Am Montag schießt der Ölpreis auf den höchsten Stand seit dem Jahr 2022, was die Börsen in Panik versetzt und die Angst vor einer neuen Inflationsspirale aufkommen lässt. Das gilt es jetzt zu wissen.
Die Kurse an den Börsen gehen weiter nach unten, denn die Lage im Iran und beim Ölpreis eskaliert aktuell immer weiter.
Ölpreis steigt weiter deutlich an
Die Ölpreise haben am Montag im frühen Handel wegen der sich weiter verschärfenden Lage im Nahen Osten ihren Höhenflug der vergangenen Woche fortgesetzt. Der Preis für ein Fass (159 Liter) Rohöl der Nordsee-Marke Brent stieg in den ersten Handelsstunden der Woche um bis zu ein Fünftel auf 111 Dollar. Das Niveau konnte er aber nicht ganz halten, lag allerdings kurz nach Mitternacht mit etwas mehr als 107 Dollar immer noch knapp 16 Prozent im Plus.
Damit kletterte der Preis für die Referenzsorte des Großteils der weltweit gehandelten Ölsorten auf den höchsten Stand seit Juli 2022. Seit dem Start des Iran-Kriegs vor etwas mehr als einer Woche beläuft sich das Plus auf fast 50 Prozent.
Viele Investoren fürchten, dass die Lage im Nahen Osten weiter eskaliert und die Ölproduktion in der Region nachhaltig beeinträchtigt wird und deshalb erst einmal sinken wird.
Am Sonntag hatte das zuständige Gremium im Iran nach dem Tod des obersten Führers Ajatollah Ali Chamenei dessen Sohn zum Nachfolger berufen. Der 56-jährige Modschtaba Chamenei wird in dem Amt, das die oberste geistliche Autorität und die Rolle des Staatsoberhaupts vereint, künftig das letzte Wort in allen politischen und militärischen Belangen haben.
US-Präsident Donald Trump hatte jüngst bereits deutlich gemacht, dass er den Chamenei-Sohn als neues staatliches Oberhaupt ablehne.
Börsenkurse krachen nach unten
Gleichzeitig zeigen sich die Börsenkurse zum Wochenstart schwach. Der Broker IG taxierte den Dax am Montag gegen 5.45 Uhr auf rund 22.770 Punkte - das wären dann noch mal 3,6 Prozent weniger als am Freitag. Sollte der Dax im regulären Handel auf dieses Niveau fallen, wäre es der niedrigste Stand seit dem Frühjahr vergangenen Jahres. Im Vergleich zum Rekordhoch von etwas mehr als 25.500 Punkte wäre es ein Minus von elf Prozent.
Auch die amerikanischen Indizes weisen zu dieser Zeit ein Minus von um die zwei Prozent aus. Die Edelmetalle Gold und Silber geben ebenfalls nach. Überraschend stark zeigt sich der Bitcoin mit einem Plus von zwei Prozent.
Es könnte also am Montag entsprechend ungemütlich für Anleger werden, doch ein Grund zur Panik ist das nicht. Eine Korrektur um 5 Prozent passiert im Aktienmarkt statistisch 1 bis 2 Mal im Jahr, ein Abverkauf um 10 Prozent ca. alle 12 bis 18 Monate. Doch in jedem Fall sind solche Situationen eine Chance, gute Aktien oder ETFs zu günstigeren Preisen zu kaufen.
Dementsprechend sollten Sie trotz der aktuellen Krise nicht von der eigenen Anlagestrategie ablassen, sondern eher erwägen, wo sich jetzt Einstiegsgelegenheiten bieten. Inspiration bietet beispielsweise die aktuelle BÖRSE ONLINE Ausgabe. Hier geht es zur digitalen Version.
Enthält Material von dpa-AFX
Häufig gestellte Fragen
Warum steigt der Ölpreis so extrem schnell an?
Die Märkte hassen Ungewissheit. Der Machtwechsel im Iran kombiniert mit der Ablehnung durch die USA schürt die Angst vor Sanktionen oder einer Blockade wichtiger Handelsrouten im Persischen Golf.
Ist der DAX-Absturz der Beginn eines dauerhaften Bärenmarktes?
Das hängt von der Dauer des Konflikts ab. Technisch gesehen befindet sich der DAX mit einem Minus von 11 % in einer Korrekturphase, die statistisch gesehen häufiger vorkommt und nicht zwangsläufig in einen jahrelangen Abschwung mündet.
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