Die Infineon-Aktie hat sich zuletzt gut geschlagen und einen langjährigen Korridor verlassen. Was jetzt für den Kurs charttechnisch möglich ist und worauf Anleger achten sollten.

Der Chart dieses DAX-Titels sieht derzeit beeindruckend aus. Aber bei genauem Hinsehen verbirgt sich in ihm eine lehrreiche Rarität, welche die meisten Anleger auf den ersten Blick wohl nicht erkennen würden.

Aktuelle (chart-)technische Herausforderungen bei Infineon?

Derzeit präsentiert sich die Infineon-Aktie charttechnisch in robuster Verfassung:  Nachdem sie im Januar 2026 nach mehrjährigem Kampf im vierten Anlauf den Widerstand bei rund 39 Euro überwunden hat und anschliessend auch gleich noch den Widerstand bei knapp 44 Euro aus dem Jahre 2021 einkassiern konnte (rote Linien in der untenstehenden Darstellung), steht charttechnisch einem Lauf bis zum Allzeithoch bei 77 Euro eigentlich nichts mehr im Wege (oberste rote Linie in der Grafik).

Dennoch sind Anleger gut beraten, ihre Gier zu kontrollieren. Es ist nämlich eher unwahrscheinlich, dass das Allzeithoch schon bal wieder erreicht wird, da die letzten Kurszuwächse einen steilen Steigungswinkel aufweisen - was in der Regel durch Korrekturen ausgeglichen wird. Zum anderen befinden sich technische Indikatoren wie beispielsweise der MACD sowohl im Tages-, Wochen- und Monatschart schon im überkauften Terrain.

Interessanter Langfristchart des DAX-Wertes

Der Gesamtchart der Infineon-Aktie (ISIN: DE0006231004) ist sogar noch wesentlich spannender; und lehrreicher.

In der Charttechnik gibt es zwei wichtige Tassenformationen:
- die (eher) anzutreffende Tasse mit Henkel und
- die (seltene) Untertassenformation.

Die Untertassenformation bildet sich – anders als die Tasse mit Henkel – nicht über Monate, sondern über Jahre und weist gerne flache, runde Böden auf. Ansonsten sehen die Formationen gleich aus, mithin bilden meist auch beide einen gut erkennbaren Henkel am rechten Tassenrand aus.  Umsatzausschläge nach oben können in der Mitte der Formation vorkommen. Die Formation lässt sich gut im Wochen-Chart erkennen. Der durchschnittliche Kursanstieg nach Ausbruch aus der Formation beträgt 54 Prozent. 

Betrachten wir nun den Infineon-Chart: Nach einem Erholungsversuch zwischen September 2001 und März 2002 ging der Infineon-Aktie die Puste aus und der Kurs ging in eine mehrjährige Schwächephase über. Dies markiert den Beginn der Untertassenformation (linker Tassenrand). Ungefähr in der Mitte der Formation ist eine deutliche Zunahme im Anleger-Interesse erkennbar -die Umsätze sind gestiegen - und die Aktie begann sich wieder langsam in Richtung des Ausgangspunkte hoch zu arbeiten. Das alles geschah  unter Ausbildung eines runden, flachen Bodens. Am rechten Tassenrand angekommen, setze der Wert zur Bildung des Henkels an (orange Markierung in der nachfolgenden Grafik), gefolgt von einem deutlichen Kurszuwachs um mehr als 50 Prozent. Anleger, die sich diese Formation einprägen, können dies bei zukünftigen Chartbetrachtungen gewinnbringend für sich nutzen. 

Chart Infineon
https://www.tradingview.com/chart/?symbol=XETR%3AIFX
Chart Infineon

Fazit:

Die Infineon-Aktie ist momentan definitiv einer der spannendsten DAX-Titel. Dioe BÖRSE-ONLINE-Redaktion hat den TItel in Heft 07/2026 ausführlich besprochen und ein Kursziel von 50 Euro ausgegeben.  Wer das Chartbild ähnlich positiv beurteilt wie wir, kann auch jetzt noch eine erste Position aufbauen und dann an Korrekturtagen weitere Tranchen nachkaufen.

Das Kursziel wird BÖRSE ONLINE in einer der kommenden Ausgaben aktualisieren. Wenn Sie diesen Moment nicht verpassen wollen, empfehlen wir unser E-Paper-Probeabo, das Sie hier bestellen können.

Anleger, die nicht auf Einzelaktien setzen wollen, werden vermutlich mit dem «Tech-Giganten Index» glücklicher.

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