Der Goldpreis hat sich zuletzt vergleichsweise schwach entwickelt und pendelt trotz geopolitischer Spannungen und hoher Unsicherheit in einer breiten Seitwärtsbewegung. Doch im Gegensatz dazu sind viele Experten sehr optimistisch.

Zahlreiche Analysten sehen nämlich trotz der Goldpreisrally der vergangenen Jahre weiterhin erhebliches Aufwärtspotenzial für das Edelmetall – und laut zahlreicher Analysten und Experten könnte der nächste große Schub noch bevorstehen. Besonders konstruktiv äußert sich kürzlich Lorenzo Portelli, Head of Cross Asset Strategy beim Amundi Investment Institute. Er sieht für den Goldpreis weiterhin einen klaren Aufwärtspfad und hält einen Anstieg auf bis zu 5.500 Dollar innerhalb der kommenden zwölf Monate für möglich.

Strukturelle Treiber sprechen für steigende Goldpreise

Portellis Argumentation basiert vor allem auf strukturellen Faktoren. Zwar habe Gold zuletzt an Dynamik verloren und bewege sich kurzfristig eher seitwärts, doch die fundamentalen Treiber seien weiterhin intakt. Dazu zählt insbesondere die anhaltend hohe Nachfrage von Zentralbanken, die ihre Reserven zunehmend diversifizieren und weniger stark auf den Dollar setzen. Gleichzeitig bleibt Gold für viele Investoren ein zentraler Baustein zur Absicherung gegen geopolitische Risiken, die sich in einer zunehmend fragmentierten Weltordnung verstärken.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Rolle der Geldpolitik. Selbst wenn die Inflation temporär nachlassen sollte – was keineswegs als ausgemachte Sache gilt – bleibt die langfristige Unsicherheit über die Stabilität von Währungen und Staatsfinanzen bestehen. Hohe Staatsverschuldung und expansive Fiskalpolitik belasten die Schuldentragfähigkeit und sorgen dafür, dass reale Vermögenswerte wie Gold weiterhin gefragt bleiben. In diesem Umfeld sieht Portelli das Edelmetall weniger als kurzfristigen Inflationsschutz, sondern vielmehr als strategisches Asset, das von strukturellen Verschiebungen im globalen Finanzsystem profitieren wird.

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Gold (ISIN: XC0009655157)

Von 5.000 bis 8.000 Dollar: Wie weit kann Gold noch steigen?

Auch die Marktmechanik spricht aus seiner Sicht für steigende Preise. Gold hat in den vergangenen Jahren bereits eine starke Rally hinter sich, doch laut Portelli ist diese Entwicklung noch nicht ausgereizt. Vielmehr könnte eine Kombination aus geopolitischen Spannungen, geldpolitischer Unsicherheit und anhaltender Nachfrage institutioneller Investoren den Preis weiter antreiben. Dass Analysten bereits Kursziele um 5.000 Dollar diskutieren, gilt im Markt inzwischen nicht mehr als außergewöhnlich, sondern zunehmend als realistisches Szenario.

Gleichzeitig lohnt sich der Blick auf noch deutlich optimistischere Prognosen. So skizzieren Strategen von Wells Fargo verschiedene Szenarien für die Goldpreisentwicklung bis 2027. Während das Basisszenario deutlich niedrigere Werte impliziert, sehen die Analysten im Extremfall – etwa bei einer ausgeprägten Währungsabwertung und anhaltenden geopolitischen Spannungen – sogar Kurse von bis zu 8.000 Dollar als möglich an.

Fazit: Die Botschaft der Analysten ist trotz unterschiedlicher Kursziele bemerkenswert konsistent: Der strukturelle Goldbullenmarkt ist intakt. Kurzfristige Schwankungen, wie der aktuelle Rückgang vom Januarhoch, seien in erster Linie positionierungstechnischer Natur und würden keine fundamentale Schwäche widerspiegeln.

Häufige Fragen zu Gold

Was sind die größten Vorteile von Gold?

In physischer Form besitzt Gold kein Kontrahentenrisiko und gilt seit Generationen als wirksamer Krisen-, Vermögens- und Inflationsschutz. Im Gegensatz zu den beiden wichtigsten Anlageklassen Aktien und Anleihen kann man mit Goldmünzen und -barren sowie bestimmten Gold-ETCs nach einer Haltedauer von einem Jahr steuerfreie Kursgewinne realisieren.

Und was spricht möglicherweise gegen Gold?

Gold zahlt weder Zinsen noch Dividenden und kann lediglich durch eine wachsende Wertschätzung Renditen erzielen. Außerdem fallen bei sicherer Verwahrung von physischem Gold Lagerkosten an.

Sind bei allen in Deutschland handelbaren Gold-ETCs realisierte Kursgewinne nach einer Haltedauer von einem Jahr steuerfrei?

Nur, wenn deren Konstruktion ein physisches Hinterlegen des Goldes vorsieht und ein Lieferanspruch besteht. Vor dem Kauf unbedingt beim Emittenten des Papiers informieren.

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