Talanx-Aktie stürzt um bis zu 10,5 Prozent ab - Versicherer bleibt nach Gewinnplus 2014 vorsichtig
· Börse Online Redaktion
Besonders in der Schadens- und Unfallversicherung hinke das Unternehmen hinterher und müsse seine Prozesse straffen, sagte Haas. Talanx habe im Deutschland-Geschäft seit 2012 bereits mehr als 600 Stellen gestrichen und die Kosten gesenkt. Vermutlich seien weitere Maßnahmen nötig, unter anderem eine Modernisierung der IT. "Ein branchenweiter Leistungsvergleich soll zeigen, wie viel Kosteneinsparungen wir brauchen, um wettbewerbsfähig zu sein", sagte Haas. Auf Sicht von zwei Jahren sei zunächst aber kein Abbau von Arbeitsplätzen geplant.
Versicherer wie Talanx, Allianz und Münchener Rück kämpfen damit, dass sie wegen der niedrigen Zinsen mit der Neuanlage ihrer Gelder weniger verdienen. Talanx machten 2014 zudem Großbrände und andere von Menschen verursachten Schäden in der Industrieversicherung zu schaffen. Die Tochter Hannover Rück profitierte dagegen von vergleichsweise niedrigen Belastungen durch Naturkatastrophen.
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KURSRUTSCH SORGT FÜR VERUNSICHERUNG
Unter dem Strich kletterte der Talanx-Gewinn im vergangenen Jahr um fünf Prozent auf den neuen Rekordwert von 769 Millionen Euro. Das war mehr als von Analysten und vom Konzern selbst vorhergesagt. Die Dividende steigt um fünf Cent auf 1,25 Euro. 2015 peilt Firmenchef Haas weiter einen Gewinn von mindestens 700 Millionen Euro an. Das Jahr habe ohne große Schadensfälle begonnen. Auch die Belastung durch ausfallgefährdete Anleihen der österreichischen Krisenbank Hypo Alpe Adria halte sich in Grenzen, betonte Finanzchef Immo Querner. Der Gewinn der Hannoveraner werde dadurch im ersten Quartal um einen hohen einstelligen Millionen-Euro-Betrag gedrückt.
Von 2015 bis 2019 erwartet Talanx im Schnitt einen jährlichen Gewinnanstieg "im mittleren einstelligen Prozentbereich". Bisher hatte der Konzern zehn Prozent in Aussicht gestellt. Analyst Daniel Bischof vom Broker Helvea stufte die Talanx-Aktie deshalb von "Kaufen" auf "Halten" zurück. Investitionen in andere Versicherungs-Aktien seien derzeit attraktiver. Ähnliche äußerten sich die Experten von JP Morgan, die aktuell Papiere von AXA, Generali, Münchener Rück und Scor vorziehen.
Der kräftige Kursrutsch der Talanx-Papiere sorgte am Montag auch in Hannover für Verunsicherung. Zum Handelbeginn seien große Aktienpakete verkauft worden, sagte Vorstandschef Haas. Das habe die Papiere unter Druck gesetzt. Bis zum Nachmittag grenzte die Aktie ihre Verluste deutlich ein, war mit einem Minus von rund fünf Prozent aber immer noch größter Verlierer im Nebenwerteindex MDax.
Reuters
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