Während die Börse die Zahlen der Deutschen Bank am Morgen eher negativ aufnahm, zeigt eine andere europäische Großbank der Branche, wo der Hammer hängt. Die Aktie steigt um mehr als fünf Prozent.
Die Aktien der Schweizer Großbank UBS steigen am Mittwoch um mehr als fünf Prozent. Auslöser sind überzeugende Quartalszahlen und die Ankündigung weiterer Aktienrückkäufe. Damit setzt die UBS-Aktie ihren jüngsten Aufwärtstrend fort, der Mitte März einsetzte. Seitdem hat das Papier schon 19 Prozent gutgemacht.
Gewinn mit Risiken erkauft?
In Zahlen steigerte die UBS den Reingewinn von Januar bis März auf drei Milliarden Dollar, fast eine Verdopplung gegenüber den 1,7 Milliarden Dollar, die im Vorjahr erzielt wurden. Das Branchenportal „Inside Paradeplatz“ weist jedoch darauf hin, dass das Plus ausgerechnet dort am, größten ausfalle, „wo es am gefährlichsten ist: In der Investmentbank.“ Dort explodierte der Vorsteuergewinn geradezu von zuvor 700 Millionen Dollar auf 1,2 Milliarden Dollar. Das entspricht einem Plus von 75 Prozent.
Dass die UBS wieder so stark im Trading aktiv ist, weckt in der Schweiz ungute Gefühle. Denn damit steigen erfahrungsgemäß auch die Risken in der Bilanz. Viele Experten halten die Großbank mit ihrer Bilanzsumme von inzwischen schon wieder 1,7 Billionen Dollar im Verhältnis zum Schweizer BIP (2025: rund eine Billion Dollar) jetzt schon für zu groß, um im Falle einer neuen Bankenkrise noch gerettet werden zu können.
Doch davon kann bislang keine Rede sein, denn tatsächlich „lief es im ersten Quartal querbeet rund“, wie „Inside Paradeplatz“ kommentiert. Sowohl in der weltweiten Vermögensverwaltung als auch im Schweizer Heimmarkt und dem Asset Management mit Profi-Investoren zeigen die Zahlen nach oben.
Analysten begeistert
Die UBS habe starke Ergebnisse vorgelegt, die von einer regen Kundenaktivität in verschiedenen Geschäftsbereichen profitiert hätten, kommentierten die Analysten der kanadischen RBC. Der aktualisierte Zeitplan für die Aktienrückkäufe deute außerdem darauf hin, dass diese Rückkäufe noch höher ausfallen könnten als bisher erwartet.
JPMorgan sprach ebenfalls von "sehr starken" Resultaten. Die Experten der US-Bank erwarten nun eine Anhebung der Konsensschätzungen für den Gewinn je Aktie im laufenden Jahr im niedrigen bis mittleren einstelligen Bereich.
Einschätzung für Anleger
Die UBS ist derzeit keine laufende Empfehlung der BÖRSE-ONLINE-Redaktion. Da die Aktie nun aber die 200-Tage-Linie wieder klar übersprungen hat, und loht sich womöglich wieder ein erster Blick auf die Schweizer. Sollte der Kurs das neue Niveau bis zum Freitag halten, können sich risikobereite Anleger zum Wochenende die erste Tranche zum Wiedereinstieg bereitlegen.
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Häufige Fragen zum Thema
Ist die UBS die größte Bank in Europa?
Nein. Nach Marktkapitalisierung lag die UBS Ende April mit 101 Milliarden Euro in Europa auf Platz drei hinter der HSBC (238 Milliarden Euro) und der Banco Santander (136 Milliarden Euro). Nach Bilanzsumme rangiert die UBS sogar "nur" auf Rang acht (Stichtag 31.12.2025). Hier weisen die HSBC mit 2,99 Billionen US-Dollar, die BNP Paribas mit 2,8 Billionen und Crédit Agricole mit 2,7 Billionen Dollar deutlich höhere Bilanzsummen auf.
Zahlt die UBS regelmäßig Dividende?
Ja, die UBS hat zuetzt am 21. April 2026 eine Dividende von 1,10 US-Dollar für das abgelaufene Geschäftsjahr ausgeschüttet.