Im Übernahmepoker um die Commerzbank nähert sich das Angebot der Unicredit vom 5. Mai 2026 dem Kurs der Commerzbank-Aktie weiter an. Was Aktionäre jetzt wissen müssen.
Der aktuelle Kurs der Unicredit-Aktie +++ Der aktuelle Kurs der Commerzbank-Aktie
Das ist das das Unicredit-Angebot wert (Stand 13.5.2026, 16:33 Uhr, Xetra):
Kurs der Commerzbank-Aktie: 36,02 Euro
Kurs der Unicedit-Aktie: 71,04 Euro
Wert des Angebots : 0,485 x 70,88 Euro (Kurs Unicredit) = 34,45 Euro
Angebotslücke: -1,57 Euro / -4,4 Prozent
BÖRSE ONLINE-Empfehlung: Nicht annehmen
Was bietet Unicredit?
Unicredit hat am Dienstag, 5. Mai, ein offizielles Übernahmeangebot eingericht, das sich mit den bereits am 16. März kommunizierten Zahlen deckt. Danach bietet Unicredit 0,485 eigene Aktien für jede Commerzbank-Aktie. Eine Barkomponente ist nicht geplant.
Am Tag des Angebots war der Angebotspreis auf Basis des Unicredit-Kurses von rund 67 Euro etwa 32,50 Euro je Commerzbank-Aktie wert. Damit wurde die Commerzbank mit rund 35 Milliarden Euro bewertet. Die Offerte lag damit weit unter dem Kurs der Commerzbank, deren Aktie am 5. mai bei gut 35 Euro notierte. Eine Lücke besteht noch immer.
Seitdem sind beide Aktien gestiegen, wodurch sich auch der gebotene Preis für die Commerzbank-Aktien erhöht hat.
Wann läuft die Annahmefrist ab?
Die Annahmefrist für das Angebot endet am 16. Juni 2026 um 24 Uhr.
Was will Unicredit?
Unicredit-Chef Andrea Orcel plant die Übernahme der Commerzbank – vollständig oder auf jeden Fall mehrheitlich. Das Angebot, das Orcel dafür am Dienstag (5. Mai) vorgelegt hat, dürfte dafür aber nicht reichen. Im Interview mit "Börse Online" hat der Unicredit-Boss jedoch nicht ausgeschlossen, dass er die Offerte nachbessern würde - wenn es endlich zu Gesprächen mit dem Commerzbank-Vorstand käme. Diese würde er einer feindlichen Übernahme vorziehen . Da Orcel allerdings auch Einblick in die Bücher verlangt, um mögliche Synergien abschätzen zu können, lehnt die Commerzbank bisher jegliche Gespräche ab.
Wie viele Aktien der Commerzbank hat Unicredit schon?
Unicredit hat nach jüngsten Angaben insgesamt direkt (über Aktien) und indirekt (über Optionen) Zugriff auf 29,99 Prozent der Commerzbank-Anteile.
Wird Unicredit das Angebot aufstocken?
Davon ist auszugehen, denn zum bisher kommunizierten Preis würde kein Commerzbank-Aktionär die Offerte annehmen. Auffällig ist jedoch, dass Commerzbank-Aktie und Unicredit-Aktie sich seit Tagen mehr oder weniger parallel bewegen. Der Markt preist also schon ein höheres Gebot ein.
Was sagen die Analysten?
Das Bankhaus Metzler hat ihr Kursziel für die Commerzbank-Aktie Ende April - vor dem Angebot - auf 40 Euro angehoben, die Bank of America setzt sogar 42 Euro an. Beide begründen das mit einem höheren Gewinnpotenzial der Commerzbank. Am Freitag, den 8. Mai will Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp zusammen mit den Quartalszahlen die neuen Finanzziele kommunizieren.
Wie ist der Zeitplan?
16. März 2026: Unicredit legt per Pressemitteilung ein freiwilliges Übernahmeangebot für die Commerzbank vor, reicht dieses aber noch nicht bei den Behörden ein.
4. Mai: Auf einer außerordentlichen Hauptversammlung der Unicredit in Mailand beschließen die Aktionäre eine Kapitalerhöhung um bis zu 470 Millionen Aktien im Nominalwert von bis zu 6,7 Milliarden Euro, um die Übernahme der Commerzbank zu finanzieren.
5. Mai: Unicredit hat den Aktionären der Commerzbank ein offizielles Übernahmeangebot unterbreitet. Ziel dürfte sein, zusammen mit den bereits gesicherten Aktien auf einen Anteil von mindestens 51 Prozent zu kommen.
7. Mai: Unicredit-Chef Andrea Orcel signalisert in einem Exklusiv-Interview mit BÖRSE ONLINE Verhandlungsbereitschaft - wenn der Commeruzbank-Vorstand zum Dialog bereit wäre.
8. Mai: Die Commerzbank legt Zahlen für das erste Quatral vor. Vorstandschefin Bettina Orlopp meldete einen Gewinnanstieg um 15 Prozent und präsentierte neue, sehr ambitionierte Finanzziele bis 20230. Das Unicredit-Angebot lehnet sie erneut ab.
11. Mai: EZB-Vizepräsident Luis de Guindos hat die Bundesregierung für ihren Widerstand gegen eine mögliche Commerzbank-Übernahme durch die Unicredit kritisiert. Das größte Problem bei solchen nationalen Stellungnahmen sei, dass sie die Glaubwürdigkeit der Spar- und Investitionsunion in Europa untergraben würden, sagte de Guindos der "Financial Times" (FT). Das sich ein
19. Mai : Der Commerzbank-Vorstand hat nach dem Übernahemangebot 14 Tage Zeit, sich dazu zu äußern und den Aktionären seine Einschätzung detailliert mitzuteilen. Erste Argumente (auf Englsich) hat die Commerzbank bereits auf dieser Internetseite zusammengefasst. Heute läuft die ofizielle Frist zur Stellungnahme ab. Es sei unüblich, dass sich EZB-Vertreter offiziell zu konkreten Banken oder Übernahmekämpfen äußern, kommentierte das "Handelsblatt" die Aussagen. Die EZB-Bankenaufsicht prüfe aktuell schließlich, ob Unicredit ihren Anteil an der Commerzbank auf über 30 Prozent aufstocken dürfe, und müsse deshalb eigentlich neutral bleiben.
16. Juni:: Um 24 Uhr läuft die Frist für das Unicredit-Angebot aus.
Noch offen: UniCredit könnte die Offerte aufstocken - zum Beispiel durch eine Barkomponente.
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Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Commerzbank.