So startet der DAX in die neue Handelswoche und das bewegt den deutschen Leitindex. Außerdem im Fokus: Bitcoin, Rheinmetall, Boeing, RWE, Nordex, Rente und der KI-Boom.

Der Dax dürfte sich am Montag zunächst wenig bewegen. Der Broker IG taxierte den deutschen Leitindex kurz vor dem Xetra-Start 0,1 Prozent im Minus auf 24.967 Punkte. Am Freitag hatte der Dax mit zeitweise 25.173 Punkten erneut einen Vorstoß in Richtung Rekordhoch unternommen, war letztlich aber wieder unter die runde Marke von 25.000 Punkten zurückgekehrt.

Der technische Analyst Christoph Geyer vermutet die Marktteilnehmer in "Wartestellung für eine Einigung im Nahen Osten". Nach dem Auftakt der Gespräche zwischen den USA und dem Iran in der Schweiz auf der Ebene der Verhandlungsführer soll es unmittelbar im Anschluss weitere Beratungen auf Arbeitsebene geben.

Ziel sei es, wie im Rahmenabkommen vorgesehen, innerhalb von 60 Tagen ein "finales Abkommen" zu erreichen, hieß es in der Nacht in einer gemeinsamen Erklärung der Vermittler Katar und Pakistan. Die Ölpreise bleiben derweil auf ihrem tiefsten Niveau seit Kriegsbeginn.

Marktexperte Stephen Innes verweist auf Kommentare eines Händlers von Goldman Sachs über immens hohe Leerverkäufe in Öl-Futures. Diese Wetten auf fallende Kurse sprechen mit Blick auf die Friedensverhandlungen für echten Optimismus.

An den Aktienmärkten zeigt vor allem die Halbleiterbranche weiter Stärke. Der US-Sektorindex SOX hatte am Donnerstag vor dem Feiertag am Freitag nach kleiner Pause wieder einen Rekord erreicht. In Japan und Südkorea nahmen die Aktienmärkte am Morgen diesen Trend auf.

DAX (WKN: 846900)

Nachrichten aus Deutschland

Jefferies belässt RWE auf 'Buy' - Ziel 63 Euro

Das Analysehaus Jefferies hat die Einstufung für RWE auf "Buy" mit einem Kursziel von 63 Euro belassen. Analyst Ahmed Farman würde eine Aufstockung der Anteile an Amprion begrüßen, wie er am Sonntag mit Blick auf entsprechende Berichte schrieb. Er erwartet einen deutlich positiven Ergebnisbeitrag für die Essener.

Nordex erhält Aufträge über 484 Megawatt aus den USA

Der Windturbinenbauer Nordex hat drei Aufträge über insgesamt 484 Megawatt aus den USA erhalten. Geliefert werden sollen 32 Turbinen des Typs N133/4.8 mit einer Gesamtleistung von rund 154 Megawatt sowie 56 Turbinen des Typs N163/5.X mit einem Gesamtvolumen von rund 350 Megawatt. Die Namen der drei Kunden und der Projekte wurden nicht mitgeteilt.

Rheinmetall mit neuerlichem Erholungsversuch - Oddo-Empfehlung

Die Aktien von Rheinmetall kehren am Montag nach einer Empfehlung von Oddo BHF vorbörslich an ihr Tageshoch vom Freitag zurück. Auf der Handelsplattform Tradegate kosten sie mit 1.221 Euro rund eineinhalb Prozent mehr als zum Xetra-Schluss am Freitag.

Yan Derocles kappte zwar sein Kursziel nach dem schlechten Lauf der Aktien auf 1.670 Euro, stufte sie allerdings auf "Outperform" hoch. Zusammen mit BMW sind Rheinmetall bei rund 20 Prozent Minus die schwächsten Dax-Werte der vergangenen drei Monate.

Die Anleger hatten etwas die Lust an Rüstungswerten verloren und sich zuletzt nicht nur Sorgen um das Tempo beim Umschlag der hohen Auftragsbestände, sondern auch um das Produktangebot bei veränderten Kriegsschwerpunkten gemacht.

Derocles sieht aber inzwischen eine gute Einstiegschance. Bei Rheinmetall bekämen die Anleger "Wachstum zum Discountpreis", schrieb er angesichts eines Bewertungsabschlags von mehr als zwanzig Prozent gegenüber dem Durchschnitt der europäischen Rüstungskonkurrenz. Dabei hätten die Düsseldorfer bis 2030 deutlich dynamischeres Potenzial.

