Trotz der geopolitischen Unsicherheit stehen die Börsen noch auf erhöhten Niveaus. Doch wie lange kann das so bleiben? Ein Experte sieht nun deutliche Warnsignale und fürchtet, dass die Börsen auf eine Korrektur zusteuern.

Die Börsen befinden sich angesichts der Iran-Krise in Hab-Acht-Stellung. Dennoch kam es aktuell noch nicht zum großen Abverkauf an den Finanzmärkten. Bill Gurley, General Partner von Benchmark, ist sich aber sicher, dass es bald dazu kommen dürfte.

Steht die Börse kurz vor einer deutlichen Korrektur?

In einem Interview mit CNBCs „Money Movers“ warnte Gurley, dass sich eine KI-Blase an den Märkten gebildet hätte und kurz vor dem Platzen stünde. Zwar sei die fundamentale Entwicklung und Hoffnung auf Produktivitätsgewinne legitim, inzwischen wäre die Spekulation rund um das Thema aber zu groß geworden.

„Wenn Menschen schnell reich werden, kommen viele andere dazu und wollen auch reich werden, und deshalb entstehen am Ende Blasen“, sagte er.

Besonders besorgniserregend sieht der Experte die massiven Kapitalaufwendungen bei OpenAI und großen Tech-Unternehmen wie Alphabet oder Amazon. Bei einem Abverkauf an den Börsen könnten diese Unternehmen besonders hart getroffen werden, so seine Befürchtung.

Gleichzeitig sieht Gurley aber auch Chancen an den Märkten. Gerade massiv abverkaufte Software-Aktien können laut dem Experten in einem KI-Crash Einstiegschancen bieten.

Goldman Sachs optimistisch für die Börse

Gurley ist also sehr negativ gestimmt, was die kurzfristige Entwicklung an den Märkten angeht, und widerspricht damit einigen zuletzt wieder bullischer werdenden Stimmen. So hat beispielsweise die Investmentbank Goldman Sachs erst kürzlich ihr Kursziel für den S&P 500 trotz der Angst vor einer KI-Blase deutlich nach oben geschraubt.

Was es konkret damit auf sich hat, erfahren Sie hier: Trotz Krise: So massiv steigt die Börse noch in diesem Jahr, sagt Goldman Sachs

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Infront S&P 500 (WKN: A0AET0)

Häufig gestellte Fragen

Warum warnt der Experte Bill Gurley vor einer drohenden Börsenkorrektur?

Bill Gurley sieht kritische Warnsignale in der aktuellen Marktentwicklung, da sich seiner Meinung nach eine Spekulationsblase im Bereich der Künstlichen Intelligenz gebildet hat. Zwar hält er die fundamentalen Hoffnungen auf Produktivitätsgewinne für legitim, doch die Gier nach schnellen Gewinnen habe die Bewertungen mittlerweile in gefährliche Höhen getrieben.

Welche Unternehmen sind laut der Einschätzung des Experten besonders gefährdet?

Besonders besorgniserregend sind für Gurley die massiven Kapitalaufwendungen bei großen Technologiekonzernen wie Alphabet und Amazon sowie bei spezialisierten Akteuren wie OpenAI. Sollte es zu einem allgemeinen Abverkauf an den Märkten kommen, könnten diese schwergewichtigen Tech-Werte aufgrund ihrer hohen Investitionen und Marktbewertungen besonders hart getroffen werden.

Gibt es trotz der pessimistischen Prognose auch positive Aspekte für Anleger?

Ja, der Experte identifiziert durchaus Chancen innerhalb eines potenziellen Marktrückgangs. Er weist darauf hin, dass ein KI-Crash bei bereits stark abverkauften Software-Aktien attraktive Einstiegsmöglichkeiten bieten könnte, während Institutionen wie Goldman Sachs für den S&P 500 insgesamt sogar weiterhin optimistisch bleiben und ihre Kursziele angehoben haben.