Die Krise bei Volkswagen schien überwunden. Doch aktuelle Absatzzahlen in einem der wichtigsten Märkte der Welt alarmieren jetzt die Investoren.
Der Volkswagen-Konzern hat seinen Absatzzahlen für den US-Markt im 4. Quartal 2025 gemeldet – und die fallen verheerend aus. Demnach sind die Verkaufszahlen über alle Konzernmarken hinweg im Gesamtjahr um 13 Prozent gesunken und im 4. Quartal mit minus 19,8 Prozent auf 82.798 Fahrzeuge noch stärker.
Besonders heftig fiel der Rückgang bei Audi aus: Die Premiumtochter verkaufte im 4. Quartal nur noch 36.233 Autos, das waren 36 Prozent weniger als im Vorjahr. Im Gesamtjahr fiel Audi um 16 Prozent gegenüber dem Vorjahr zurück.
Vorzieh-Effekte wegen US-Zöllen
Den VW-Konzern insgesamt belasten weiterhin die Zoll-Auseinandersetzungen. Infolge der andauenden Unsicherheit hatten Händler und Kunden außerdem im ersten Halbjahr Käufe vorgezogen, was einen Teil der Rückgänge bei Neufahrzeugen im Jahresschlussquartal erklärt.
Peinlicher Rückruf bei Audi, Lamborghini und Porsche
Hinzu kommen aber hausgemachte Probleme, die im neuen Jahr anhalten werden. So hat die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA Audi und Lamborghini am Dienstag verpflichtet, einen großen Fahrzeugrückruf umsetzen. Danach muss Audi knapp 357.000 Fahrzeuge diverser Modelle der Baujahre 2019 bis 2026 in die Werkstätten beordern, weil Softwareprobleme zu einem Komplett-Ausfall der Rückfahrkamera führen können, wodurch nach Ansicht der NHTSA das Unfallrisiko steigt.
Bei der zu Audi gehörenden Schwestermarke Lamborghini haben gut 10.500 SUVs vom Typ Urus der Modelljahre 2019 bis 2024 das gleiche Kameraproblem und benötigen ebenfalls ein Software-Update.
Kursfantasie verpufft
In der letzten Dezemberwoche war die VW-Sportwagentochter Porsche aus dem gleichen Grund zum Rückruf von knapp 174.000 Fahrzeugen vergattert worden.
Die VW-Vorzugsaktien gaben infolge der schlechten Absatzzahlen mehr als ein Prozent ab und notieren mit 102,20 Euro nun wieder weit entfernt von den charttechnisch interessanten Signalmarken aus dem Dezember. Es steht damit zu befürchten, dass die VW-Aktie in den kommenden Wochen trotz eines günstigen KGVs und einer potenziell hohen Dividendenrendite erst einmal keine weitere Kursfantasie entfacht. Stattdessen könnte sich eine Aktienanleihe mit 8,8 Prozent Zinsen anbieten, über die BÖRSE ONLINE jüngst berichtet hatte.
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Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Autor hält unmittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Volkswagen Vz..
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Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Volkswagen Vz..