Die Stimmung an den Märkten ist nach dem kurzen Höhenflug wieder ins Negative gedreht. Auch deutsche Chip-Werte korrigieren im Sog schwacher Asien-Börsen.

Die Erholung im Technologiesektor vom Vortag entpuppt sich als Strohfeuer. Was noch am Donnerstag als Befreiungsschlag gefeiert wurde – nämlich die starken Quartalsergebnisse des US-Halbleiterkonzerns Micron –, reicht am Freitag nicht aus, um die Märkte zu stabilisieren. Zum Wochenschluss nahmen Anleger in Asien wieder Gewinne mit, und die Futures an der technologielastigen US-Börse Nasdaq notieren deutlich im Minus.

KI-Kursverluste in Asien ziehen auch deutsche Chip-Aktien nach unten

Die erneute Abwärtsbewegung im Chipsektor trifft auch viele deutsche Werte. Infineon verlor vorbörslich rund 2,8 Prozent. Die Ausrüster Aixtron, Suss und PVA Tepla sowie der Waferhersteller Siltronic gaben auf der Handelsplattform Tradegate ebenfalls um bis zu drei Prozent nach. Auch andere KI-Profiteure wie Siemens Energy und Hochtief drohen wieder unter Druck zu geraten.

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„Die Bedenken angesichts hoher Bewertungen rund um Künstliche Intelligenz sind zurück", kommentierte Analyst Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners. Zusätzlich belaste die Sorge vor einem Engpass bei Speicherchips die Marktstimmung. „Die Stimmung ist gerade dabei, sich zu drehen. Anlegerinnen und Anleger werden generell vorsichtiger. Die Risikoaversion nimmt zu."

Allerdings haben die Chip- und KI-Aktien in den letzten Monaten so stark zugelegt, dass beispielsweise Infineon immer noch weit über der 200- oder 50-Tage-Linie notiert:

Infineon (WKN: 623100)

Weiterführende Links

Tech-Korrektur an asiatischen Börsen: Micron und SK Hynix mit starken Verlusten

Besonders heftige Verluste verzeichneten die asiatischen Leitindizes: Der japanische Nikkei brach um 4,2 Prozent ein, der südkoreanische Kospi verlor sogar gut sieben Prozent. Beide Indizes hatten noch zu Beginn der Woche Rekordhochs markiert. 

Die Aktien des südkoreanischen Speicherchipherstellers SK Hynix erlitten in Seoul erneut Kursverluste im nahezu zweistelligen Prozentbereich. Die Aktie der japanischen SoftBank Group - die ein wichtiger KI-Investor ist - brach sogar um mehr als 12 Prozent ein. Auch Micron-Papiere werden am Freitagmorgen auf Tradegate rund vier Prozent schwächer gehandelt.

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Enthält Material von dpa-AFX

Häufige Fragen

Warum fallen KI-Aktien, obwohl die Technologie boomt? 

Hohe Bewertungen machen KI-Aktien anfällig für Korrekturen. Selbst bei positiven Unternehmensmeldungen können Anleger Gewinne mitnehmen, wenn die Kurse bereits sehr weit vorausgelaufen sind – genau das ist derzeit zu beobachten.

Was hat Micron mit dem Kursrückgang zu tun? 

Der US-Halbleiterkonzern Micron lieferte eigentlich starke Quartalsergebnisse, die zunächst international gefeiert wurden. Dennoch dreht die Stimmung rasch, weil Sorgen vor einer Knappheit bei Speicherchips sowie generell steigende Risikoaversion die kurzfristige Erleichterung schnell wieder zunichte machen.

Warum reagieren asiatische Märkte so stark auf KI-Korrekturen? 

Länder wie Japan und Südkorea beherbergen einige der weltgrößten Chip- und Halbleiterhersteller – etwa SK Hynix. Da diese Unternehmen eng mit dem globalen KI-Boom verflochten sind, schlägt eine Stimmungsänderung in diesem Sektor dort besonders heftig durch.

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