Die Nachzeichnungsfrist bei der Commerzbank läuft, nachdem der reguläre Zeitraum des UniCredit-Tauschangebots am Dienstag ablief. Auf einer Branchenkonferenz äußerte sich UniCredit-CEO Andrea Orcel erneut zu der Übernahme. Dabei gab es mehrere Überraschungen.
Das Wichtigste kurz und knapp
• UniCredit-Chef Andrea Orcel schließt eine Aufstockung des Commerzbank-Angebots aus.
• Die EZB könnte prüfen, ob UniCredit bereits die Kontrolle über die Commerzbank hat.
• Für Commerzbank-Aktionäre bleibt die Lage spannend, der Kurs könnte weiter Bewegung zeigen.
Auf einer Konferenz der Mediobanca in Mailand sprach Orcel zum freiwilligen Übernahmeangebot bei der Commerzbank. Dabei schloss er eine Aufstockung der laufenden Offerte aus, wie die Börsen-Zeitung berichtete. Deren Preis sei „fair“. Man habe mit dem Angebot einen größeren Erfolg erreicht als erwartet. Ziel des Angebots sei es nie gewesen, die Kontrolle zu erlangen.
Stattdessen sei es vielmehr darum gegangen, „die Pattsituation zu durchbrechen und einen Dialog über einen gemeinsamen Plan zu eröffnen. Dieser Dialog hat nicht stattgefunden“, so Orcel weiter. Er bezeichnete eine mögliche Übernahme als „eine der besten Transaktionen, die man in Europa machen kann.“
Da UniCredit inklusive Kaufoptionen auf 42,5 Prozent der Commerzbank komme, sei es wahrscheinlicher geworden, dass die EZB feststellt, dass UniCredit bereits die Kontrolle über die Commerzbank habe, auch wenn man noch nicht die Mehrheit der Anteile halte. Das würde aber auch bedeuten, dass die Beteiligung voll konsolidiert werden muss, wofür die Italiener mehr Eigenkapital einsetzen müssten.
Fazit
Die Absage an eine Aufstockung des Übernahmeangebots ist ein Dämpfer für Commerzbank-Aktionäre. Da scheinbar über verbundene Investmentbanken deutlich mehr Aktien als gedacht eingesammelt werden konnten, ist man derzeit nicht auf die Kleinanleger angewiesen. Das Ende der Fahnenstange beim Commerzbank-Kurs dürfte dennoch noch nicht erreicht sein. Investierte bleiben an Bord mit Stopp 29,00 Euro.
FAQs zur Commerzbank
Was macht die Commerzbank?
Die Commerzbank ist eine der führenden Banken in Deutschland. Sie betreut Privatkunden, Firmenkunden und institutionelle Investoren. Nach der Deutschen Bank ist die Commerzbank die zweitgrößte börsengelistete Bank Deutschlands.
Ist die Commerzbank-Aktie im DAX gelistet?
Ja, die Commerzbank-Aktie ist im DAX gelistet und zählt damit zu den wichtigsten börsennotierten Unternehmen in Deutschland.
Zahlt die Commerzbank eine Dividende?
Ja, die Commerzbank zahlt grundsätzlich eine Dividende. Die Höhe hängt von der Geschäftsentwicklung, der Kapitalausstattung und den Beschlüssen von Vorstand, Aufsichtsrat und Hauptversammlung ab. In den vergangenen Jahren wurde sie mehrfach kräftig erhöht. Für das Geschäftsjahr 2025 wurden 1,10 Euro je Aktie gezahlt.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Commerzbank.