Rentenalter soll steigen - Stabile Renten für Jüngere

Die geplante Reform der Alterssicherung mit einem höheren Rentenalter soll die Rente auch in den nächsten Jahren für junge Leute sicher machen. Das kündigte Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) bei einem Bürgerdialog in Berlin an. Die 30 Empfehlungen der Rentenkommission seien ein "Gesamtkunstwerk". Entstehen solle ein neues System, tragfähig für alle Generationen. An diesem Dienstag will die Regierungskommission ihren Vorschlag offiziell an Bas und Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) übergeben.

Eine letzte von rund 150 Sitzungen des 13-köpfigen Gremiums soll am Montag nach fünfeinhalb Monaten Beratungszeit noch letzten redaktionellen Bearbeitungen dienen, wie es aus Kommissionskreisen hieß. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur und anderer Medien will das Gremium weitreichende Änderungen vorschlagen. Das Rentenalter soll bis 2051 auf 68 steigen, die sogenannte "Rente mit 63" soll abgeschafft werden. Eine beitragsfinanzierte Kapitalsäule soll in Zukunft höhere Renten für heute Jüngere möglich machen als nach heutigem Recht. Selbstständige und Politiker sollen in die gesetzliche Rente aufgenommen werden.

Weiterführende Links

Internationale Nachrichten

China setzt weitere US-Firmen auf Exportkontrollliste

China hat zehn weitere US-Unternehmen auf seine Exportkontrollliste gesetzt und ergreift damit im Handels- und Technologiestreit mit Washington erneut Gegenmaßnahmen. Exporteure dürfen den Firmen nach Angaben aus Peking keine Güter mehr liefern, die sowohl eine zivile als auch eine militärische Verwendung finden können.

Vizeministerpräsident Ding Xuexiang kritisierte in einer Rede in Peking, einige Länder setzten die nationale Sicherheit als Vorwand für Handelsbeschränkungen ein. Das könne zu geopolitischen Konflikten und Kriegen führen, Protektionismus nehme zu und es steige das Risiko einer Fragmentierung der Industrie- und Lieferketten. Durch Dialog müsse verhindert werden, dass wirtschafts- und handelspolitische Fragen als Druckmittel eingesetzt würden, forderte er.

Auf Chinas Exportkontrollliste stehen nun unter anderem die Firmen Aveox, Red Cat Holdings, Teal Drones, Oshkosh Defense, L3Harris Maritime Services sowie MP Materials und USA Rare Earth. Mehrere der Unternehmen arbeiten im Rüstungs-, Drohnen- oder Sicherheitsbereich. Andere sollen amerikanische Lieferketten für seltene Erden und Magnete aufbauen - einen Bereich, den bislang chinesische Firmen dominieren.

Parallel verbot Chinas Finanzministerium staatlichen Stellen, Produkte zu kaufen, die von 46 US-Unternehmen hergestellt werden. Betroffen sind unter anderem große Rüstungskonzerne und Rüstungssparten großer Unternehmen, darunter Lockheed Martin, RTX (früher Raytheon) und Boeing.

Ein Sprecher des Handelsministeriums in Peking stellte die neuen Maßnahmen in Zusammenhang mit einer US-Entscheidung. Das Pentagon hatte am 8. Juni eine aktualisierte Liste von 188 chinesischen Unternehmen und verbundenen Einheiten veröffentlicht, die es als sogenannte chinesische Militärunternehmen einstuft. Darunter sind prominente Namen wie Alibaba, einer der größten chinesischen Internet- und Onlinehandelskonzerne, und BYD, Chinas führender Hersteller von Elektroautos.

Schwellenländer-Unternehmen übertreffen erstmals seit 2022 Gewinnerwartungen

Unternehmen im MSCI Emerging Markets Index haben die Analystenprognosen des Vorjahres erstmals seit vier Jahren übertroffen, getragen vor allem von Technologieriesen wie SK Hynix, Samsung und TSMC sowie Energie- und Versorgungsunternehmen aus Indien und Brasilien. Als Treiber gelten KI-bedingte Investitionsausgaben, chinesische Konjunkturprogramme und ein schwächerer US-Dollar, der die Exporterlöse in Landeswährungen erhöht hat. Große Investmenthäuser wie Morgan Stanley und JPMorgan Asset Management erwarten eine Ausweitung der Erholungsdynamik auf Industrie-, Rohstoff- und Rüstungswerte – warnen aber, dass die Gewinne bisher auf eine kleine Gruppe großer Technologiefirmen konzentriert bleiben.

