Die Gewinnmitnahmen an der südkoreanischen Börse haben auch bei Infineon Spuren hinterlassen. Nach der vorangegangenen Rally fiel die Aktie des heimischen Chipherstellers deutlich zurück. Bevor Micron heute nach US-Börsenschluss seine mit Spannung erwarteten Zahlen vorlegt, dürften sich die Wogen in der Branche zunächst jedoch wieder etwas glätten. Wenn es nach Bernstein Research geht, hat die Infineon-Aktie weiterhin deutliches Kurspotenzial.

Das US-Analysehaus hatte das Kursziel für Infineon Anfang der Woche von 74 auf 102 Euro angehoben und die Einstufung auf "Outperform" belassen. Die Renaissance des Marktes für Hauptprozessoren (CPU) entwickle sich neben Grafik- und Bildbearbeitungs-Chips (GPU) zu einer zweiten Triebfeder für die Nachfrage im Bereich Leistungshalbleiter, so David Dai in seiner jüngsten Einschätzung. 

Davon sollte insbesondere Infineon profitieren, aber auch der japanische Branchenkollege Renesas. Für beide Unternehmen gewinne das Thema Künstliche Intelligenz (KI) stärker an Bedeutung, als es von den Investoren bislang wahrgenommen werde.

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Die strukturellen Wachstumstreiber beim DAX-Konzern sind damit intakt. Infineon ist als Chiphersteller in zahlreichen wichtigen Segmenten marktführend positioniert. Vor allem das boomende Geschäft mit KI-Chips und der Stromversorgung von Rechenzentren sorgt derzeit für Fantasie. Um die steigende Nachfrage bedienen zu können, hat der Chipkonzern in Dresden in den vergangenen drei Jahren die Smart Power Fab errichtet.

Infineon (WKN: 623100)

Die Infineon-Aktie bleibt damit eine attraktive Möglichkeit, mittel- bis langfristig von der Erholung des Halbleitermarkts und dem anhaltenden KI-Boom zu profitieren. Kurzfristig dürfte die Volatilität allerdings hoch bleiben. Zwischenzeitliche Gewinnmitnahmen und scharfe Korrekturen dürften Anleger immer wieder begleiten. Investoren mit längerem Anlagehorizont halten an ihren Positionen fest.

Mit Spannung erwartet wird zudem der heutige Abend nach US-Börsenschluss, wenn Micron Technology seine Zahlen vorlegt. Die gesamte Chipbranche blickt gespannt nach Idaho. Denn Zahlen und Ausblick des Speicher-Giganten gelten in der Branche als richtungsweisend. Die Erwartungen sind hoch. Mehr dazu hier.