Anleger können mittlerweile auf Momentum-, Quality- oder Value-ETFs setzen. Die meisten Experten raten Anlegernaber zu Multi-Faktor-ETFs, die verschiedene Faktoren in einem Portfolio vereinen. Möglich wäre dies etwa mit dem iShares MSCI World Multifactor ETF, der den MSCI World Diversified Multiple-Factor Index abbildet und die vier Faktoren Value, Momentum, Quality und Low Size umfasst. Bei den Ländern und Sektorensind die Unterschiede zu einem MSCI World Index nicht gravierend, bei den Einzelwerten indes schon. So hält der Multifactor-ETF weniger Einzelwerte (388 statt 1648) und gewichtet die größten Einzelwerte deutlich geringer, was durch den Low-Size- beziehungsweise Nebenwerte-Faktor entsteht. Auch taucht in den Top-Ten-Werten kein Mega-Cap wie Amazon, Alphabet oder Apple auf. BeimKurs-Gewinn- und Kurs-Buchwert-Verhältnis schneidet der Multifactor-ETF deutlich besser ab, bei der Dividendenrendite etwas chlechter. Bei der Performance ist die Lage eindeutig. Dort schnitt der Multiple-Factor-Index in den vergangenen 14 Kalenderjahren bis auf 2007, 2012 und 2016 stets besser ab. Bei der Volatilität lagen beide Indizes in den vergangenen drei, fünf und zehn Jahren in etwa gleich auf, sodass der Multiple-Factor-Index insgesamt ein besseres Rendite-Risiko-Profil aufwies. Wer einen Multifaktor-ETF kauft, muss allerdings höhere laufende Gebühren in Kauf nehmen. Während die günstigsten MSCI-World-ETFs 0,12 bis 0,20 Prozent pro Jahr kosten, werden beim iShares MSCI World Multifactor ETF jährlich 0,50 Prozent fällig. In den vergangenen drei, fünf und zehn Jahren lag der Multiple-Factor-Index aber jeweils zwischen 1,7 und 2,6 Prozentpunkte vor dem MSCI-World-Index, so dass dieser Kostennachteil nicht ins Gewicht gefallen wäre.
Fazit: Gemessen am Volumen haben Multifaktor-ETFs noch nicht den Durchbruch geschafft. Der iSahres-ETF hätte aber das Zeug dazu.
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