gewinnern im DAX.

Hauptgrund für die Kaufempfehlung ist das stark wachsende Automatisierungsgeschäft der Münchner. McLoughlin rechnet hier mit frischem Schwung für die Sparte Digital Industries. Gleichzeitig entwickle sich die Nachfrage nach Elektrifizierung robust, was für eine weiterhin hohe Nachfrage im Bereich Smart Infrastructure spreche.

Siemens (WKN: 723610)

Neue KI-Lösungen sollen Automatisierung beschleunigen

Erst vergangene Woche hatte Siemens auf der Hannover Messe den „Eigen Engineering Agent“ vorgestellt. Hierbei handelt es sich um ein KI-System für die Industrie, das nicht nur Vorschläge liefert, sondern eigenständig Automatisierungsaufgaben übernimmt. Nach erfolgreichen Tests mit mehr als 100 Kunden ist der KI-Agent ab sofort für alle Siemens-Kunden erhältlich. Unternehmensangaben zufolge bietet das System bis zu 50 Prozent Effizienzgewinn und eine bis zu 80 Prozent höhere Gesamtqualität der zugewiesenen Aufgaben.

Außerdem drückt Siemens beim Thema Digitalisierung aufs Gas: Gemeinsam mit dem Gabelstaplerhersteller Kion vereinbarte der Konzern eine Partnerschaft zur Digitalisierung komplexer Intralogistikprozesse. Kion soll als erstes Unternehmen in Europa die neue Digital Twin Composer-Software von Siemens einsetzen. Sie kann als digitaler Zwilling der realen Fabrik mehrere Lager- und Logistikprozesse parallel und in Echtzeit simulieren, und so die Effizienz erhöhen.

Analysten sehen zusätzlichen Bewertungsspielraum

Neben den operativen Treibern spielt auch die Konzernstruktur eine wichtige Rolle für die Kaufempfehlung von HSBC. McLoughlin strich den von ihm bislang berücksichtigten Konglomeratsabschlag aus seinem Bewertungsmodell – also den Bewertungsabschlag, den Anleger häufig bei breit aufgestellten Konzernen mit mehreren Geschäftsbereichen ansetzen. Grund dafür könnte sein, dass Siemens die komplette Trennung von Siemens Healthineers im Zuge einer Direktabspaltung der Aktien plant. Darüber soll auf der Hauptversammlung im Februar 2027 abgestimmt werden.

Auch Alasdair Leslie von Bernstein Research hob sein Kursziel für die Siemens Aktie am Montag von 290 auf 300 Euro an. Damit wird die Siemens-Aktie derzeit sowohl von positiven operativen Meldungen als auch von optimistischeren Analysteneinschätzungen gestützt.

Siemens zählt in Deutschland zu den größeren Dividendenzahlern. Wer breiter auf globale Dividendenwerte setzen möchte, findet im Globale Dividenden-Stars Index von Börse Online eine mögliche Alternative.

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Häufig gestellte Fragen:

Warum wurde die Siemens-Aktie von HSBC auf Kaufen hochgestuft?

Die Hochstufung begründet Analyst Sean McLoughlin vor allem mit neuem Schwung im Automatisierungsgeschäft, in der Elektrifizierung und einem zusätzlichem Bewertungsspielraum durch die neue Konzernstruktur.

Wie hoch ist das neue Kursziel von HSBC für die Siemens-Aktie?

Das neue Kursziel für die Siemens-Aktie liegt bei 300 Euro. Ausgehend vom Kurs von rund 253 Euro entspricht das einem Aufwärtspotenzial von fast 19 Prozent.

Welche Rolle spielt KI für Siemens?

Siemens setzt im Automatisierungsgeschäft verstärkt auf industrielle KI. Der neue „Eigen Engineering Agent“ soll Automatisierungsaufgaben eigenständig übernehmen und die Effizienz um bis zu 50 Prozent steigern.