Am Ende konnte die UniCredit mehr Aktien der Commerzbank im Rahmen des freiwilligen Tauschangebots einsammeln, als auch viele Experten erwartet hatten. Nun läuft die Nachfrist bis zum 3. Juli, womit noch mehr dazukommen könnten. Für die Übernahme entscheidend wird aber auch die Haltung des Bundes sein.
Das Wichtigste kurz und knapp
• UniCredit hat sich bereits einen großen Anteil an der Commerzbank gesichert und kann ihre Beteiligung noch weiter erhöhen.
• Bis zum 3. Juli läuft die Nachfrist, in der weitere Aktien angedient werden können.
• Ob die Übernahme gelingt, hängt auch stark von der Haltung des Bundes ab.
Mehr als 39 Prozent der Commerzbank-Aktien halten die Mailänder mittlerweile direkt. Damit wurden ihnen über zwölf Prozent innerhalb der regulären Annahmefrist, die am Dienstag, dem 16. Juni, endete, angedient. Bis zum 3. Juli läuft nun die Nachfrist, Anleger können weitere Anteile andienen. Zudem hat man sich Kaufoptionen gesichert, was den Zugriff auf 42,5 Prozent erhöhen würde.
Laut Rechnung der UniCredit steigt die Beteiligung auf 44,33 Prozent, sobald die Commerzbank eigene Aktien im Bestand einzieht. Das ist die Folge nach den jüngsten Aktienrückkäufen. Doch ein Großaktionär kann das Agieren der UniCredit noch erheblich stören. Die Rede ist vom zweitgrößten Ankeraktionär nach den Italienern, dem Bund.
Dieser besitzt noch zwölf Prozent. Laut Börsen-Zeitung wurde zum Wochenbeginn in Regierungskreisen erneut bekräftigt, daran festhalten zu wollen. Ein Squeeze-out oder Delisting sei nur sehr schwer realisierbar, mit dem Bund an Bord. Bei einem Squeeze-out werden die restlichen Aktionäre eines Unternehmens gegen Zwangsabfindung aus dem Unternehmen gedrängt.
In Deutschland ist dieses Verfahren möglich, wenn ein Aktionär mindestens 90 Prozent der Anteile kontrolliert. Per Vorstandsbeschluss kann ein Unternehmen jederzeit von der Börse genommen werden. Minderheitsaktionäre können ihre Anteile dann nicht mehr über den Markt handeln.
Fazit
Die Italiener setzen Schritt für Schritt ihren Plan um, mehr Einfluss bei der Commerzbank zu gewinnen. Die Zeit drängt dabei scheinbar nicht. Ungeklärt bleibt aber die Rolle des Bundes. Dieser kann sich nicht ewig sperren, aber er macht die Fusion auf jeden Fall schwieriger für die UniCredit. Wer investiert ist, hält an der Aktie fest.
FAQs zur Commerzbank
Was macht die Commerzbank?
Die Commerzbank ist eine der führenden Banken in Deutschland. Sie betreut Privatkunden, Firmenkunden und institutionelle Investoren. Nach der Deutschen Bank ist die Commerzbank die zweitgrößte börsengelistete Bank Deutschlands.
Ist die Commerzbank-Aktie im DAX gelistet?
Ja, die Commerzbank-Aktie ist im DAX gelistet und zählt damit zu den wichtigsten börsennotierten Unternehmen in Deutschland.
Zahlt die Commerzbank eine Dividende?
Ja, die Commerzbank zahlt grundsätzlich eine Dividende. Die Höhe hängt von der Geschäftsentwicklung, der Kapitalausstattung und den Beschlüssen von Vorstand, Aufsichtsrat und Hauptversammlung ab. In den vergangenen Jahren wurde sie mehrfach kräftig erhöht. Für das Geschäftsjahr 2025 wurden 1,10 Euro je Aktie gezahlt.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Commerzbank.