Infineon nutzt die starke Nachfrage am Anleihemarkt und sichert sich zwei Milliarden Euro frisches Kapital für KI- und Rechenzentrumsprojekte. Die Orderbücher sind laut einer Meldung vierfach überzeichnet.
Infineon hat das aktuell eher freundliche Umfeld am Anleihemarkt genutzt, um sich frisches Kapital für den nächsten Technologieschub zu sichern. Der Münchner Halbleiterhersteller hat nach Angaben der Nachrichtenagentur Bloomberg erstmals seit rund einem Jahr wieder eine Euro-Anleihe begeben und dabei insgesamt zwei Milliarden Euro eingesammelt. Besonders interessant dabei: Die Nachfrage der Investoren war enorm. Die Orderbücher summierten sich auf mehr als acht Milliarden Euro, also das Vierfache des angebotenen Volumens.
Begeben wurden drei Laufzeiten über fünf, acht und elf Jahre. Dank der starken Nachfrage konnte Infineon die ursprünglich angepeilten Zinsaufschläge deutlich senken. Genaue Zinssätze nennt der Bloomberg-Bericht nicht. Besonders gefragt waren demnach die langlaufenden Papiere. Für den Konzern bedeutet das günstigere Finanzierungskosten und somit mehr Spielraum für Investitionen.
Geld für KI-Ausbau
Das frische Kapital soll vor allem in Zukunftsprojekte rund um künstliche Intelligenz, Leistungshalbleiter und den Ausbau von Rechenzentren fließen. KI-Anwendungen treiben weltweit die Nachfrage nach Chips massiv in die Höhe. Ob Cloud, autonomes Fahren oder Industrieautomatisierung – überall werden spezialisierte Halbleiter benötigt. Dort sieht Infineon sich strategisch gut positioniert, wie Konzernchef Jochen Hanebeck kürzlich auf der Hauptversammlung sagte.
Der Konzern reiht sich damit in eine wachsende Zahl von Tech-Unternehmen ein, die sich derzeit Milliarden am Kapitalmarkt sichern. Auch US-Giganten wie Amazon, Alphabet, Meta und Oracle haben zuletzt den Anleihen-Markt angezapft, um zweistellige Milliardenbeträge in die KI-Infrastruktur investieren zu können. Der Wettbewerb um Marktanteile und Rechenleistung gleicht inzwischen einem Wettrüsten.
Positives Signal auch für die Aktie
Aus Anlegersicht ist die hohe Überzeichnung ein positives Signal für Infineon. Sie zeigt, dass Investoren den deutschen Chipkonzern auf dem Zettel haben und ihm offenbar solide Bonität und gute Wachstumsperspektiven zutrauen.
Charttechnisch ist die Infineon-Aktie derzeit ohnehin spannend: Nach dem starken Lauf in den vergangenen Monaten setzen viele Investoren auf eine Fortsetzung des KI-Trends, der ich bei Infineon vor allem im Bereich der Leistungshalbleiter für die Stromerzeugung und -verteilung abspielt. Mit dem nun gesicherten Finanzpolster im Rücken könnte Infineon weiter aufs Tempo drücken, seien Kapazitäten beschleunigt ausbauen und so zu einem noch größeren Profiteur des KI-Booms werden.
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Hinweis auf Interessenkonflikte
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