Microsoft-Chef Nadella fordert Kurskorrektur in der KI-Branche

Satya Nadella hat in einem WSJ-Interview davor gewarnt, dass eine Zukunft, in der nur wenige Konzerne die KI-Entwicklung kontrollieren und gleichzeitig Massenentlassungen ankündigen, kaum gesellschaftliche Akzeptanz finden werde – und plädiert stattdessen für breiten Zugang, günstigere Modelle und mehr Nutzerfreiheit. Konkret expandiert Microsoft mit günstigeren Copilot-Angeboten und prüft die Integration von DeepSeek-Modellen, was direkten Preisdruck auf OpenAI und Anthropic ausüben würde. Die Aussagen markieren eine bemerkenswerte Verschiebung für einen der wichtigsten OpenAI-Investoren, auch wenn Microsoft betont, weiterhin zu beiden Partnerschaften zu stehen.

Krypto-Hacks und japanischer Pensionsfonds als Crypto-Investor

Die Ethereum-Layer-2-Blockchain Taiko erlitt einen Sicherheitsvorfall, bei dem Angreifer rund 1,7 Millionen Dollar über eine Schwachstelle im Bridge-Protokoll erbeuteten – das Unternehmen rief Nutzer zur sofortigen Abhebung aller Gelder auf. Gleichzeitig wurde der berüchtigte MEV-Bot Jaredfromsubway.eth – der jahrelang durch automatisierte Transaktionsmanipulationen hunderte Millionen verdient hatte – durch einen gezielten Gegenangriff um 7,5 Millionen Dollar erleichtert. Auf institutioneller Seite plant ein japanischer Pensionsfonds, der rund 130 Millionen Dollar verwaltet, im laufenden Geschäftsjahr erstmals rund 1 Prozent seines Vermögens in Krypto-Assets zu investieren – ein Signal zunehmender Akzeptanz digitaler Vermögenswerte auch unter konservativeren Investoren.

Enthält Material von dpa-AFX

Häufig gestellte Fragen

Was bedeutet der geplante Rentenanstieg auf 68 Jahre für junge Arbeitnehmer?

Die Rentenkommission will das Rentenalter bis 2051 schrittweise auf 68 Jahre anheben und gleichzeitig die "Rente mit 63" abschaffen. Als Ausgleich soll eine beitragsfinanzierte Kapitalsäule eingeführt werden, die für heute Jüngere langfristig höhere Renten ermöglichen soll als nach aktuellem Recht. Zudem sollen künftig auch Selbstständige und Politiker in die gesetzliche Rentenversicherung einbezogen werden.

Warum bietet Rheinmetall nach dem Kursrückgang laut Analysten eine Einstiegschance?

Oddo-BHF-Analyst Yan Derocles sieht bei Rheinmetall aktuell "Wachstum zum Discountpreis": Die Aktie notiert mit einem Bewertungsabschlag von mehr als 20 Prozent gegenüber dem Durchschnitt der europäischen Rüstungskonkurrenz, obwohl der Konzern bis 2030 ein deutlich dynamischeres Wachstumspotenzial aufweise als viele Mitbewerber. Zusammen mit BMW gehört Rheinmetall zu den schwächsten DAX-Werten der vergangenen drei Monate, was den Einstieg für antizyklische Anleger attraktiver macht.

Was bedeuten Chinas neue Exportkontrollmaßnahmen gegen US-Firmen für den Technologiesektor?

China hat zehn weitere US-Unternehmen auf seine Exportkontrollliste gesetzt und staatlichen Stellen den Kauf von Produkten aus 46 US-Firmen verboten – darunter Rüstungskonzerne wie Lockheed Martin, RTX und Boeing. Besonders brisant: Auch Unternehmen, die seltene Erden und Magnete in den USA aufbauen wollen, sind betroffen – einem Bereich, den bislang chinesische Firmen dominieren. Die Maßnahmen verschärfen die Fragmentierung globaler Lieferketten und erhöhen den Druck auf westliche Unternehmen, sich unabhängiger von chinesischen Rohstoffen und Vorprodukten aufzustellen.