Starke Quartalszahlen, eine angehobene Prognose und eine attraktive Dividende sorgen für neuen Optimismus beid dieser US-Aktie. Zusätzlich könnten 5G, Glasfaser und KI neue Wachstumschancen eröffnen.

Verizon sorgt mit seinen Quartalszahlen für neuen Optimismusbei den Anlegern: Am Montag stieg die Aktie um rund 1,5 Prozent und legte auch am Dienstag im vorbörslichen Handel zunächst zu. Grund dafür war ein überraschend starker Gewinn im ersten Quartal 2026 sowie eine Anhebung der Jahresprognose. Außerdem rückt Verizon zunehmend als möglicher Profiteur des KI-Booms in den Fokus.

Das Unternehmen ist einer der größten Telekommunikationsanbieter in den USA und bietet vor allem Mobilfunk-, 5G-, Internet- und Glasfaser-Dienste für Privat- und Geschäftskunden an. Dabei konkurriert Verizon unter anderem mit der Telekom-Tochter T-Mobile US.

Verizon Communications (WKN: 868402)

Gewinn über Erwartung, Umsatz leicht darunter

Verizon konnte in den jüngsten Quartalszahlen beim Gewinn positiv überraschen: Statt der erwarteten 1,21 US-Dollar Gewinn pro Aktie auf non-GAAP-Basis wies das Unternehmen 1,28 US-Dollar je Aktie aus.

Der Umsatz lag mit 34,44 Milliarden US-Dollar jedoch rund 490 Millionen US-Dollar unter den Erwartungen. Im Vergleich zum ersten Quartal 2025 entspricht das dennoch einem Wachstum von knapp drei Prozent.

Verizon rechnet nun damit, dass die Zahl der zusätzlichen Postpaid-Mobilfunkkunden im Privatkundengeschäft im laufenden Jahr am oberen Ende der bisherigen Prognosespanne von 750.000 bis einer Million liegen wird. Gleichzeitig betonte das Unternehmen, dass der Ausblick eine vorsichtige Einschätzung der Wettbewerbssituation und der makroökonomischen Lage widerspiegele.

Während der Analystenkonferenz im Rahmen der Quartalsergebnisse hob CEO Dan Schulman zudem positive Entwicklungen bei der Abwanderung von Kunden hervor. Im März sank die Kündigungsrate (churn rate) auf unter 0,85 Prozent – eine deutliche Verbesserung gegenüber dem vierten Quartal und ein Zeichen dafür, dass Verizons Kundenbindungsstrategie Wirkung zeigt. Dadurch muss der Konzern weniger stark auf teure Werbeaktionen setzen, um Kunden zu halten oder neues Wachstum zu erzielen.

Für das Gesamtjahr 2026 erwartet Verizon nun einen bereinigten Gewinn je Aktie zwischen 4,95 und 4,99 US-Dollar. Auch diese Prognose liegt über den Erwartungen der Analysten.

Kapitalrückflüsse bleiben für Verizon Priorität

Verizon legt weiterhin großen Wert auf Kapitalrückflüsse an die Aktionäre. Das Unternehmen will seine „starke und nachhaltige Dividende“ beibehalten und Aktionäre weiterhin über Ausschüttungen am Unternehmenserfolg beteiligen.

Schon bis Ende dieses Jahres will Verizon nahezu alle Schulden zurückgezahlt haben, die im Zuge der jüngsten Übernahme von Frontier übernommen wurden.

Durch weitere Kostensenkungen und ein steigendes EBITDA werde Verizon laut CFO Tony Skiadas in der Lage sein, „deutlich effizienter zu arbeiten, das Übergangsjahr bei den Serviceumsätzen zu verkraften und einen erheblichen Betrag an Barmitteln an die Aktionäre zurückzuführen“.

Wird Verizon jetzt zum KI-Profiteur?

Besonders spannend ist, dass Verizon neben dem klassischen Telekomgeschäft auch vom KI-Boom profitieren könnte. Denn KI-Anwendungen benötigen leistungsfähige und skalierbare Netzinfrastruktur – genau hier sieht das Unternehmen offenbar eine größere Chance.

In der Telefonkonferenz teilte das Management mit, dass sich Verizon in „intensiven Gesprächen“ mit Hyperscalern über Glasfaser- und 5G-Deals befinde. Diese Partnerschaften sollen es dem Unternehmen ermöglichen, stärker in softwaredefinierte Netzwerke vorzudringen und 5G für KI-Infrastruktur einzusetzen. Dabei handelt es sich laut Management um eine Umsatzchance, die „mehrere Milliarden“ wert sein könnte, sowie um eine Investition, die für Verizon „absolut essenziell“ sei.

CEO Dan Schulman bestätigte , dass Verizon bereits eng mit Google und Anthropic zusammenarbeitet. Ziel sei es, KI zu nutzen, um die operative Effizienz innerhalb des eigenen Unternehmens zu steigern und die Kundenzufriedenheit zu verbessern. „Ich bin sehr zufrieden mit den Fortschritten, die wir [bei KI] in so kurzer Zeit gemacht haben“, sagte Schulman in der Telefonkonferenz.

Günstige Bewertung, hohe Dividende

Obwohl der Kurs in den vergangenen drei Monaten schon um rund 20 Prozent gesteigen ist, notiert Verizon auf Fünfjahressicht noch etwa 17 Prozent im Minus. Mit einem KGV von rund neun bewegt sich die Aktie bewertungstechnisch etwa auf Höhe ihres eigenen Fünfjahresdurchschnitts.

Zusätzlich bleibt Verizon durch die Dividendenrendite von rund sechs Prozent für einkommensorientierte Anleger interessant. Sollte es dem Unternehmen gelingen, die Wachstumsraten und die Profitabilität in den kommenden Jahren weiter zu verbessern, könnte die Aktie trotz der jüngsten Erholung weiterhin eine attraktive Einstiegschance im Bereich der Hochdividendenaktien bieten.

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Häufig gestellte Fragen:

Wie sind die Quartalszahlen von Verizon ausgefallen?

Verizon erzielte im ersten Quartal 2026 einen bereinigten Gewinn je Aktie von 1,28 US-Dollar und lag damit über den erwarteten 1,21 US-Dollar. Der Umsatz stieg um knapp drei Prozent auf 34,44 Milliarden US-Dollar, blieb jedoch rund 490 Millionen US-Dollar unter den Erwartungen.

Wie hoch ist die Dividendenrendite der Verizon-Aktie?

Die Dividendenrendite der Verizon-Aktie liegt aktuell bei rund sechs Prozent und macht den Titel besonders für einkommensorientierte Anleger interessant.

Kann Verizon vom KI-Boom profitieren?

Verizon könnte vom KI-Boom profitieren, weil KI-Anwendungen leistungsfähige 5G- und Glasfasernetze benötigen. Das Unternehmen sieht hier eine mögliche Umsatzchance im Milliardenbereich.